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21.07.17

Nachhaltigkeit in Mitverantwortung der bayerischen Hochschulen

Als Zentren für gesellschaftliche Selbstreflexion sehen sich die bayerischen Hochschulen in einer Mitverantwortung für einen Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit. Dieses Selbstverständnis formuliert eine Studie, welche die KU gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität und vier Pilothochschulen in Bayern durchgeführt hat. Ziel des Projektes war die Entwicklung eines Kriterienkatalogs zur Bestandsaufnahme von Nachhaltigkeitsaspekten an Hochschulen sowie die Identifizierung von Faktoren, die Hochschulen bei der Implementierung von Nachhaltigkeit unterstützen bzw. hemmen. Ihre Ergebnisse präsentierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, welches das eineinhalbjährige Projekt „Nachhaltige Hochschule: Kriterien zur Bestandsaufnahme“ förderte.


An der Präsentation der Projektergebnisse im bayerischen Umweltministerium nahmen teil (v.l.): Prof. Dr. Raimund Brotsack (TH Deggendorf), Prof. Dr. Gabriele Gien (Präsidentin der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt), Prof. Dr. Klaus Nitsche (Vizepräsident der TH Deggendorf), Christian Tichatschke (Universität Bayreuth), Prof. Andrea Klug (Präsidentin der OTH Amberg-Weiden), Markus Fürstenberg (Bay. Wissenschaftsministerium), Prof. Dr. Ingrid Hemmer (KU), Prof. Dr. Julia Kormann (Vizepräsidentin der Hochschule Neu-Ulm), Jens Boscheinen (Hochschule Neu-Ulm), Lara Lütke-Spatz (LMU), Prof. Dr. Markus Vogt (LMU), Prof. Dr. Bernard Bleyer (OTH Amberg-Weiden) und Dr. Christoph Goppel (Leiter des Bereichs Umweltbildung im Bay. Umweltministerium). (Foto: Armbrecht/Bay. Umweltministerium)

Beispielhaft für andere Hochschulen entwickelte das Forscherteam gemeinsam mit der Universität Bayreuth, der Ostbayerischen Technische Hochschule Amberg-Weiden, der Technischen Hochschule Deggendorf und der Hochschule Neu-Ulm eine Reihe von Kriterien für Nachhaltigkeit in den Bereichen Forschung, Lehre, Betrieb, Governance, Transfer und Studierende. Diese können auch anderen Einrichtungen als Orientierung dienen.

„Dabei wird Nachhaltigkeit als ein umfassendes ethisches Ordnungs- und Handlungsprinzip verstanden, das die dauerhafte Sicherung ökologischer Tragfähigkeit, sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit sichert“, erklären die Projektverantwortlichen Prof. Dr. Ingrid Hemmer (KU) und Prof. Dr. Markus Vogt (LMU). Nachhaltigkeit wird demnach als ein Querschnittsthema gesehen, welches alle Bereiche von Hochschulen umfasst. Im Bereich Forschung werden die vielschichtigen Herausforderungen einer umwelt- und sozialverträglichen Entwicklung, wie ressourcengerechtes und klimaverträgliches Handeln, thematisiert – mit neuen Formen der Zusammenarbeit wissenschaftlicher Disziplinen; in der Lehre bedürfe es Anreize, um fachübergreifende Formate zu implementieren. Zudem sei es erforderlich, dass Nachhaltigkeit nicht nur Teil des Ressourcenmanagements, sondern in die jeweilige Hochschulkultur integriert werde – im Austausch mit Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

Die Pilothochschulen fühlten sich durch das Projekt gestärkt, den Weg hin zu einer nachhaltigeren Hochschule weiter fortzusetzen. Sie nannten aber verschiedene Aspekte, die sie derzeit daran hindern, ihrem Selbstverständnis von Nachhaltigkeit besser gerecht zu werden. So konstatieren sie derzeit einen Mangel an Fachpersonal, fehlende Förderprogramme sowie einen noch zu geringen Stellenwert von Nachhaltigkeit auf politischer Ebene. Daher wollen die vier Pilothochschulen (die auch Teil des „Netzwerks Hochschule und Nachhaltigkeit Bayern“ sind) weiterhin eng kooperieren, um voneinander zu lernen und gemeinsam die Rahmenbedingungen für mehr Nachhaltigkeit an bayerischen Hochschulen zu stärken.

Nähere Informationen zum Projekt, der ausführliche Kriterienkatalog sowie das Verständnis von Nachhaltigkeit, finden sich unter

www.nachhaltigehochschule.de/f-e-projekt-krinahobay-kriterienkatalog-nachhaltige-hochschule