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31.07.17

„Memory Morning“ rund um Gedächtnis und Sprache

Wie werden die Bestandteile von Sprache in unserem Gehirn gespeichert und verfügbar gemacht? Und was bedeutet das für den Sprachenunterricht in der Schule? Das Gedächtnis als Grundlage des Sprachenlernens stand im Fokus des „Memory Morning“ am 28. Juli an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU). Thema und Referenten lockten am letzten Tag des Sommersemesters gut 70 Interessierte in die Universitätsallee – darunter neben Studierenden auch viele Lehrkräfte, Lehrerbildner und Vertreter der Schulaufsicht.


Referierten beim "Memory Morning" an der KU Eichstätt-Ingolstadt rund um das Thema Sprache und Gedächtnis

Prof. Dr. Thomas Hoffmann (KU Eichstätt-Ingolstadt, links), Prof. Dr. Frank Ferraro III (University of Nebraska, 2. v. links) und Prof. Dr. Ludger Schiffler (FU Berlin, 2. v. rechts) referierten auf Einladung von Prof. Dr. Heiner Böttger (KU Eichstätt-Ingolstadt, rechts) zum Thema „Memorizing Language“. Foto: Böttger/Föckersperger.

Das englischsprachige Symposium bildete den Abschluss des Seminars „Language & Memory – vom Behalten von Sprache“. Seminarleiter und Organisator Prof. Dr. Heiner Böttger (Professur für Didaktik der englischen Sprache und Literatur an der KU) hatte zur Abschlussveranstaltung drei renommierte Gedächtnisforscher aus unterschiedlichen Fachdisziplinen eingeladen, die jeweils zu Teilaspekten des Themas „Memorizing Language“ referierten. In den anschließenden Diskussionen stand der Transfer der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf den Schulunterricht im Fokus.

Den Auftakt machte Prof. Dr. Thomas Hoffmann, Inhaber des Lehrstuhls für Englische Sprachwissenschaft an der KU, mit einem Vortrag zum Arbeitsgedächtnis und dessen Rolle beim Spracherwerb. Ihm folgte Prof. Dr. Ludger Schiffler, emeritierter Professor für Didaktik der romanischen Sprachen und Literaturen von der Freien Universität Berlin, der als Methode zum Erwerb von Fremdsprachen das „Triple Coding“ präsentierte. Um das Vergessen von Vokabeln zu verhindern, setzt Schiffler auf eine Mischung aus Bewegungen, Visualisierungen und Entspannungsphasen. Den Abschluss bildete der Vortrag „Enhanced Memory in Young Adults – Following a Wilderness Trip“ des Psychologen Prof. Dr. Frank Ferraro III von der University of Nebraska (Lincoln, USA). Ferraro ist unter anderem auf Umweltpsychologie spezialisiert und erläuterte, inwiefern der Kontakt mit der Natur die Gedächtnisleistung von Jugendlichen signifikant verbessern kann.

Umrahmt wurden die Vorträge der Experten durch die Präsentation der Seminararbeiten der Studierenden, die im Laufe des Sommersemesters verschiedene Aspekte des Themas „Language & Memory“ in Postern und Videos vertieft hatten. Diese qualitativ hochwertigen Arbeiten und die große Resonanz auf das Symposium zeigten laut Prof. Dr. Heiner Böttger deutlich, welch großes Potenzial in offenen Seminarformen steckt.