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Zentralinstitut für Mittel- und Osteuropastudien
Internationales Netzwerk
Herzlich Willkommen auf den Seiten des
Internationalen Netzwerkes zur vergleichenden Erforschung
der totalitären Bewegungen des 20. und 21. Jahrhunderts
mit besonderer Berücksichtigung des Bolschewismus und des Nationalsozialismus
Herausgegeben von Leonid Luks, Alexei Rybakov und John Andreas Fuchs
Das 20. Jahrhundert, das mit einem weltweiten Siegeszug der liberal-demokratischen Systeme endete, hatte mit einer außerordentlich tiefen Identitätskrise des Liberalismus und des Parlamentarismus, mit einer Revolte gegen pluralistisch verfaßte Gesellschaften und die von ihnen vertretenen Werte begonnen. Diese Revolte, die in ihrer Radikalität alle früheren Auflehnungen dieser Art übertraf, hatte den Charakter einer Doppelrevolution. Denn die Zerstörer der Grundlagen, auf denen die europäische Kultur basierte, verwickelten ihre Verteidiger in einen Zweifrontenkrieg. Sie wurde sowohl im Namen der Gleichheit, der sozialen Gerechtigkeit und der internationalen Solidarität wie auch im Namen des hierarchischelitären Prinzips, des unversöhnlichen nationalen Egoismus und des Rassegedankens angegriffen.
Diese Fragen lassen sich trotz einer seit Jahrzehnten geführten äußerst intensiven Forschungsarbeit nicht eindeutig beantworten. Helmuth Plessner erklärt diese Entwicklung zumindest in bezug auf Deutschland unter anderem dadurch, daß es das 17. Jahrhundert "versäumt" habe, das Jahrhundert also, in dem sich der Siegeszug der Aufklärung und des politischen Humanismus anbahnte. Nicht zuletzt dieses "versäumte" Jahrhundert habe Deutschland in eine "verspätete Nation", in einen ewigen Widersacher des Westens und der ihn prägenden Ideen verwandelt.