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Forschung
Zentralinstitut für Mittel- und Osteuropastudien
Zeithistorische Streitfragen

Wir eröffnen eine neue Rubrik auf unserer Homepage, die sich mit einer Auswahl von aktuellen Streitfragen im Bereich der Zeitgeschichte befaßt. Mit Hilfe dieser Rubrik wollen wir unseren Autoren die Möglichkeit bieten, in die aktuell geführten Debatten zeitnah einzugreifen.
Der junge nordkoreanische Diktator hält zur Zeit die Welt durch seine atomaren Drohungen in Atem. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass das nordkoreanische Regime sich aufgrund seines totalitären Charakters jeglicher gesellschaftlichen Kontrolle entzogen hat und gerade deshalb zu riskanten Schritten neigt, die sowohl das Schicksal der eigenen Nation als auch dasjenige der Nachbarn aufs Spiel setzen. Die vergleichende Diktaturenforschung kennt eine Reihe anderer Regime, die demjenigen Pjöngjangs ähneln. Aber solche Parallelen interessieren den SZ-Autor Christoph Neidhart nicht.[mehr]
Wolfgang Benz, der langjährige Direktor des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin und einer der besten Kenner des Nationalsozialismus, sieht in der heutigen westlichen Islamophobie durchaus Ähnlichkeiten zum Antisemitismus des 19. Jahrhunderts (vgl. dazu u.a. seinen Artikel „Der Feind in der Wiege“ in der Süddeutschen Zeitung vom 4. Januar 2010 oder sein Zeit-Interview vom 18.November 2010 )[mehr]
Der beeindruckende Bericht des ehemaligen französischen Widerstandskämpfers Stéphane Hessel über seinen Leidensweg in den Konzentrationslagern Buchenwald und Dora wie auch über die Schrecknisse des KZ-Alltags im Allgemeinen („Wie ich Buchenwald und andere Lager überlebte“, in: F.A.Z. vom 21. Januar 2011) enthält ein überraschendes Fazit, das sehr befremdlich klingt. [mehr]
Das Bild eines bockbeinigen, nationalistischen Eisenfressers, das der SZ-Korrespondent Thomas Urban von W?adys?aw Bartoszewski, dem Beauftragten des polnischen Ministerpräsidenten Tusk für Internationale Fragen, zeichnet, irritiert schon seit geraumer Zeit.[mehr]
In seinem Beitrag „60 Jahre und kein bisschen heilig“ (Die Zeit, Nr. 20, 7. Mai 2009) wendet sich Horst Dreier gegen die Verklärung des Grundgesetzes und warnt die Bundesrepublik davor, den Weg der USA zu beschreiten, in denen „der Streit um die Auslegung der allgemein vergötterten Constitution mit einer Vehemenz ausgetragen [wird], wie sie in Europa und Deutschland glücklicherweise noch nicht (ganz) durchschlägt“. Dreier hält die emotionsgeladene Einstellung der Amerikaner zur Verfassung für totalitär und schreibt: „Die Identifizierung von Recht und Moral ist ein unverwechselbares Signum totalitärer Staaten“. Durch diesen Vergleich lässt Dreier außer Acht, dass zum Wesen der totalitären Staaten nicht nur die moralisierende Attitüde, sondern auch, und vor allem, die vollkommene Aufhebung der Gewaltenteilung gehört.[mehr]
Zur Kritik an der Auffassung von Andreas Umland, der die These vertrat, die Periode Putin stelle für Russland eine vertane Chance dar, da in ihr die positiven Elemente von Demokratie und Pluralismus aus der Jelzin-Ära weitgehend beseitigt worden seien. [mehr]
In seinem Kommentar zur Rede Wladimir Putins auf der Danziger Gedenkfeier zum 70. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges geht Thomas Urban auch auf die These Putins ein, daß "die Öffnung der Berliner Mauer zu den Verdiensten der Sowjetunion", zähle. Urban hält diese Äußerung für derart unerhört, daß er sogar darauf verzichtet, sie ernsthaft zu kommentieren (Thomas Urban,"Putin und wie er die Welt sieht", Süddeutsche Zeitung vom 2.September 2009).In Wirklichkeit unterliegt es aber für die Mehrheit der Historiker keinem Zweifel, daß sich das Schicksal der Revolutionen von 1989 an der westlichen Peripherie des Ostblocks in erster Linie in Moskau entschied.[mehr]