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Geförderte Projekte

Interdisziplinäre Nachwuchstagung

Die Maximiliana Kocher M.A. Stiftung hat die Interdisziplinäre Nachwuchstagung "Räume, Orte, Konstruktionen. (Trans)Lokale Wirklichkeiten im Mittelalter und der Frühen Neuzeit" gefördert. Sie fand am 11. und 12. März 2015 an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt statt (Bild unten) und wurde organisiert von Dr. des. Teresa Massinger, Daniela Hoffmann M.A., Nicole Koths M.A. und Oliver Sowa M.A. (Bild oben). Ein Tagungsband ist in Planung.

Verleihung des Preises der Maximiliana Kocher M.A. Stiftung 2013

Die Stellvertretende Vorsitzende der Stiftung,  Frau Dr. Claudia Friemberger, hat im Rahmen des Dies Academicus vom 12. November 2013 den Preis der Maximiliana Kocher M.A. Stiftung an Herrn Juri Leuschner M.A. überreicht. Herr Leuschner wurde für seine Magisterarbeit ausgezeichnet, die anhand von Urkunden und baulichen Überresten die Geschichte des Schlosses Hofstetten behandelt (siehe hierzu die Unterseite).

Preisträgerheft des Dies Academicus

Edition der Judenordnungen in Dennenlohe (Landkreis Ansbach)

 

Franken gehörte neben Schwaben, der Wetterau, dem Elsaß sowie dem Mittel- und Oberrheingebiet zu den zentralen Siedlungsgebieten des Judentums in der Frühen Neuzeit. Auch hier lebten die Juden vorwiegend auf dem Lande, in Dörfern, Märkten und Kleinstädten. Im Zuge des Übergangs des Judenschutzes an die Landesfürsten erhielt auch die Reichsritterschaft das zunächst königlich-städtische Privileg zur Ansiedlung und Besteuerung von Juden zugesprochen. Mit der Ausweisung aus den größeren Territorien und Städten Frankens im Verlauf des 15. und 16. Jahrhunderts entwickelten sich besonders die kleinräumigen Herrschaftsgebiete der fränkischen Ritterschaften zu einem zentralen Rückzugsgebiet für die Judenschaften. Die reichsritterschaftlichen Enklaven, die das Herrschaftsgebiet der hohenzollerschen Markgrafen sowie der Würzburger, Bamberger und Eichstätter Bischöfe durchzogen, nahmen die Flüchtlinge vielfach auf.

Damit legten die fränkischen Ritterschaften nun auch die rechtlich-normativen Rahmenbedingungen jüdischer Existenz in Form von eigenen Judenordnungen oder im Rahmen von allgemeinen Dorfordnungen fest, die von Fragen der Religionspraxis bis zum Ausmaß des wirtschaftlichen Handlungsspielraums sowie der gemeinderechtlichen Integration reichten.

In diesem Projekt steht die Erschließung einer Judenordnung der Adelsherrschaft Dennenlohe aus den Jahren 1711 und 1794 im Mittelpunkt. Diese Ordnung zeichnet sich dadurch aus, dass hier nicht nur die Rechte und Pflichten gegenüber der christlichen Gemeinde sowie der Dorfobrigkeit verschriftlicht wurden, sondern auch eine ganze Reihe an innerjüdischen, religiösen Belangen angesprochen sind. Geplant ist eine Edition des Textes, die auch den siedlungs- und gemeindegeschichtlichen Kontext der Dennenloher Judenschaft rekonstruiert.

Bearbeiter: Oliver Sowa M.A.

 

Gnadengesuche an den Kaiser im 16. Jahrhundert

 

Im 16. Jahrhundert gelangten zahlreiche Suppliken an den Reichshofrat, in denen Bürger und Bauern um eine Begnadigung von Urteilen durch die städtische oder territoriale Justiz nachsuchten. Diese Bittbriefe um Strafnachlass dokumentieren ein Beziehungsfeld zwischen Reich und Region unterhalb der Ebene der Reichsstände, an dem die nichtadelige Bevölkerung partizipierte. Wenn sich die Bittsteller in individuellen Notlagen auf den †škaiserlichen Schutz' bezogen, aktualisierten sie damit ein spezifisches Kaiserbild und eine Wirkungsebene kaiserlicher Politik, die in der Reichsgeschichte bisher wenig Beachtung gefunden haben. Im Zentrum steht zunächst das Vorhaben dieses Handlungsmuster im Rahmen der Justiznutzung im Reich plausibel zu machen, und die Präsenz des Kaisers als Gnadeninstanz durch eine quantitative Erhebung der Suppliken zu dokumentieren. Den Ausgangspunkt des Projekts bilden die Gnadengesuche aus dem Raum des heutigen Bayern, die anhand der Gratial- und Judizialakten des Reichshofratsarchivs erhoben werden. Damit wird ein exemplarischer Ausschnitt der Reichskarte gefasst, der sowohl größere Territorien, wie das Herzogtum Bayern, beinhaltet, als auch die Welt der Kleinterritorien Schwabens und Frankens. Bei der weiteren Bearbeitung stehen einerseits die Gnadengesuche als Texte, andererseits das Verfahren im Mittelpunkt. Dabei interessieren sowohl instrumentell-funktionale (Argumentationsstrategien) als auch symbolisch-expressive Vorgehensweisen (performative narrative Muster) der Bittsteller. Da die laufenden Erschließungsarbeiten der Reichshofraten in Wien ein hohes quantitatives Ausmaß dieser Suppliken zu Tage fördern, ist von einem eingeübten Verfahrensgang auszugehen, der ein wesentliches Funktionsfeld des Kaisers im Reich offen legt. Um die Reaktionen und Intentionen des Kaiserhofes auszuloten, werden neben den Wiener Reichshofratsakten auch die Überlieferungen der einzelnen städtischen bzw. territorialen Gerichte, die eine Weiterverfolgung der einzelnen Fälle ermöglichen, erschlossen.

Bearbeiterin: Teresa Sandner M.A.

 

Archivführer zur Geschichte der jüdischen Gemeinden (Altlandkreis Dinkelsbühl)

Bearbeiterin: Teresa Sandner M.A.