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16.05.17

Der Auwald als neuer Lebensraum für bedrohte Arten: Expertentagung des Aueninstituts

Dass die Dynamisierung des Auwaldes zwischen Neuburg und Ingolstadt positive Wirkung auf vom Aussterben bedrohte Arten hat, die auf der Roten Liste stehen, zeigte eine Fachtagung, die das Neuburger Aueninstitut der Katholischen Universität gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt und der Arbeitsgemeinschaft Donau-Auwald (getragen vom Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und der Stadt Ingolstadt) im Schloss Grünau abhielt. Zu Wort kamen dabei auch Forscherinnen und Forscher, die neben dem Aueninstitut und dem Wasserwirtschaftsamt daran beteiligt waren, den Erfolg der Renaturierung in diesem Gebiet zu dokumentieren. Schon seit 2005 fanden biologisch-chemische Untersuchungen statt, die der Beweissicherung dienten bzw. mit denen bestimmte Tier- und Pflanzengruppen beobachtet wurden. Diese Arbeiten sollten in der Fachtagung dargestellt und zusammengeführt werden.


Die Gemeine Keiljungfer steht auf der Roten Liste und wurde vom Bund für Umwelt und Naturschutz deshalb zur „Libelle des Jahres 2017“ gekürt. Ihre Larven konnten im Ottheinrichbach des Auwaldes nachgewiesen werden. (Foto: Günter J. Loos/BUND)

Der Teilnehmerkreis der Fachtagung „Monitoring in den Donauauen“ vor Schloss Grünau mit den Initiatoren Bernd Cyffka (l.), Benno Kügel (5. v.l.), Siegfried Geißler (2. v.r.) und Christian Leeb (r.) (Foto: Cyffka)

So berichteten unter anderem Mitarbeiterinnen des WWA Ingolstadt über ihre Arbeiten zu Wasserorganismen. Vor dem Dynamisierungsprojekt wurde der Auwald nur vom Wasser des „Zeller Kanals“ aus dem Donaumoos durchflossen, der im Sommer häufig über mehrere Wochen, teilweise Monate hinweg austrocknet. Bachflohkrebse oder Fliegen- und Libellenlarven starben in diesen Trockenphasen ab und mussten sich jedes Jahr erneut erst ansiedeln. Durch die Dynamisierung fließt nun regelmäßig Wasser, wenn auch in unterschiedlicher Menge, durch den Auwald. Dies reicht solchen Tierarten aus, um eine stabile Population auszubilden. „Dazu gehören sogar vom Aussterben bedrohte Arten, wie etwa die Libellenart „Gemeine Keiljungfer“, die im Larvenstadium im Ottheinrichbach vorkommt“, erklärt der Leiter des Aueninstituts, Prof. Dr. Bernd Cyffka. Die Gemeine Keiljungfer steht auf der Roten Liste und wurde vom Bund für Umwelt und Naturschutz deshalb zur „Libelle des Jahres 2017“ gekürt.

Auch die Fische profitieren – wie weitere Vorträge der Tagung zeigten – von dem neuen Gewässer. Nicht nur, weil sie dadurch die Staustufe bei Bergheim umwandern können, sondern auch weil der acht Kilometer lange Ottheinrichbach für sie einen neuen Lebensraum bildet. So wurden schon einige Exemplare des seltenen Strebers (Zingel streber) gefunden, der stark an kiesige Gewässer gebunden ist – ein Untergrund, welcher in den verschlammten Stauräumen fehlt. Auch der Streber steht als Fischart auf der Roten Liste. Weitere Themen des Treffens waren unter anderem die Kartierung des Biberbestandes sowie Untersuchungen zu Weichtieren und Stechmücken.

Christian Leeb (Leiter des WWA Ingolstadt), Prof. Dr. Benno Kügel Leiter des Bereichs Monitoring) beim WWA), Siegfried Geißler (Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen) sowie Professor Cyffka  freuten sich über die gelungenen Vorträge, neu geknüpfte Kontakte und das reichhaltige Datenmaterial, welches das Bild von Fauna und Flora im Auwald zwischen Neuburg und Ingolstadt zu vervollständigen hilft. Die Dynamisierung könne als Erfolgsstory bezeichnet werden.