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09.01.17

Hospizarbeit als Beitrag zu einer inklusiven Gesellschaft

Der Beitrag von Hospizarbeit für eine offene und solidarische Gesellschaft steht am Samstag, 14. Januar, im Mittelpunkt der Veranstaltung „Grenzerfahrungen. Hospizwesen als Beitrag zur inklusiven Gesellschaft“ an der KU. Die Pädagogik der Achtung und Teilhabe des polnisch-jüdischen Kinderarztes Janusz Korczak (1878-1942) bildet dabei den besonderen Rahmen des Tages. Das Leben und Werk Korczaks stellt das Experimentelle Theater Günzburg unter der Leitung des Vorsitzenden der Deutschen Korczak-Gesellschaft, Siegfried Steiger, mit dem Stück „Korczaks Koffer“ vor.


Skulptur "Korczak und die Kinder des Ghettos" in der Gedenkstätte Yad Vashem. (Foto: Berthold Werner)

Die Veranstaltung ist eingebettet in das von der Freisinger Bischofskonferenz geförderte Forschungsprojekt „Inklusive Bildung“ und richtet sich sowohl an die interessierte Bevölkerung als auch an Fachkräfte. Organisiert wird sie von der Professur für Pädagogik an der Fakultät für Soziale Arbeit (Prof. Dr. Ulrich Bartosch) und findet von 10:30-14:00 Uhr in der Aula der KU (Kollegiengebäude D, Ostenstraße 28, Eichstätt) statt. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen sind per Mail an agnieszka.maluga(at)ku.de erhältlich.

Die Arbeit des ambulanten Hospizdienstes der Eichstätter Malteser e.V. stellt die Koordinatorin des Hospizes, Regina Sterz, dar. Agnieszka Maluga, Lehrbeauftragte der KU und wissenschaftliche Mitarbeiterin der FH Kiel, wird zu den Umgangsweisen mit Kindern in der Kinderhospizarbeit sprechen und beleuchtet dabei die Pädagogik Korczaks. Wie das Tabuthema Tod Schülerinnen und Schülern nahegebracht werden kann, stellt der Geschäftsführer der Bundeshospizakademie, Paul Timmermanns, vor.

Janusz Korczak bezeichnete sich als konstitutioneller Pädagoge und verstand darunter die Bindung von Erziehung an eine Verfassung, die von der Gleichheit aller Menschen ausgeht. Er sah dabei nicht die Zukunft des Kindes als Ausgangspunkt seiner Pädagogik, sondern den heutigen Tag und die Unsicherheiten des Lebens. Seine pädagogische Arbeit mit Straßenkindern, seine Tätigkeit als Militärarzt und natürlich die Begleitung von Waisenkindern ließen ihn ein Leben lang mit schwerstkranken und sterbenden Kindern in Berührung kommen. Korczak, wurde im August 1942 zusammen mit 200 Kindern seines Waisenhauses aus dem Warschauer Ghetto in das Vernichtungslager Treblinka gebracht.