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Tagungen
Vergleichen, bewerten, prämieren: Dimensionen des Kompetitiven.

08.-10.12.2011, Interdisziplinäre Tagung am Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Christian-Albrechts-Universität Kiel

Wettbewerbe durchdringen viele unserer Lebensbereiche. Als Praxisformen - oder cultural performances - sind Wettbewerbe in unsere Biographien eingeflochten, sie begegnen uns in großen medialen Inszenierungen, sind grundlegende Organisationsformen des sportlichen Wettkampfs und bilden wirkungsvolle Instrumente einer wirtschaftlichen Ideologie. Wettbewerbe messen Leistung, indem sie nach quantitativen oder qualitativen Kriterien Ranglisten erstellen, die die Teilnehmer/innen - mitunter binnendifferenziert - in Gewinner und Verlierer einteilen. Immer wenn qualitative Kriterien zur Anwendung kommen, unterwerfen sich Akteure dabei machtvollen Prozessen der Aushandlung: Denn wer bestimmt mit welchen Argumenten, dass ein Hobbysänger zu Deutschlands Superstar wird, dass die Forschungsprojekte einer Hochschule exzellent sind oder dass der Entwurf für ein städtisches Gebäude architektonisch wie ästhetisch überzeugend ist?

Die Omnipräsenz von Wettbewerben und Wettkämpfen - mit Simmel der "Konkurrenz", mit Huizinga der "Agonalität" - ist inzwischen nicht nur von den Kulturwissenschaften erkannt worden, sie erfährt aus verschiedenen Perspektiven Kritik: "Es zeigt sich, dass Wettkämpfe ein großartiges Vehikel sind, um Menschen zu kollektiv irrationalem Verhalten anzustiften" (Binswanger 2010: 58) argumentierte etwa der Schweizer Volkswirtschaftler Mathias Binswanger und setzte dem von ihm konstatierten "Wettbewerbsenthusiasmus" (ebd.: 45) eine kritische, ökonomische Sichtung entgegen. Künstlich würden im Bildungs- und Gesundheitswesen, in der Wissenschaft oder im öffentlichen Sektor Wettbewerbe installiert, um damit eine vermeintlich höhere Effizienz zu provozieren. Anders gelagert sind etwa pädagogische Reflektionen dazu, wie Wettbewerbe "als externe Unterstützungs- und Anreizsysteme" (Beutel und Marwege 2007: 205) im schulischen Unterricht gezielt eingesetzt werden können.

Diese beiden Pole einer wissenschaftlichen Einschätzung sowie die lebensweltliche Breite des Phänomens möchte die interdisziplinäre Tagung zum Anlass nehmen, sich mit den komplexen Dimensionen des Kompetitiven in Geschichte und Gegenwart auseinanderzusetzen.

Interdisziplinäre Beiträge können folgende thematische Schwerpunkte diskutieren und dabei Akteure, Praxen und Diskurse von Wettbewerben fokussieren.  Dabei sind theoretische oder empirische Beiträge (auch Qualifikationsarbeiten), die in historischer oder synchroner Perspektive grundiert sein können, gleichermaßen willkommen:

1. Performanzen des Kompetitiven

- Wie lassen sich Wettbewerbe als Praxisformen analytisch fassen?
- Nach welchen performativen Mustern sind Wettbewerbe organisiert?
- Inwiefern zitieren, kopieren, parodieren Wettbewerbe?
- Lassen sich Praxen des Kompetitiven differenzieren?
- Welche performativen Strategien entwickeln Akteure, um sich und ihre Leistungen zu inszenieren oder um Wettbewerbslogiken zu unterwandern?

2. Diskurse einer umstrittenen Praxis
- Welche Akteure bewerten und nutzen Wettbewerbe in welcher Form?
- Welche wissenschaftlichen Positionen befassen sich auf welche Weise mit kompetitiven Mustern?
- Welche Wirkungen werden Wettbewerben diskursiv eingeschrieben?
- Wie und aus welcher Perspektive formieren sich Argumente einer Wettbewerbskritik?

3. Machtvolle Hierarchisierungen
- Wie und mit welchen Zielen werden Bewertungskriterien ausgehandelt?
- Inwiefern und mit welchen kulturellen Logiken formatieren Wettbewerbe ihre Teilnehmer/innen?
- Wie manifestieren sich in Wettbewerben Macht und Hierarchie?

Beiträge im Umfang von maximal 350 Wörtern sind mit einer kurzen biografischen Notiz bis zum 09.03.2011 einzureichen an Markus Tauschek: tauschek(at)volkskunde.uni-kiel.de.

Vorträge sollten für eine Dauer von 20-30 Minuten konzipiert sein. Eine Publikation der Ergebnisse ist vorgesehen. Wir bemühen uns derzeit um eine Finanzierung der Tagung.

Tagung: Audioarchive: Bewahren - Erschließen - Erforschen - Nutzen

14.-17.09.2011 im Alexander von Humboldt-Haus, Münster

Bis ins 19. Jahrhundert hinein waren schriftliche Zeugnisse und bildliche Überlieferungen die einzigen Quellenarten, die über kulturelle Erscheinungen Auskunft geben konnten. Mit der Erfindung des Phonographen 1878 und weiteren Tonaufnahmegeräten in den folgenden Jahrzehnten eröffneten sich nach und nach neue Dimensionen zur Dokumentation des Alltagslebens. Heute lagern die erhaltenen Bestände in Archiven, häufig ohne zeitgemäße Sicherung und Erschließung.

Große Teile des Materials sind bislang durch die Musikethnologie nur am Rande ausgewertet worden und so stellt sich gerade im Zuge des zunehmend drohenden Verfalls insbesondere von Audioaufnahmen die Frage nach einer zeitgemäßen Aufbereitung, Erschließung, Darstellung und umfassenden Erforschung um so dringlicher.

Welche Bestände beherbergen Audio- und Liedarchive in Europa? Wie lassen sich historische Tonaufnahmen, schriftlich fixierte Lieder und handschriftliche Liederbücher langfristig archivieren und gleichzeitig für Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich machen? Welche aktuellen Forschungsansätze und Studien befassen sich mit den Beständen aus (regionalen) Volkslied- und Tonarchiven und welche Erfahrungen haben Wissenschaftler und Archivmitarbeiter mit den vorhandenen Archivalien gemacht? Auf welcher Basis können sich internationale Archive mit vergleichbaren Beständen vernetzen?

Diese Fragen stehen im Zentrum der internationalen Tagung "Audioarchive: Bewahren - Erschließen - Erforschen - Nutzen", die am 15. und 16. September 2011 im Alexander von Humboldt-Haus, Münster i. W., stattfindet (Anreise: 14. September,

Abreise: 17. September).

Erbeten werden Beiträge von Archivmitarbeitern als Repräsentanten von Audio- und schriftlichen Liedbeständen sowie von Wissenschaftlern als Vertreter der Nutzerseite. Neben einem Erfahrungsaustausch ist die Vorstellung von neueren oder noch in Arbeit befindlichen Forschungsarbeiten erwünscht.

Bitte senden Sie Ihre Abstracts bis zum 30.11.2010 an

Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie

Dr. Jutta Nunes Matias

Scharnhorststraße 100

48151 Münster

Telefon: 0251/83-24400

E-Mail: jnune_01(at)uni-muenster.de

Der Vortrag sollte etwa eine Länge von 30 Minuten haben; 15 Minuten sind für eine anschließende Diskussion eingeplant. Die spätere Publikation der Beiträge in einem Tagungsband ist vorgesehen.

Repräsentationen der Zukunft. Zur kulturellen Matrix des Prognostischen

07./08.07.2011, Universität Münster, Festsaal im Schloss (Schlossplatz 5)

Zukunft ist eine soziale und kulturelle Schlüsselkategorie, mit welcher der Mensch in allen seinen Lebensbereichen täglich konfrontiert ist. Um seine soziale Existenz zu generieren, muss er Zukunft planen, erwarten, entwerfen, denken, ahnen und organisieren. Hierbei stellt ihm die Gesellschaft ein Kontingent an prognostischen Praktiken, Erkenntnistechniken und Wissensmodellen zur Verfügung, die sich in den unterschiedlichsten Einsatzfeldern (Ökonomie, Politik, Wissenschaft, Religion usw.) historisch bewährt haben bzw. noch immer bewähren. Auswahl und Beschaffenheit der Methoden zur Konzeptualisierung von Zukunft sind kulturell kodiert - das heißt sie sind Teil einer kulturellen Matrix.

Ziel des Münsteraner Symposiums ist es, diese Kodierung in den Blick zu nehmen und sich im interdisziplinären Zugang der Frage nach den Beziehungen und Interdependenzen zwischen den Strukturen kultureller Gruppen und den jeweils angewandten prognostischen Verfahren und Zukunftsvorstellungen zu widmen. Dazu wird zu überprüfen sein:

1.     welche Vorhersagetechniken in den jeweiligen epistemischen Kontexten wie Ökonomie, Politik, Religion, Wissenschaft bzw. in unterschiedlichen ethnischen, sozialen oder beruflichen Gruppen zum Tragen kommen und vor allem auf welchen paradigmatischen Grundannahmen sie beruhen,

2.     wie dabei die Kategorien der Planung, der Sicherheit, des Vertrauens, des Risikos, des Wissens und Glaubens etc. gewichtet werden,

3.     auf welche Zeithorizonte sich prognostisches Wissen und Zukunftsbewusstsein beziehen,

4.     welche sozialen und lebensweltlichen Radien die Prognosen erfassen (Individuum, Mikroebene, Makroebene, globale Strukturen, Universalien),

5.     welche Systemeigenschaften Zukunftsentwürfe aufweisen (systemstabilisierend, statisch, regenerativ vs. systemverändernd, dynamisch, konstruktiv),

6.     ob und inwiefern sich die Haltung der Zukunft gegenüber als aktives Handeln oder passives Erwarten gestaltet,

7.     welche Differenzen prognostische Wissensproduktion und Zukunftsbewusstsein im interkulturellen und historischen Vergleich aufweisen.

Zur Beantwortung dieser Fragen ist eine interdisziplinäre und internationale Ausrichtung des Symposiums geboten. Daher sind die Vertreter aller mit dieser Thematik befassten Wissenschafts- und Praxisbereiche (Geistes-, Kultur-, Sozial- und Naturwissenschaften) herzlich eingeladen, die oben genannten Fragen aus ihrer fachspezifischen Perspektive zu diskutieren. Erbeten werden Vorschläge zu Fachvorträgen, die eine thematisch-disziplinäre Expertise mit einer grundlegenden Reflexion auf die kulturelle und soziale Logik von Zukunftswissen verbinden. Zum Teilnehmerkreis sollten Vertreter aus Bereichen gehören wie Ethnologie, Geschichte, Volkskunde, Philosophie, Kultur- und Ideengeschichte außereuropäischer Kulturen, Literaturwissenschaft, Kunst, Kunstgeschichte, Religionswissenschaft und Theologie, Soziologie, Politikwissenschaft, Ökonomie, Ökologie, Medizin, Biologie, Mathematik, Physik, Meteorologie usw.

Vorschläge mögen Sie bis zum 31. Dezember 2010 per Post oder Email an die oben angegebene Adresse schicken. Sie sollten neben dem Titel des geplanten Vortrags eine Zusammenfassung (Inhalt und Hauptthesen) von nicht über zwei Seiten Umfang enthalten. Über die Annahme informieren wir Sie Anfang des Jahres und werden das genaue Programm im März 2011 veröffentlichen. Auf Ihre Ideen und Ihre Beiträge freuen sich die Organisatoren,

 

Organisatoren: Prof. Dr. Andreas Hartmann, Oliwia Murawska, M.A.

Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie

Scharnhorststraße 100

48151 Münster

Tel.: 0251/8324400, 8324402

Email:

volkskunde.institut(at)uni-muenster.de

andreas.hartmann@uni-muenster.de

13. Arbeitstagung der Kommission Frauen- und Geschlechterforschung in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (dgv)  Eingreifen, Kritisieren, Verändern!? Ethnographische und genderkritische Perspektiven auf Interventionen

Kommission Frauen- und Geschlechterforschung in der dgv in Kooperation mit dem Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt Universität zu Berlin, und dem Institut für Europäische Ethnologie/Kulturanthropologie, Universität Göttingen

30.06. - 02.07.2011, Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität zu Berlin

Engagierte und kritische Wissenschaft, künstlerische Projekte im öffentlichen Raum und die Hinwendung zur Praxisorientierung - der Anspruch, in Bestehendes hineinzuwirken, hat in den letzten Jahren

(erneut?) an Bedeutung gewonnen. Vielfältige Formen des Kritisierens, Eingreifens und Veränderns sind unter dem Stichwort "Interventionen" versammelt. Einerseits wirkt das Label "Intervention" hier fast wie ein Freibrief, der kritische Befragung und theoretische Reflexion erst gar nicht aufkommen lässt. Andererseits scheinen die Möglichkeiten von Anwendungsorientierungen und wissenschaftlich fundierten Praxisformen noch nicht ausgeschöpft. Die 13. Arbeitstagung der Kommission Frauen- und Geschlechterforschung in der dgv lädt zur Diskussion über Möglichkeiten, Potentiale und Grenzen eingreifender Wissenschaftspraxen aus empirisch kulturwissenschaftlicher/europäisch ethnologischer Perspektive ein.

Dies bietet sich auch vor dem Hintergrund der Geschichte der - insbesondere auch disziplinären - Geschlechterforschung an, die im Kontext der Frauenbewegung entstand und geprägt ist von Utopien wie Praktiken des eingreifenden Handelns. Letztlich kann die Frauen- und Geschlechterforschung als fortlaufende Intervention gelesen werden: als immer wieder neu perspektiviertes Eingreifen in bestehende Wissensordnungen und Denkweisen, als stetes Bestreben, etablierte

Wahrnehmungs- und Beschreibungsmodi der sozialen Welt zu durchbrechen, um Handlungsräume zu öffnen. Dabei trat und tritt feministisch orientierte empirische Forschung häufig mit dem Anspruch an, sich in gesellschaftliche Verhältnisse einzumischen, emanzipative Politiken zu stützen und mit und im Interesse der Beforschten zu arbeiten. Gerade auch die ethnographisch bzw. historisch arbeitende Geschlechterforschung war immer wieder Ort der Aushandlung über Aus- und Einschlüsse, begleitet von Diskussionen über Effekte von Parteilichkeit und der Positioniertheit der eigenen Wissensproduktion.

Formen und (Un-)Möglichkeiten der "Intervention" mit ihren jeweiligen Geschichten, die damit verbundenen Vorstellungen zum Verhältnis von Wissenschaft und Politik bzw. Praxis sowie die darin aufscheinenden Utopien wie Dystopien sollen ins Zentrum der Vorträge, Diskussionen und Workshops der 13. Arbeitstagung der Kommission Frauen- und Geschlechterforschung gerückt werden - mit dem Ziel, Handlungsräume einer empirisch kulturwissenschaftlichen Geschlechterforschung in der gegenwärtigen Gesellschaft auszuloten.

Wir bitten daher um Beitragsvorschläge zu folgenden Feldern und Aspekten des Oberthemas Interventionen:

Erstens wollen wir danach fragen, wie das Potential alltagsweltlicher Interventionen in seiner Komplexität mit ethnographischen/empirischen Methoden beschrieben und kulturanalytisch theoretisiert werden könnte.

Was kann Intervenieren meinen, wenn die Kontingenz und Komplexität des Sozialen immer augenscheinlicher und Parteinahmen dadurch zunehmend ambivalenter werden? Wie können Asymmetrien, die zwischen Forscher_innen und Beforschten notwendig bestehen, angemessen reflektiert und vermittelt werden? Wie können wir umgekehrt auf Anforderungen reagieren, "verwertbares" Wissen zu produzieren, wie grenzen sich kritische Interventionen von dieser Evaluationslogik ab und welche Rolle spielen Prozesse des Wissenstransfers in diesem Feld? Wie können Widerstandsformen und Handlungsräume kulturtheoretisch fundiert beschrieben werden?

Zweitens und daran anschließend wollen wir die Interventionen einer kritischen Revision unterziehen, die - früher wie gegenwärtig - mit dem Anspruch des "Agierens für" oder im Modus des "Handeln mit" auftreten.

Gefragt sind Erfahrungsberichte und kritische Analysen der Interaktion zwischen Forscher_innen und Beforschten, zwischen "Praktiker_innen" und "Wissenschaftler_innen", zwischen Kunst und Wissenschaft, die diese und andere Formen des Dazwischens - aus geschlechtertheoretischer, postkolonialer, queerer Perspektive - in den Blick nehmen. Wie korrelieren normative bzw. politische Zielsetzungen mit Epistemologien und Methodologien der Europäischen Ethnologie/Kulturanthropologie/Volkskunde und wo treten sie in Widerspruch zueinander?

Drittens sollen Formen wie Effekte feministischer Intervention in die Europäische Ethnologie/Kulturanthropologie/Volkskunde genauer in den Blick genommen werden: Wie wurde durch feministische, gendertheoretische, auf Weiblichkeit, Männlichkeit und Geschlechterarrangements zielende Perspektivierungen das Fach neu vermessen? Wie wirkte das Verhältnis zu Frauenbewegungen in geschlechtersensible oder/und frauenaffine Wissenschaftskritik hinein?

Mit diesen Stichworten laden wir zu einem fachgeschichtlichen Rückblick ein, der - auch vor dem Hintergrund gegenwärtiger Interventionen in die Gender Studies zum Beispiel aus rassismustheoretischer, postkolonialer und queerer Perspektive - Formen und Effekte der Geschlechterforschung im Fach befragt.

Und viertens schließlich interessiert uns, wie die enge Verbindung zur Frauenbewegung bzw. zu anderen sozialen Bewegungen in Forschungsagenden wie Designs der empirischen Kulturwissenschaft/Europäischen Ethnologie hineinwirkte und dabei Epistemologien wie Methodologien strukturierte, um daran anknüpfend nach dem gegenwärtigen Verhältnis zu politischen Bewegungen zu fragen: Wo sind Synergieeffekte zu verzeichnen, wo wirken politische normative Ordnungen hemmend auf ethnographisches Arbeiten?

Wie wirken im Umkehrschluss erreichte Institutionalisierungen der

Frauen- und Geschlechterforschung/Gender Studies auf intervenierendes Handeln zurück? Gesucht werden auch hier Erfahrungsberichte und Analysen ethnographischen/historischen Arbeitens in politischen bzw.

gesellschaftlichen Konfliktfeldern, die Antworten darauf bieten, wie das Spannungsverhältnis von Politik und Wissenschaft produktiv gemacht wurde und/oder werden kann bzw. wo die Zusammenarbeit scheitert(te).

Bei der geplanten Tagung sollen Diskussionen und wechselseitige Kommentierungen im Zentrum stehen. Neben "klassischen Vortragsformaten" sind auch Kurzpräsentationen, Kommentare, Streitgespräche, und anderes geplant. Die Vorbereitungsgruppe wird nach dem Eingang der Beitragsvorschläge überlegen, wie die Tagung im Sinne einer möglichst ergiebigen Diskussion gestaltet werden könnte. Die Papiere sollen im Vorfeld zirkuliert werden, und es sind ausdrücklich Vorschläge für Workshops oder Formen der Intervention erwünscht.

 

Wir freuen uns über Vorschläge für Vorträge und/oder Workshops aus allen empirisch arbeitenden Sozial- und Kulturwissenschaften. Die Abstracts in einer Länge von max. 2000 Zeichen sollen Fragestellung, empirischen Hintergrund und Thesen deutlich machen sowie kurze Angaben zur Person enthalten.

Bitte senden Sie Vorschläge bis zum 30.12.2010 an beate.binder(at)rz.hu-berlin.de

 

Eine Publikation der Beiträge ist geplant.

Konzeption und Organisation:

Vorbereitungsgruppe des Instituts für Europäische Ethnologie, HU: Beate Binder, Manuela Bojadzijev, Katrin Ebell, Ute Frings-Merck, Anika Keinz, Tillie Kluthe, Michi Knecht, Todd Sekuler, Fred von Bose Kommission Frauen- und Geschlechterstudien: Sabine Hess

 

Working Conference: "Heritage Regimes and the State: Nomination, Implementation, Regulation"

17. - 19.06.2011

The interdisciplinary Göttingen DFG-Research Group on Cultural Property jointly with the Institute of Cultural Anthropology/European Ethnology at the University of Göttingen is pleased to announce an international working conference on "Heritage Regimes and the State: Nomination, Implementation, Regulation" from June 17-19, 2011.

Heritage research has blossomed into a vast area of interdisciplinary research. Our working  conference aims for a comparative perspective on the diverse implementations of the heritage regime in different political systems. UNESCO heritage conventions have to be ratified by member states and not all states have opted to ratify every heritage option developed by UNESCO since 1972. Once a convetion is ratified, it is up to the individual state to generate institutions and processes for the selection, nomination and implementation of a given element of the World Heritage regime. Diverse modes of governance have thus developed, each with their own effects on heritage sites and practices and the actors associated with them on local, regional, and national levels. Working from a shared set of questions, the conference features presentations and joint discussions with international scholars who all have done ethnographic research in the realm of heritage or heritage-prone practices; they will summarize case studies touching on states' handling of intangible and tangible heritage, cultural landscapes, and heritage in the making. A link to the preliminary program will appear by the end of February on our website: http://www.uni-goettingen.de/de/86656.html

External guests are warmly invited to attend this working conference. Due to limited capacities we kindly ask for early registration, at the latest by May 1, 2011. The conference fee of ? 15 will cover coffee breaks, two on site lunches as well as conference materials.  To register, please contact Arnika Peselmann at apeselm(at)gwdg.de or:

Arnika Peselmann und Aditya Eggert

DFG FOR 772, Cultural Property

Georg-August-Universität,

Baurat-Gerber-Straße 4-6

D-37073 Göttingen

Tagung: Zeitzeugen im Museum

 12. Oktober 2011 - 14. Oktober 2011

Anmeldeschluss: 30.09.2011

Tagung des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg, und des Schlesischen Museums zu Görlitz

Aus zeithistorischen Ausstellungen sind Zeitzeugen und ihre Erinnerungen gegenwärtig kaum mehr wegzudenken; gleichzeitig wird dieser subjektive Zugang zur Geschichte kritisch hinterfragt.
Die Tagung untersucht die Rolle und Funktion des Zeitzeugen am Beispiel von Museen und Ausstellungen zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Die Fragestellungen betreffen u. a. theoretische und methodische Grundlagen der Einbeziehung von Zeitzeugen in museale Kontexte, Authentizität und Repräsentativität der individuellen Erinnerung sowie das Rezeptionsverhalten der Museumsbesucher.
Die Tagung steht im Kontext des Dokumentationsprojekts Zeitzeugenberichte zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (s. http://www.bkge.de/43010.html).

Programm

Mittwoch, 12.10.

Anreise, Gelegenheit zum individuellen Besuch der Dauerausstellung des Schlesischen Museums und/oder der 3. Sächsischen Landesausstellung "Via Regia - 800 Jahre Bewegung und Begegnung"

18:00 Markus Bauer, Matthias Weber: Begrüßung und Einführung in das Thema

Sabine Deres (Bonn): Die Thematik "Zeitzeugen" in der Förderung des Beauftragtender Bundesregierung für Kultur und Medien

Martina Pietsch (Görlitz): "Lebenswege ins Ungewisse" - die Begegnung mit Zeitzeugen in einer Sonderausstellung des Schlesischen Museums zu Görlitz;anschließend: Besuch der Sonderausstellung

Donnerstag, 13.10.

Moderation: Heinke Kalinke (Oldenburg)

9.00 Jörg Skriebeleit (Flossenbürg): Das Verschwinden der Zeitzeugen - Metapher eines Übergangs. 

9.45 Steffi de Jong (Trondheim): "Musealisierte Erinnerung". Zur Figur des Zeitzeugen in zeithistorischen Museen außerhalb Deutschlands.

11.00 Tim Völkering (Berlin): Zeitzeugen in historischen Sonder- und Wanderausstellungen zu den Themen Flucht, Vertreibung und Integration.

11.45 Uta Bretschneider, Ira Spieker (Jena, Dresden): Vertriebene in Südthüringen. Zur Musealisierung biographischer Brüche und zum Wandel ländlicher Lebenswelten.

12.30-14.30 Mittagspause

Moderation: Matthias Weber (Oldenburg)

14.30 Rosmarie Beier-de Haan (Berlin): "Erinnerte Geschichte - Inszenierte Geschichte" - Zur Funktion von Zeitzeugen in zeithistorischen Ausstellungen im Kontext einer neuen Geschichtskultur.

15.15 Daniel Baranowski (Berlin): Sprechen trotz allem. Die Konzeption des Interviewprojektes der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Fußweg in das Muzeum ?u?yckie, ca. 10 Minuten

16.15 Piotr Arcimowicz (Zgorzelec): Führung durch die Ausstellung: Migration in Zgorzelec 1945 - 1950 im Lausitz-Museum/ Muzeum ?u?yckie

20.00 Öffentliche Abendveranstaltung des Kulturreferenten für Schlesien: Theodor Buhl liest aus seinem Roman Winnetou August

Freitag, 14.10.

Moderation: Markus Bauer (Görlitz)

9.00 Andreas Kossert (Berlin): Zeitzeugen in der Konzeption der Dauerausstellung der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung.

9.45 Joachim Mähnert (Lüneburg): Der Mensch - das Exponat. Die Bedeutung von Zeitzeugen und Authentizität bei der Neukonzeption des Ostpreußischen Landesmuseums.

10.30 Marita Krauss (Augsburg): Zeitzeugen im Museum oder ein Museum der Zeitzeugen? Interviews mit Sudetendeutschen und Tschechen als Beispiel.

11.15 Schlussdiskussion, Tagungsende

Anmeldung: Die Tagung ist öffentlich. Um Anmeldung bis zum 30.09.2011 wird gebeten an das

Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa

Johann-Justus-Weg 147a

D 26127 Oldenburg

++49 (0)441-96195-0

Bkge(at)bkge.uni-oldenburg.de

Transmortale II: Neue Forschungen zum Thema Tod

18./19.03.2011, Museum für Sepulkralkultur, Kassel, Weinbergstraße 25-27, 34117 Kassel

Veranstalter: Universität Hamburg (Prof. Dr. Norbert Fischer, Anna-Maria Goetz MA, Susanne Möllers MA, Adrian Anton MA) und AG Friedhof und Denkmal/Museum für Sepulkralkultur, Kassel (Prof. Dr. Reiner Sörries, Andreas Ströbl, Dagmar Kuhle)

Die Themen Sterben, Tod und Trauer rücken seit einigen Jahren immer mehr in den Fokus der fächerübergreifenden Forschung. Disziplinen wie die Archäologie, Ethnologie, Volkskunde/Kulturanthropologie oder Kunstgeschichte beschäftigen sich seit jeher mit Gräbern und Begräbnisplätzen. Inzwischen interessieren sich jedoch ganz unterschiedliche Disziplinen für den Wandel der Trauer- und Bestattungskultur wie z.B. die Soziologie, Psychologie, aber auch Geschichte, Geschlechterforschung und Medienwissenschaften.

Der Workshop, der wegen großen Interesses bereits zum zweiten Mal stattfindet, ist offen für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Nachwuchsforschung. Ziel ist es, aus unterschiedlichen Disziplinen und Ansätzen neue Forschungsperspektiven in Kurzreferaten vorzustellen und in einer größeren Fachrunde zu diskutieren - so können aktuelle Fragen und Ergebnisse interdisziplinär beleuchtet und inhaltliche Gemeinsamkeiten transdisziplinär zusammengeführt werden. Die "Transmortale" findet jährlich statt und bietet über den Workshop hinaus eine Plattform für das Forschungsfeld Sterben, Tod und Trauer.

Anmeldeschluss: 13.3.2011

Teilnahme-Beiträge: 40,- € / 25,- € erm. (Studenten)

Anmeldung: Ines Niedermeyer

Weinbergstr. 25-27

34117 Kassel

0561-9189340

E-Mail: sekretariat(at)sepulkralmuseum.de

SIEF Conference Workshop W101: 'Shaping students'

17th -21st April 2011 in Lisbon

Studying a discipline such as ethnology is not just about generating knowledge in a specific academic field, it also influences the everyday life of its participants and defines their identities.

The workshop seeks to address what 'ethnology' means or entails in particular national scholarly contexts and how change affects its contours. Considering from a neutral perspective, we can state the reducing or disestablishing of national singularities to the benefit of transnational compatibility during the process of harmonizing the different national systems. In the course of the 'econimization' of administrative structure and academic culture in the universities, the life as a student changes, too.

In addition to the severe impact on how higher education works - leading to significant changes in the formal process of degree work - this educational Europeanisation also influences the ways in which we study and teach ethnology, and therefore it has a large impact on students' everyday lives. Extensive student protests in numerous European countries are a result of this massive restructuring. Are those protests affected or caused by the Bologna reforms in all countries, or is the process also understood as beneficial for the quality of academic instruction, and research?

Graduates and students of ethnology all over Europe and beyond are connected with 'their' discipline, working with its distinct approaches and methods. Some move on to the more or less free economy, others rise as the next generation of scholars and lecturers. Therefore, today's student culture offers perspectives on where ethnology is headed. Considering a European perspective, we can compare our different national experiences and observations to unfold gaps and divides within Europe, but also to reveal similarities which might point the direction of tomorrow's European ethnology.

This discussion-based workshop aims to achieve an overview of how students perform and feel 'their' ethnologies in Europe and beyond and how this affects students' everyday lifes in their local, regional and national context. Who are we as students of ethnology and where do we take the field? Modern instruments and techniques of moderation will be used intensively during the workshop. Therefore, we welcome papers with a strictly localized perspective as well as comparative ones that give an analytical overview on how the discipline is reacting to the Bologna accords.

This workshop especially invites participants below PhD level in order to give younger students the opportunity to take part in an international conference.  A publication of the workshop's results is intended.

 

 

Konferenz: Materialitäten. Herausforderungen für die Sozial- und Kulturwissenschaften

19. Oktober 2011-20. Oktober 2011, Philosophicum (P1-3) der Universität Mainz

Deadline: 30.09.2011

Interdisziplinäre Tagung des Arbeitsbereichs Wissen - Bildung - Qualitative Methoden am Institut für Soziologie und des Forschungszentrums Social and Cultural Studies Mainz (SOCUM) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

In den Sozial- und Kulturwissenschaften wurde in jüngerer Zeit ein "material turn" postuliert: Soziologie und Anthropologie, Medien- und Buchwissenschaften, Kunst und Architektur, Literatur- und Sprachwissenschaften, Wissenschafts- und Technikforschung, Geschichts- und Erziehungswissenschaften und weitere Disziplinen interessieren sich aus der Perspektive ihres jeweiligen Faches für die materiellen Aspekte von Medien und Erziehung, Technik und Texten, ökonomischen Transaktionen und künstlerischen Produkten - und damit für die materiellen Bedingungen der Wissensproduktion und der Performanz sozialer Praktiken. Dinge erscheinen als Träger von Erinnerungskulturen, als soziale Akteure, Heilsvermittler, Objekte von Repräsentation (z.B. Bilder und sprachliche Zeichen), als Bedingungen und Beschränkungen von sozialer Praxis. Materialität, das scheint all diesen Ansätzen gemein, wird verstanden als Bedingung von (Wissens-)Kulturen.

Die Tagung "Materialitäten. Herausforderungen für die Sozial- und Kulturwissenschaften" möchte Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen mit ihren je unterschiedlichen Zugängen zum Materiellen zusammenführen. Die interdisziplinäre Diskussion soll zu einer Sondierung des Feldes sozial- und kultur-wissenschaftlicher Untersuchung von Materialität beitragen und die Erarbeitung neuer Perspektiven sowie übergreifender kulturwissenschaftlicher Konzeptionen fördern.

Tagungsort ist das Philosophicum (P1-3) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Organisation:
Prof. Dr. Herbert Kalthoff, Institut für Soziologie
Prof. Dr. Walter Bisang, SOCUM
Torsten Cress, M.A., Institut für Soziologie
Tobias Röhl, M.A., Institut für Soziologie
Vanessa Wein, studentische Hilfskraft, Institut für Soziologie

Programm

Mittwoch, 19. Oktober 2011

08:30 Uhr                     P1: Eröffnung

08:45 Uhr                     P1: Plenarvortrag Urs Stäheli (Hamburg)

09:30-10:00 Uhr:       Pause

10:00-12:15 Uhr        P2: Sektion 1A, Dinge des Alltags

10:00-10:40 Uhr        Klara Löffler (Wien): Die Neuanschaffung. Praktisches Wissen im Test

10:40-11:20 Uhr        Sven Grampp (Erlangen-Nürnberg): Button Up. Die Spur der Ansteckplakette

11:20-11:35 Uhr:       Pause

11:35-12:15 Uhr        Nils Ellebrecht (Freiburg/Breisgau): "In case of emergency..." Zur Materialität der Notfalltechnik

10:00-12:15 Uhr        P3: Sektion 1B, Technik

10:00-10:40 Uhr        Cornelius Schubert (Berlin): Wie wirkt Technik? Von der generellen zu einer spezifischen Betrachtung

10:40-11:20 Uhr        Manfred Mai (Duisburg-Essen): Die materielle Dimension der Technik. Sachzwang oder ideologisches Konstrukt

11:20-11:35 Uhr:       Pause

11:35-12:15 Uhr        Stefan Wünsch (Berlin): Mit Schrauben und Muttern den Geschlechterunterschied festlegen. Die ersten gynäkologischen Untersuchungsstühle

12:15-14:00 Uhr:       Mittagspause

14:00-15:00 Uhr        P1: Plenarvortrag Janet Hoskins (Los Angeles)

15:00-15:20 Uhr:       Pause

15:20-18:20 Uhr        P2: Sektion 2A, Kunst und Literatur

15:20-16:00 Uhr        Uwe C. Steiner (Mannheim): Vom Materialismus zur Materialität. Wie die Literatur des 19. Jahrhunderts handlungsmächtige Dinge entdeckt

16:00-16:40 Uhr        Tanja Prokic (München): Der materialistische Imperativ. Vom Organismus Kunst und der Wahrnehmungsmaschine Mensch

16:40-17:00 Uhr:       Pause
17:00-17:40 Uhr        Sakine Weikert (Berlin): Epistemische Spiegelbilder des Menschen? Fotografierte Dinge in der Gegenwartskunst

17:40-18:20 Uhr        Marcella Biasi (Frankfurt/Oder): Verdinglichung der Form, Resistenz der Sprachbilder. Ein Versuch über die Materialität als Paradigma der Lyrik

15:20-18:20 Uhr        P3: Sektion 2B, Dinge und Wissen

15:20-16:00 Uhr        Stefanie Firyn (Berlin): Zwischen Typus und Staub

16:00-16:40 Uhr        Jörg Potthast (Berlin): Technik außer Betrieb

16:40-17:00 Uhr:       Pause

17:00-17:40 Uhr        Helga Kelle, Marion Ott, Anna Schweda (Frankfurt/Main): Zur Materialität entwicklungsdiagnostischer Praktiken in kindermedizinischen Untersuchungen. Instrumenten- und praxisanalytische Rekonstruktionen

17:40-18:20 Uhr        Frederike Felcht (Mannheim): Märchenhaft realistisch. Hans Christian Andersens Dingwelten

18:20-19:00 Uhr:       Pause

19:00-20:00 Uhr        P1: Plenarvortrag Bill Brown (Chicago)

Donnerstag, 20. Oktober 2011

09:30-12:30 Uhr        P2: Sektion 3A, Konzepte

09:30-10:10 Uhr        Stefanie Samida, Manfred Eggert (Tübingen): Das Materielle in den Kulturwissenschaften. Metatheoretische Reflexionen

10:10-10:50 Uhr        Hans Peter Hahn (Frankfurt/Main): Orientierung/Desorientierung durch Dinge. Wahrnehmungen der Umwelt und die Konstituierung des Ichs

10:50-11:10 Uhr:       Pause

11:10-11:50 Uhr        Anna Henkel (Bielefeld): Materialität und Dinglichkeit. Ansätze einer Kulturtheorie der Dingzusammenbrüche

11:50-12:30 Uhr        Lars Frers (Hamburg): Materialität in Bewegung

09:30-12:30 Uhr        P3: Sektion 3B, Sozialisation und Bildung

09:30-10:10 Uhr        Arnd Michael Nohl (Hamburg): Sozialisation in konjunktiven Transaktionsräumen. Zum Aufwachsen mit materiellen Artefakten

10:10-10:50 Uhr        Barbara Asbrand, Matthias Martens (Frankfurt/Main): Die Rolle der Dinge in schulischen Lernprozessen rekonstruieren. Methodische Möglichkeiten

10:50-11:10 Uhr:       Pause

11:10-11:50 Uhr        Georg Breidenstein (Halle-Wittenberg): Die Didaktik des "Materials". Beobachtungen aus einer Montessori-Schule

11:50-12:30 Uhr        Estrid Sí¸rensen (Bochum): Materialität und Subjektivität

12:30-14:00 Uhr:       Mittagspause

14:00-15:00 Uhr        P1: Plenarvortrag Peter-Paul Verbeek (Enschede)

15:00-15:20 Uhr:       Pause

15:20-18:20 Uhr        P2: Sektion 4A, Raumartefakte

15:20-16:00 Uhr        Stefanie Duttweiler (Basel): Predigende Tische, Stühle, Wände? Eine empirisch-explorative Resonanzanalyse zur materialen (Re-)Produktion religiösen Wissens

16:00-16:40 Uhr        Christine Schnaithmann (Berlin): Frank Lloyd Wrights Larkin Building, 1906-1950

16:40-17:00 Uhr:       Pause

17:00-17:40 Uhr        Henriette Steiner (Zürich): While We Wait… - When the City becomes a Place for Intermissions, Halts, Interruptions and Delays

17:40-18:20 Uhr        Michael Liegl (Mainz): Gebäude, Artefakte, Wirkungen. Der materielle Raum als Aktant

15:20-18:20 Uhr        P3: Sektion 4B, Vergangenes und Erinnerung

15:20-16:00 Uhr        Ralph Buchenhorst (Halle-Wittenberg): Ding und Gedenken. Zur Bedeutung von Authentizität und Materialität in Erinnerungskulturen

16:00-16:40 Uhr        Bettina Bildhauer (St Andrews): Wer ist? Wer handelt? Wer weiß? Subjekt-Objekt-Netzwerke in der mittelalterlichen Kultur

16:40-17:00 Uhr:       Pause

17:00-17:40 Uhr        Günther Schörner (Erlangen-Nürnberg): Götter und Töpfe. Zur Materialität von Kultur im Imperium Romanum

17:40-18:20 Uhr        Markus Hilgert (Heidelberg): "Materiale Textkulturen" - Zum heuristischen Potential von rezenten Theorien zu Materialität, Artefakten und Praktiken in den text-interpretativen historischen Kulturwissenschaften

18:20-19:00 Uhr:       Pause

19:00-20:00 Uhr        P1: Georg Forster Lecture Bruno Latour (Paris)

Informationen zur Tagung sowie zur Anmeldung und Anreise finden Sie auf der Tagungshomepage: www.materialitaeten.socum.uni-mainz.de, um Anmeldung auf der Homepage wird gebeten.

Weiterer Kontakt: Vanessa Wein, AB Wissen - Bildung - Qualitative Methoden , Institut für Soziologie, Universität Mainz , 55099 Mainz, materialitaeten@uni-mainz.de

Heimat - Museum - Zukunft: Perspektiven regionalgeschichtlicher Sammlungen und Ausstellungen

Eine Veranstaltung der REGIO Aachen e.V. und der Abteilung Volkskunde des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte Bonn

13. April 2011,

Flachsmuseum Wegberg-Beeck - Holtumerstrasse 19a - 41844 Wegberg

Heimatmuseen sind wichtige Institutionen regionaler Kultur und Identität. Gerade auf der lokalen Ebene haben sie Integrationskraft für unterschiedliche Gruppen, bieten Raum zur Vernetzung von Vergangenheit mit Gegenwart und sind ein Medium für Kommunikation und Gestaltung. Dieses Potential der oftmals unter mangelnder finanzieller und personeller Unterstützung leidenden Häuser wird meist zu wenig umgesetzt. Dennoch birgt das Konzept Heimatmuseum abseits aufwändiger und teurer Inszenierung mittels moderner Technik ein großes Potential, auch jüngeren Besuchern und Besucherinnen ein Gefühl von Heimat und Identität zu vermitteln. Es gilt daher, Strategien zu entwickeln und gegebenenfalls die Ausrichtung der Museen zu konzentrieren und zu fokussieren.

Auf der Tagung erläutern und diskutieren verschiedene Referenten und Referentinnen anhand konkreter Beispiele ihren Blick auf "Heimat - Museum - Zukunft". Darüber hinaus möchten wir Ihnen Raum für informellen Austausch und Vernetzung bieten.

Programm

9:30 Uhr

Ankunft und Empfang

10:00 Uhr

Begrüßung

10:30 - 11:10 Uhr

Dr. Dagmar Hänel

Abteilungsleiterin Volkskunde, LVR-Institut

für Landeskunde und Regionalgeschichte

Heimat und Museum

11:10 - 11:50 Uhr

Heinz Gerichhausen

Vorsitzender Heimatverein Wegberg-Beeck

(Flachsmuseum/Volkstrachtenmuseum)

Die Gründung einer Stiftung als Museumsträgerin

11:50 - 13:00 Uhr

Mittagspause mit Gelegenheit zur Kurzführung durch

das Museum

13:00 - 13:40 Uhr

Caroline Linker

Verein Oberrheinischer Museums-Pass, Basel

Grenzübergreifende Kooperation am Beispiel

des Oberrheinischen Museums-Passes

13:40 - 14:20 Uhr

Dr. Rita Müllejans-Dickmann

Geschäftsführerin Trägerverein Museum

Heinsberg e.V.

Ein Museum im Aufbruch - Zur Neukonzeption

des Heinsberger Museums

 

14:20 - 14:50 Uhr

Kaffeepause

 

14:50 - 15:30 Uhr

Klaus-Dieter Klauser

Heimatmuseum St. Vith

Ein Museum erfindet sich neu.

Vom Heimatmuseum zum Geschichtsmuseum

 

15:30 - 16:00 Uhr

Runder Tisch / Zusammenfassung

 

Moderation: Helena von Wersebe, Leiterin Besucherdienst Stiftung Haus der Geschichte

der Bundesrepublik Deutschland, Bonn

 

Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird bis zum 1. April 2011gebeten.

 

REGIO Aachen e.V.

Johannes J. Arens

Theaterstr. 67

52062 Aachen

Tel 0241 56861 0

arens@regioaachen.de

Konferenz: Dissolving boundaries. Museological approaches to national, social and cultural issues (Jahrestreffen von ICME)

1.Oktober 2011 - 9. Oktober 2011, Otto-Friedrich Universität Bamberg

Das Fach †šEuropäische Ethnologie' an der Universität Bamberg lädt in der Zeit vom 1.-9. Oktober 2011 ein zum Jahrestreffen von ICME (International Committee for Museums of Ethnography), einer Arbeitsgruppe von ICOM:

  1. 1 - 2 October 2011 Pre-Conference Tour at Bamberg
  2. 2 - 5 October 2011 Annual Meeting at Monastery Banz/ Bad Staffelstein 
  3. 5 - 9 October 2011 Post Conference Tour to Görlitz and Nuremberg

Die Konferenz hat zum Leitthema "Dissolving boundaries. Museological approaches to national, social and cultural issues" und ist in den einzelnen Abschnitten seperat buchbar.
Siehe: http://icme.icom.museum

Programm

1.

ICME Pre-Conference October 1 - October 2, 2011 at Bamberg

Bamberg has been a very attractive city in the North of Bavaria since the Middle Ages. It is the right place to warm up the participants in the ICME/2011 Annual Conference. The University of Bamberg is the inviting institution for the ICME/2011 Conference.
Bamberg was inscribed on UNESCO's "World Cultural Heritage† list in 1993 because of the spectacular traces of clerical and civil life. Seat of a bishop since 1007, at the same time of German king and then of the German Emperor, Bamberg has served as a bridge to the Slavic people in Eastern Europe. Growing licorice was one of the local specialities, as well as the brewing of beer, still very active today. 

Our program starts with a guided sightseeing tour. It will be followed by visits to some of the highlights in museums and in situ. The †˜Diocesan Museum' collection includes ceremonial textiles of the highest value from the 11th and 12th centuries.  The St. Michel Monastery Church is noted for its ceiling paintings of the unique universe of plants and flowers. The Museum of Natural History leads us to the very beginning of museum history. Its "bird hall† was founded in the late 18th century and is a wonderful early museology.

Saturday, October 1st  2011

Arrival at Bamberg

Hotel reservation by the participants (see registration form)

12.00 - 18.00 Registration: University of Bamberg, Am Kranen 12, 2nd floor, room 205

14.00 - 16.00 Guided Tour "Historical City - World Heritage of UNESCO†
16.00 - 17.00 The †˜Diocesan Museum'  -  Textiles of the 11th and 12th century
19.00               dinner at typical Franconian restaurant (on own)

Sunday, October 2nd  2011

10.00 - 11.00    The Museum of Natural History - A Museum in situ opened in 1791
11.30 - 12.00    Monastery Church S. Michael - The univers of flowers
12.00 - 13.00    lunch at Michaelsberg (on own)

(Times and places subject to change)

Shuttle to Banz Monastery

14.00                Depart from Bamberg to Bad Staffelstein/ Banz Monastery via Vierzehnheiligen

15.00 - 16.00   The Baroque Basilica of †˜Vierzehnheiligen' (Bad Staffelstein), built by Balthasar Neumann (1697-1753) in the so called "Garden of God†

17.00                 Arrival at the Banz Monastery

2.

ICME Annual Meeting, October 2 - October 5, 2011 at the Banz Monastery (Bad Staffelstein)

Sunday, October 2, 2011

18.00              Dinner
19.00 - 21.30 Welcome: Opening Session

Introductions
Professor Dr. Heidrun Alzheimer, University of Bamberg, Chair of European Ethnology and dean of study affairs
Professor Dr. Baerbel Kerkhoff-Hader, University of Bamberg, European Ethnology
Dr. Annette B. Fromm, President, ICME

Round table with invited guests
Chair, Dr. Baerbel Kerkhoff-Hader

Dr. Hans Martin Hinz, President, ICOM
Dr. Matthias Henkel, ICOM Germany board member; director of the city museums of Nuremberg
Dr. Michael Henker, Chair of the administration of all Bavarian non-state museums
Professor Dr. Guenter Dippold, Head of the department of Cultural Affairs Upper Franconia
Professor Dr. Konrad Vanja, Director Museum of European Cultures, Berlin

Cocktails                 

Monday, October 3, 2011

09.00 - 09.10 Introduction, ICME President

09.10 - 10.30 Session I: Challenging Borders and Boundaries, Per Rekdal, Chair

Dr. Beate Wild, Encounters - A Double-Exhibition about Identities in a Tri-border Region
Mari Saugestad Mathiesen, Who is shooting? On Teaching Youth about Complex Ethnicity
Dr. Jeremy Sylvester, The Museum Gaze? Ethnicity on Display in Namibian Museums

Discussion            

10.30 - 10.50 Coffee break

10.50 - 12.10 Session II: Indigenous people and society
Paulina van der Zee, Chair

Larlee Brahma, Change in Cultural Dynamics and  Challenges for Museum: A Case Study in North East India
Martin Earring, Do All Indian Live in Thipis? Challenging Antiquated Indigenous American Stereotypes Through Informal Museum Education
Martin Tindi, Challenging the Museum: Role and Relevance in Contemporary society

Discussion

12.10 - 14.00 Lunch - Banz Monastery*

14.00 - 15.20 Session III: Objects and Identity, Zvjezdana Antos,Chair

Paulina van der Zee, Shifting Meanings and Multilayered Identities
Pekka Virtanen, Between Art and Science: Borders of the Forest
Dr. Jongsung Yang, Ethnographic Museum uses National and International Cultural Materials of Shamanism in Korea
Erin L. Thompson, Twenty Years of Native American Graves Protection and Repatriation Act: An Assessment

Discussion

15.20 - 15.40 Coffee break

15.40 - 17.20 Session IV: Breaking down silence, Matthias Beitl, Chair

Tony Candon, Breaking into the present: from traditional folk museum to addressing boundaries at the National Museum of Ireland - Country Life
Karin Pabst,†Now Listen to This…!† On possibilities and challenges when cultural-historical museums wish to take part in current public debate  
Ekaterina Teryukova, The State Museum of the History of Religion as a Space for Dialogue
Luca Basso Peressut, Gennaro Postiglione, Mariella Brenna, European Museums and Libraries in/of the Age of Migrations (MeLA)

Discussion

18.00 - 19.00 Dinner - Banz Monastery

19.00               onwards Leisure time

*ICME Board meeting

*meals are provided for participants staying at the Banz Monastery; participants staying elsewhere can pay for meals separately (see registration form)

Tuesday, October 4, 2011

09.00 - 22.00 Excursion "At the border of Upper Franconia†

a. Marktredwitz: The Egerland Museum, a museum of displaced people and refugees of Czechoslovakia and the new "Euregio Egrensis,"a" Region in Europe†

b. Selb-Plössberg: The European Museum of Porcelain, a museum complex at the border (Germany/Bavaria - Czechoslovakia/ Bohemia)

c. Töpen-Mödlareuth: The German-German Museum, a museum on the former border between DDR and BRD

Dinner in a Franconian village

Return to the Banz Monastery

Upper Franconia† has been a part of Bavaria only since the beginning of the 19th century.  In the past it was a region with a lot of territories, dominated by the Archdiocese of Bamberg. After World War II, two borders were a part of everyday life for the people - the border of East-Germany/West Germany (GDR/FRG) and the border to Czechoslovakia. This situation changed in 1989 with the fall of the †˜iron curtain', when the †˜peacefull revolution' took place.
Among the 200-some museums of Upper Franconia, a number tell the history of the region directly and indirectly. ICME's excursion day is dedicated to these borders and the dissolving boundaries. We will have the experience of a wide landscape. 

Wednesday, October 5, 2011

09.00 - 10.20 Session V: Telling stories, Mihar Fifor, Chair

Gianluigi Mangiapane, Anna Maria Pecci, Cultural empowerment and civic responsibility in a collaborative and non-hierarchical display
Martinus Deny, Analysis of Application of Story Line In the Museum of Traditional Indonesia
Laurie Kalb, Secrets and Lies: The Mouth of Truth in the Piazza della Bocca Verita, Rome

Discussion

10.20 - 10.40 Coffee break

10.40 - 12.00 Session VI: New means of communication - new ways for community involvement, Yang Jongsung,Chair

Mario Buletic, Digital Clouds: New Spaces of Community Participation and Engagement
Chao-Ling Kuo, Jennifer Shannon, Li Tzu.ning,  Dissolving Boundaries through Online Collaborative Museology: Connecting Museums and Communities East and West through the iShare Project
Dinah P. Guimaraens, Dissolving Boundaries at the Guarani Living Museum, Camboinhas, Brazil

Discussion

12.00 - 12.15 Summary - ICME President

12.30 - 13.30 Lunch - Banz Monastery

14.00               Departure

taxi to the Bad Staffelstein station (short distances) or the Lichtenfels station (long distances) for those, who are not joining the Post-Conference Tour 

3.

ICOM-ICME Post Conference Tour, October 5 - October 9, 2011

City Tour: Görlitz and Nuremberg - on the traces of political, cultural and social foot steps

Wednesday, October, 5, 2011

14.00                Departure from Monastery Banz
18.00 - 19.00  Arrival at Görlitz, hotel
19.30                Dinner (on own), guided night walk

 

Thursday, October, 6,  2011 

08.45 - 12.30 The Silesian Museum of Görlitz, situated in an European border city (Poland - Germany)  

Welcome - The Museum and its work (Dr. Markus Bauer, director)

Guided tours:

- Silesias rich heritage. An outcome of Shifting borders and identities through the centuries (permanent exhibition)
- Journey into uncertainity. Migration in Görlitz - Zgorzelec from 1933 to the present (temporary exhibition)

Presentations:

- Process of Europeanisation at the border of the river Neisse (M. Sandberg, tbc)
- Polish-German memory culture, continuity and fractures (E. Opi?owska, tbc)

12.30 - 14.00 lunch (on own)

14.00 - 18.30 Tour of Zgorzelec/ Poland (M. Eiden)
- Jacob Böhme's House / Polish - German Consciousness (U. Zubrzycka, chairwoman of  European Society)
- Lusatian Museum / Identity on both sides of the border (P. Arcimowicz, director of the museum)
-  House of Culture / Conversion of a historical building (B. Szutenbach, cultural manager)
-  STALAG VIII A / Difficult history and peaceful future (A. Goetz, chaiman of MeetingPoint Music Messiaen)

19.00            Return to Görlitz, dinner (on own)

Friday, October 7th 2011

09.00 - 10.00 Meeting at the Silesian Museum

10.30           3rd Saxonian Exposition in Görlitz: Via regia - 800 years of movement and encounter/ A trans-European trade route and European network   

12.00            lunch (on own)

14.30            departure to Nuremberg

19.00            arrival at Nuremberg*

19.30            dinner (on own)

Saturday, October 8th 2011

9.00 - 10.30      city walk, Dr. Matthias Henkel, Director of the Nuremberg City Museums

11.00 - 12.00    Industrial Museum of Nuremberg: 50 years of Turkish Migration

12.45                 a typical "fast food† of Nuremberg

14.00                "Memorium† - the processes of Nuremberg

15.30                 The castle of the Tucher family with the famous Hall of Hirsvogel: Reception of the City Museums of Nuremberg (if there is no marriage)

17.00                Church of St. Sebald - a second war memorial (with a Coventry cross)

19.00                Farewell Dinner

Sunday, October 9th 2011

10.00 - 12.00    Own choice: German National Museum - the largest cultural history museum of Germany or Documentation Centre (NS)

Return home

Anmeldung unter: http://icme.icom.museum, icme.icom.museum/indes.pho

http://icme.icom.museum/index.php?id=109#c239

Tagung: Immaterielles Kulturerbe? Chancen für Kultur und Tourismus

27. Oktober 2011 - 28. Oktober 2011 in Luzern und Stans, Verkehrshaus Schweiz, Luzern

Anmeldeschluss: 10.10.2011

Musik, Theater, Handwerk, Feste, Bräuche und vieles mehr tragen zur kulturellen Vielfalt der Schweiz bei. Kultur wiederum ist ein wichtiges Element des touristischen Angebots. Deshalb sind sowohl Kulturverantwortliche als auch Touristiker/-innen interessiert an einer Bewahrung und Förderung von lebendigen Traditionen - auch immaterielles Kulturerbe genannt.

Die Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde (SGV) lädt Sie herzlich zur diesjährigen Tagung und Exkursion in Luzern und Stans ein. Organisiert wird das Programm gemeinsam von der SGV, der Hochschule Luzern und der Schweizerischen UNESCO-Kommission.

Programm

27. Oktober 2011, Verkehrshaus Luzern

10.00 Uhr: Empfang mit Kaffee und Gipfeli

10.30 Uhr: Begrüßung und Einführung (Martin Barth, Leiter interdisziplinärer Schwerpunkt "Tourismus und nachhaltige Entwicklung", Michael Kaufmann, Direktor Hochschule Luzern - Musik, David Vitali, Leiter a.i. Sektion Kultur und Gesellschaft des Bundesamt für Kultur)

11.00 Uhr: Touristische Positionierung von Destinationen - mit oder ohne Kultur (Urs Wagenseil, Dozent und Projektleiter Hochschule Luzern - Wirtschaft)

11.20 Uhr: Das Uhrmacherhandwerk als touristische Attraktion (Anouk Hellmann, Projektleiterin Sektion Kulturerbe, Stadt La Chaux-de-fonds)

11.40 Uhr: Jodel, Alphorn und Fahnenschwingen als Gratis-Tourismuswerbung? (Karin Niederberger, Präsidentin Eidgenössischer Jodlerverband)

12.00 Uhr: Tourismus: Bewahrung und/oder Ausverkauf lebendiger Traditionen? (Madeleine Viviani, Generalsekretärin Schweizerische UNESCO-Kommission, Nicole Diermeier, Leiterin Marketing Leisure Schweiz Tourismus)

12.30 Uhr: Einführung in die Ateliers (Christoph Wydler, Dozent und Projektleiter Hochschule Luzern - Wirtschaft)

12.45 Uhr: Mittagessen

14.00 Uhr: Atelier 1: Immaterielles Kulturerbe in ländlichen Tourismusregionen

- Gansabhauet Sursee

- Castagnata (Kastanienfest) im Tessin

Marius Risi, Leiter Institut für Kulturforschung Graubünden, Michael Blatter, Stadtarchiv Sursee, Paolo Crivelli, Kurator Museo etnografico della Valle di Muggio

Atelier 2: Städtisches immaterielles Kulturerbe und Tourismus

- Urbane Sub- und Industriekulturen

- Fasnacht Luzern

Barbara Taufer, wissenschaftliche Mitarbeiterin Hochschule Luzern - Wirtschaft, Miriam Cohn und Silke Andris, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen Universität Basel, Marcel Perren, Direktor Luzern Tourismus

Atelier 3: Inszenierungsformen des immateriellen Kulturerbes

- Museum Appenzell

- Sentier des Fromageries

Thomas Antonietti, Konservator Geschichtsmuseum Wallis und Lötschentaler Museum, Roland Inauen, Leiter Museum Appenzell, Fabienne Porchet, Geschäftsführerin La Maison du Gruyère

Atelier 4: Lehren aus dem UNESCO Welterbe

- UNESCO Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch

- UNESCO Welterbe Lavaux, Weinberg-Terrassen

Nicole Diermeier, Leiterin Marketing Leisure Schweiz Tourismus, Beat Ruppen, Leiter Managementzentrum UNESCO Welterbe Schweizer Alpen Jungrau-Aletsch, Emmanuel Estoppey, Site Manager Lavaux

15.00 Uhr Pause

15.30 Uhr Kurzpräsentation der Ateliers (Walter Leimgruber, Präsident Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde)

16.15 Uhr: Schlusspunkt (Marc-Antoine Camp, Projektleiter Hochschule Luzern - Musik, Fabian Weber, wissenschaftlicher Mitarbeiter Hochschule Luzern - Wirtschaft)

16.30 Uhr: Apéro mit dem Volksmusik-Ensemble "Alpini Vernähmlassig" der Hochschule Luzern - Musik

17.00 Uhr Jahresversammlung der SGV im Verkehrshaus

Im Anschluss Abendessen im Stadtkeller Luzern (Kosten inkl. Folklore-Programm CHF 75.-)

28. Oktober 2011, Luzern und Stans

Exkursion (Führungen CHF 20.-; Mittagessen CHF 25.-; exkl. Reisespesen in Luzern und nach Stans)

09.00 - 11.30 Uhr: Stadtführung "Lebendiges Mittelalter. Eine Führung an der Museggmauer und in die Altstadt Luzern", mit Ueli Habegger (Treffpunkt: 09.00 Uhr, Diebold-Schilling-Strasse 13, Luzern; ab Bahnhof Bus Nr. 9 bis "Bramberg")

oder

Stadtführung "Kultur - Tourismus - Industrie. Eine Führung durch das Hotellerie(gew)erbe Luzerns", mit Peter Omachen (Treffpunkt: 09.00 Uhr, Hotel Schweizerhof, Haupteingang, Schweizerhofquai 2-4, Luzern)

Im Anschluss gemeinsames Mittagessen im Restaurant Hotel Pfistern (Kornmarkt 4) oder Selbstverpflegung

13.00 - 17.00 Uhr

Führung im Nidwaldner Museum durch die Sonderausstellung "Von Gipfelstürmern und Kofferträgern. Eine Ausstellung zur Geschichte des Tourismus" (Salzmagazin, Stansstaderstrasse 23, Stans) und die Daueraustellung (Höfli, Alter Postplatz 3, Stans)

Für das Abendessen im Stadtkeller Luzern, für das Mittagessen im Restaurant Pfistern und für die Exkursion ist eine Anmeldung erforderlich.

Kontakt:        

Sabine Eggmann, Spalenvorstadt 2, 4401 Basel, Schweiz, sabine.eggmann@unibas.ch

Anmeldung zur Tagung unter www.volkskunde.ch oder direkt im Schweizerischen Institut für Volkskunde (Spalenvorstadt 2, PF, 4401 Basel; Tel. 061/267 11 36; e-mail: sgv-sstp@volkskunde.ch)

"Zentrum und Peripherie"

21. Tagung wissenschaftlicher Volontärinnen und Volontäre des Deutschen Museumsbundes

08. - 10. April 2011 Albstadt

Als wissenschaftlichen Gegenstand der 21. Bundesvolontärstagung möchten wir das derzeit immer wichtiger werdende Thema vom Spannungsfeld zwischen "Zentrum und Peripherie" diskutieren. Die Peripherie (lat./gr.), beschreibt immer ein Verhältnis zu einem Zentrum, das es umgibt. Nicht nur geographisch gesehen wird der Tagungsort, eine "Große Kreisstadt" auf der Schwäbischen Alb, zwischen Stuttgart und Konstanz gelegen, somit Programm. Albstadt ist auch durch seine sieben Museen, von der Städtischen Galerie, über Textilindustrie- und Technikmuseum, Heimatmuseum, Stauffenberg-Gedenkstätte und div. Spartenmuseen als eine ganz besondere Kulturlandschaft charakterisiert.

Als Erinnerungs-, Erkenntnis- und Erlebnisorte prägen Museen ihre Städte und Regionen und tragen zu deren Entwicklung bei. Museen repräsentieren und vermitteln die kulturelle Identität einer Region, stellen aber auch einen Wirtschaftsfaktor dar. Große wie kleine Häuser in Metropolen genauso wie in ländlichen Regionen bilden als sogenannte kulturelle Leuchttürme Anziehungspunkte für den Tourismus. Als zentrale Fragestellungen der Tagung sollen die spezifischen Eigenschaften, Probleme und Chancen großer und kleiner Häuser, Museen in Metropolen, an der Peripherie und in der Provinz zur Debatte stehen. Wichtige Aspekte, etwa die identitätsstiftende Rolle des Museums oder das Museum als regionaler Förderer des Tourismus, integrieren unsere Fragestellungen in die aktuellen gesellschaftlichen und kulturpolitischen Diskussionen.

Nicht zuletzt geht es auch um ganz praktische Aufgaben im Museumsalltag, die die jeweiligen Möglichkeiten von Depot und Schauraum, die Inszenierung von Ausstellungen aber auch den Umgang mit der Sammlung, wiederum im Spannungsfeld von "Zentrum und Peripherie" betreffen.

Dabei könnten folgende oder ähnliche Fragen als Beitrag formuliert und Gegenstand unserer Diskussion werden: Gibt es prinzipielle Unterschiede in der Museumsarbeit zwischen großen und kleinen Häusern in Metropolen und in der Peripherie, oder unterscheiden sie sich lediglich durch die Anzahl ihrer Mitarbeiter und ihre finanzielle Ausstattung? Besteht ihre Arbeit nur als Verwaltung des Mangels, oder birgt diese Situation - ganz nach dem Motto "Not macht erfinderisch" - auch Chancen? Wie agieren kleine Museen in großen Städten oder große Museen in kleinen Städten? Welche spezifischen Rahmenbedingungen (geographisch, räumlich, finanziell, demographisch usw.) rücken in der Museumsarbeit vor Ort in den Fokus? Welche Konsequenzen ergeben sich hieraus für die praktische Museumsarbeit, so z.B. bei der Konzeption von Museumsprofilen (z.B. Städtische Galerien, Heimatmuseen, Freilichtmuseen etc.), Ausstellungen, Events, Begleitveranstaltungen oder der Museumspädagogik? Wie gehen kleinere Häuser mit der Knappheit ihrer Ressourcen um?

Neben den Fachvorträgen erläutern Führungen in Albstadt exemplarisch die Bedeutung der Museen vor Ort, für Stadt und Region. Museumsbesuche, Diskussionsveranstaltungen und Workshops in Albstadt sowie Exkursionen nach Tübingen, Reutlingen und Marbach ergänzen das Tagungsprogramm.

Durch Podiumsdiskussionen, Gespräche der Teilnehmer und die Vernetzung untereinander schafft die Tagung ein Forum für intensiven Erfahrungsaustausch, Weiterbildung und Kooperationen. Im Rahmen der Tagung findet zudem die Vollversammlung des Arbeitskreises der Volontärinnen und Volontäre im Deutschen Museumsbund statt.

Aufgerufen werden Volontärinnen und Volontäre sowie erfahrene Vertreter aus Praxis und Theorie des Museumswesens für max. 30-minütige Vorträge (Abstracts max. 2000 Zeichen + CV), Themenvorschläge, Ideen zu Vorträgen oder Programmwünsche bis spätestens 15.01.2011 per E-Mail an Dr. Philipp Aumann zu übermitteln: philipp.aumann(at)verwaltung.uni-tuebingen.de, Tel.: 07071/29 76439. Anmeldungen zur Tagung an: bundesvolotagung2011(at)googlemail.com, Ansprechpartner vor Ort: Jeannette Brabenetz M.A., Jeannette.Brabenetz(at)albstadt.de, Tel.: 07431/160-1473. Die Bundesvolontärstagung ist auch in Facebook vertreten.

 

 

Tagung: Das Freilichtmuseum - Kompetenzzentrum für die Hausforschung oder Freizeitpark?

10. November 2011 - 11. November 2011, Schwäbisch Hall

Fachtagung der "Arbeitsgemeinschaft der regionalen ländlichen Freilichtmuseen in Baden-Württemberg"

Auf der zweitägigen Tagung soll durch namhafte Referentinnen und Referenten dargelegt und analysiert werden, wie Hausforscher aus dem universitären und nicht-universitären Bereich den Beitrag der Freilichtmuseen für die Erforschung der Hausgeschichte im umfassenden Sinn einschätzen. Dabei wird auch eine Übersicht zur heutigen Haus-und Bauforschung der Freilichtmuseen aus Süd-, Ost-und Westdeutschland und der Schweiz geboten. Und es wird der Frage nachgegangen, inwieweit Freilichtmuseen, die auch als Bestandteil der unterhaltenden Freizeitbranche gelten, der Forderung der Hausforscher nach umfänglichen wissenschaftlichen Untersuchungen und Dokumentationen sowie Publikation derselben nachkommen wollen oder können. Dies auch unter dem Aspekt, dass dieser Museumstyp stark auf ein breites Publikum ausgerichtet ist und infolge seines weit ausgreifenden Aufgaben-und Themenspektrums die Bauwissenschaft da und dort an den Rand drängt. Welche hausforscherischen Aktivitäten aber unabdingbar sind, um als seriöse hausgeschichtliche Dokumentationsstätte zu gelten - dies soll auch Thema dieser Veranstaltung sein.

Interessenten fordern das Anmeldeformular an bei: Hohenloher Freilandmuseum, 74523 Schwäbisch Hall-Wackershofen, info@wackershofen.de. Die Tagungsgebühr beträgt 30€.

"Transnationale Familiarität"

08./09.04.2011, Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg

Wir gehen davon aus, dass transnationale Familienformen Gegenstand konflikthafter Aushandlungen zwischen mobilen und sesshaften Akteuren sind, in denen Bilder und Entwürfe von Familie neu interpretiert werden. Dabei werden Definitionen von Familie, die von Sesshaftigkeit und nahräumlichen Beziehungen ausgehen, einer kritischen Diskussion unterzogen, da die kulturelle Norm der Sesshaftigkeit den Blick auf jene grenzüberschreitenden, mobilen Praxen verstellt, wie sie kennzeichnend für eine Vielzahl von getrennt lebenden Familien sind. Wir werden uns u.a. mit folgenden Fragen beschäftigen: Wie wird unter den Voraussetzungen transnationaler Migration Familiarität hergestellt bzw. aufrecht erhalten, welche Formen von Familie können vor dem Hintergrund weltweit gewachsener Mobilität ausgemacht und welcher Wandel kann in Bezug auf die Bedeutung und Funktion von Familie beobachtet werden?

Die Veranstaltung ist öffentlich, es wird um eine informelle Anmeldung bis zum 31.3.2011 an merkeli@staff.uni-marburg.de gebeten. Die Tagung findet im Vorlesungsraum Biegenstrasse 9 statt.

Programm

Freitag, 8. April 2011

15.00

Begrüßung und Einführung: Ina Merkel und Karen Körber, Marburg

15.15

Karen Körber, Marburg: Nähe auf Distanz. Transnationale Familien - ein Projektbericht

16.00

Ewa Palenga-Möllenbeck, Frankfurt am Main: Das Care-Chain-Konzept auf dem Prüfstand. Eine Fallstudie der transnationalen Care-Arrangements polnischer und ukrainischer Migrantinnen

16.45 - 17.00 Kaffeepause

17.00
Johanna Rolshoven, Graz: Multilokalität als historische Erfahrung. Eine Exploration im Feld der Frauenmobilitäten

17.40
Michaela Schier, München :Multilokalität von Familie - die Herstellung von Familie bei räumlich getrenntem Wohnen

18.30 Gemeinsames Abendessen

Samstag, 09. April 2011
9.30
Sabine Hess, München: Europäische Migrationspolitik: Perspektiven einer feministischen kritischen Grenzregimeanalyse

10.10
Michi Knecht, Berlin : Von Verwandtschaft als System zu verwandtschaften als Verb: Familie machen in den transnationalen "scapes" von Reproduktionsmedizin und Adoption

10.50 - 11.00 Kaffeepause

11.00
Ramona Lenz, Bochum: Sie in der Gastronomie, er auf dem Bau: Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung migrantischer Paare in mediterranen Tourismusdestinationen

11.40
Franziska Engelhardt, Marburg: Integrationsfaktor Familie? Einwanderungspolitische Perspektiven auf Familiarität

12.20
Maria Rerrich, München: Transnationale Familiarität aus feministischer Perspektive: Zusammenfassung, Abschlusskommentar, Ausblick

Symposion: Superstition - Dingwelten des Irrationalen

16. November 2011 - 19. November 2011, Volkskundemuseum, Graz

Nennen wir es derzeit noch einmal Aberglaube, was im November am Grazer Volkskundemuseum verhandelt wird. Am Ende der Tagung wird eine neue Begrifflichkeit für die wissenschaftliche Benennung jenes widerspenstigen Denkens, jenes religiös verankerten Rückgriffs auf Praktiken im Umgang mit der Natur zur individuellen Schicksalsbewältigung und den Welterklärungsmodellen erarbeitet sein, die von der Antike bis heute die offiziellen Lehren aus Religion, Naturwissenschaft und aufgeklärtem Denken begleiten und herausfordern, wenn nicht gar konterkarieren.

Die Tagung ist der Abschluss des gleichnamigen Forschungsprojekts, das vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung im Rahmen des Förderschwerpunkts forMuse - Forschung an Museen (www.forMuse.at) unterstützt wurde. Hier versammeln sich namhafte Wissenschaftler/innen aus Kulturwissenschaften, Germanistik, Geschichte, Soziologie und Theologie des deutschsprachigen Raums, um die historischen wie zeitgenössischen Prägungen superstitiösen Denkens und Agierens im Spiegel ihrer eigenen Logik zu untersuchen, ihre Bruchstellen, Neudeutungen und Instrumentalisierungen festzumachen und ihr Potential als Rettungsanker in einer hemmungslos durchökonomisierten Welt auszuloten. Die abschließende Frage wird sein, wie diese - dinglich ungewöhnlich gut belegbare - "Abstellkammer des Denkens" in der musealen Praxis dokumentierbar und vermittelbar ist.

Programm

Mittwoch, 16. November

Ab 15 Uhr Anmeldung im Tagungsbüro Volkskundemuseum

16.30 Stadtführung

19.00 Uhr Begrüßung:

Wolfgang Muchitsch, wissenschaftlicher Direktor des Universalmuseum Joanneum

Roswitha Orac-Stipperger, Sammlungsleiterin am Volkskundemuseum Graz

Johanna Rolshoven, Leiterin des Instituts für Volkskunde und Kulturanthropologie, Karl-Franzens-Universität Graz

Ursula Brustmann, Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung

Eröffnungsvortrag:

Christoph Daxelmüller, Institut für Europäische Ethnologie, Universität Würzburg:
Aberglaube - Überlegung zur Macht der Bilder und des bildhaften Denkens

 Anschließend Empfang des Bürgermeisters im Rathaus

Donnerstag, 17. November

Moderation: Helmut Eberhart

09.00 - 10.15

Martin Scharfe, Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft, Universität Marburg (em.):
Widerglaube. Superstition als Kulturtechnik des Widerständigen

Angela Treiber, Institut für Europäischen Ethnologie/Volkskunde, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt:
Zum Wandel der Diskurse um Superstition - Irrationalität - Spiritualität

Anton Distelberger, Universitätsbibliothek Wien:
Das magische Narrativ. Eine semiotische Annäherung an die Wahrnehmung magischen Handelns

10.15 - 10.45 Diskussion

10.45 - 11.15 Pause

11.15 - 12.00

Christian Bachhiesl, Hans-Gross-Kriminalmuseum der Universität Graz:
Aberglaube und Kriminalwissenschaften. Der Positivismus der Kriminologen und ihre Rationalisierung des Irrationalen

Nicole Waibel, Institut für Europäische Ethnologie/Volkskunde, Universität Augsburg:
"Anti-Aberglaubiana" oder Mittel wider dem Aberglauben der Leute. Zu einem volksaufklärerischen Diskurs im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert.

12.00 - 12.30 Diskussion

12.30 - 14.30 Mittagspause


Moderation: Burkhard Pöttler

14.30 - 16.15:

Elfriede Grabner, Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie, Universität Graz:
Ein steirischer Arzt des 17. Jahrhunderts als Quelle für die magischen Praktiken seiner Zeit

Elke Hammer-Luza, Steiermärkisches Landesarchiv Graz:
Perlmilch, Krötenfuß und Menschenfett. Magische Elemente in der steirischen Volksmedizin des 18. und 19. Jahrhunderts

Harald Stadler, Institut für Archäologien, Universität Innsbruck:
Die "Heilerin von Strad". Eine Sonderbestattung des 17. Jh. in Tarrenz, Tirol

16.15 - 16.45 Diskussion

16.45 - 17.15 Tagesresümee: Elisabeth Katschnig-Fasch

19.00 Uhr Öffentlicher Abendvortrag:

Karl-Heinz Göttert, Institut für Deutsche Sprache und Literatur, Universität Köln:
Alltagsaberglaube und seine Kritik. Zur Entwicklung in den verschiedenen Domänen von der Antike bis zur Aufklärung

Anschließend Treffpunkt für Tagungsmitglieder in einem Grazer Altstadtlokal

Freitag, 18. November

Moderation: Eva Kreissl

09.00 - 10.15:

Andreas Obrecht, Commission for Development Studies (KEF), Austrian Partnership Program in Higher Education and Research for Development (APPEAR), Wien:
Der magische Kreisel - Wissen ohne Zufall.
Kulturanthropologische Überlegungen zur Säkularisierung von Wissensbeständen

Anette Weber, Hochschule für Jüdische Studien, Universität Heidelberg:
Die Heil bringende Mazze. Jüdische und christliche Vorstellungen von der Wirkung des ungesäuerten Brotes

Andreas Hartmann, Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie, Universität Münster:
Alltagslogiken in der Popularmagie. Ein interkultureller Vergleich

10.15 - 10.45 Diskussion

10.45 - 11.15 Pause

11.15 - 12.00:

Eva Labouvie, Institut für Geschichte, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg:
Hexenangst, zauberische und magische Praktiken um Schwangerschaft, Geburt und neu geborene Kinder

Sonja Bachhiesl, Hans-Gross-Kriminalmuseum der Universität Graz:
Aberglaube und Kriminalität im Umfeld von Schwangerschaft und Geburt

12.00 - 12.30 Diskussion

12.30 - 14.30 Mittagspause

Moderation: Roswitha Orac-Stipperger

14.30 - 15.20:

P. Benedikt Plank, Stift St. Lambrecht:
P. Romuald Pramberger - Mönch und Original

Michael Greger, Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie, Universität Graz:
Zwischen Schlangenhaut und Nebenaus. "Superstitiosa" aus der "Sammlung Pramberger" im Benediktinerstift St. Lambrecht

15.20 - 15.50 Diskussion

15.50 - 16.20 Pause
16.20 - 17.30:

Adela Ramovš, Slowenisches Ethnografisches Museum, Ljubljana:
Die Sammlung des Aberglaubens des Slowenischen ethnografischen Museums

Peter Keller, Dommuseum zu Salzburg:
Glaube und Aberglaube. Bilder einer Ausstellung

Karl Berger, Volkskunstmuseum Innsbruck:
Musealisierte Sorgen

17.30 - 18.00 Diskussion

18.00 - 18.30 Tagesresümee: Bettina Habsburg-Lothringen

19.00 Uhr Führung durch das Volkskundemuseum mit anschließendem Empfang

Samstag 19. November

Moderation: Johanna Rolshoven

09.00 - 10.15:

Bernd Rieken, Sigmund Freud Privat Universität Wien/ Paris: "Aberglaube" in der psychoanalytischen Praxis

Gottfried Korff, Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaften, Eberhard-Karls-Universität Tübingen (em.):
Der Rochusbesen. Zur Ethnografie einer pratique sauvage

Hubert Knoblauch, Institut für Soziologie, Technische Universität Berlin:
Wünschelrutengehen und der Mythos der Entzauberung

10.15 - 11.00 Diskussion

11.00 - 11.30 Pause
11.30 - 12.00:

Eva Kreissl, Volkskundemuseum, Universalmuseum Joanneum, Graz und Gabriele Ponisch, Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie, Universität Graz:
Superstition - Dingwelten des Irrationalen. Ein Forschungsprojekt und seine Folgen für das Museum

12.00 - 13.00 Abschlussdiskussion

Tagungsbeitrag: 30€, für Studierende 20€; Information unter: eva.kreissl(at)museum-joanneum.at; Anmeldung unter: volkskunde@museum-joanneum.at

Kulturen und Regimes von Wissensarbeit und Arbeitswissen

Konzept und Organisation: Prof. Dr. Gertraud Koch, Friedrichshafen & Prof. Dr. Bernd Jürgen Warneken, Tübingen

07.04.- 09.04.2011, Zeppelin University, Friedrichshafen

In Zusammenarbeit mit der Kommission Arbeitskulturen in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde: Prof. Dr. Irene Götz, LMU München; Dr. Klaus Schönberger, Zürcher Hochschule der Künste; Prof. Dr. Manfred Seifert, Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., Dresden

Anmeldung bis zum 1. April 2011 (über die Website)

www.dgv-arbeitskulturen.de

In Gesellschaften, die sich selbst in der Transition zu Wissensgesellschaften begreifen, gilt Wissen als wesentliche Ressource, die Wohlstand, Entwicklung und nachhaltig produktive Arbeit sichern hilft. Wissen ist dabei allerdings, wie der britische Arbeitsforscher Collin Williams anmerkt, weniger als ein "Rohstoff† und damit als gänzlich neuer Produktivfaktor zu verstehen. Vielmehr handelt es sich bei der Betonung des Wissens um eine veränderte Perspektive auf den Faktor Arbeit und auch deren Kommodifizierung. Die mit dieser Fokussierung auf Wissen einhergehenden Veränderungen in der Ökonomie bezeichnet Yann Moulier-Boutang mit dem Begriff "capitalisme cognitif† und sieht diesen in Zukunft als primären Modus des kapitalistischen Wirtschaftens. Die Verfügbarkeit und der Zugriff auf sogenannte Externalitäten, also im Umfeld von Unternehmen vorzufindende und mit niedrigen Transaktionskosten einzuverleibende Ressourcen, die sogenannte "netware†, hat dabei einen zentralen Stellenwert. Aus Sicht der Arbeitsforschung stellen sich mit dem postulierten Bedeutungszuwachs von Wissen neue Fragen nach dem Zusammenhang von Wissen, Arbeit und deren warenförmiger Verwertung. Dabei geht es nicht nur um die Wissensarbeit, die schon seit einiger Zeit als paradigmatisch für zukünftige Arbeitsformen diskutiert wird, sondern genereller um die Nutzbarmachung und die Honorierung verschiedener Wissensformen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern. Die Arbeitskulturenforschung kann mit einer kulturtheoretisch informierten Perspektive hier insbesondere auch die Engführungen kognitivistischer Wissensverständnisse erkennbar werden lassen.

Diese Tagung knüpft somit an die kulturanthropologischen und arbeitssoziologischen Diskussionen um den Stellenwert verschiedener Wissensformen in der heutigen Arbeitswelt an.

Konferenz: Geschlecht und Geschichte in populären Medien

01.Dezember 2011-03.Dezember 2011, Freiburg im Breisgau, Haus zur Lieben Hand

Deadline: 21.11.2011

Die Tagung der interdisziplinären DFG-Forschergruppe 875 "Historische Lebenswelten in populären Wissenskulturen der Gegenwart" beschäftigt sich mit der Frage, wie Geschlecht und Geschlechterverhältnisse in populären Präsentationen von Geschichte konstruiert werden - im thematisch-zeitlichen Feld von der Ur- und Frühgeschichte bis zur Gegenwart und in den unterschiedlichsten Medien (Print, bildliche und performative Darstellungen, audiovisuelle und interaktive Medien).

Dabei stehen folgende Fragen im Zentrum:

- Welchen Stellenwert haben Themen der Frauen- und Geschlechtergeschichte in populären Medien?

- Sind populäre Medien, Formate und Publika offener für Fragen der Frauen- und Geschlechtergeschichte als akademische Präsentationsformen und Kontexte? Gibt es eine Interaktion zwischen akademischer und populärer historischer Wissensproduktion in diesem Themenfeld?

- Wie wirken die unterschiedlichen Medien, Formate sowie Produktions- und Reproduktionskontexte auf das Dargestellte und die Konstruktion von Geschlecht zurück?

- Wie wirken unterschiedliche kulturelle, politische, ökonomische, religiöse und regionale Kontexte (Ost-West, Nord-Süd, Globalisierung etc.) auf die in populären Medien konstruierten Geschichtsbilder der Geschlechterrollen und -verhältnisse zurück?

- Welche historischen Entwicklungslinien und Traditionen gibt es in den populären Darstellungen von Frauen- und Geschlechtergeschichte?

- Wie verhalten sich die in den populären Medien hergestellten und transportierten Geschichtsbilder zu den jeweiligen Gesellschaftsentwicklungen?

- Was können wir über die Rezeption dieser populären Geschichtsdarstellungen in Erfahrung bringen und welche Rolle spielen sie in der Herstellung von Geschlecht(sindentität) und beim doing gender?

Diesen Fragen soll aus der Perspektive und Themenstellung unterschiedlicher kultur- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen (Geschichtswissenschaft, Literatur- und Kulturwissenschaften, Gender Studies, Ethnologie, Sozialwissenschaften etc.) nachgegangen werden.

Programm

Donnerstag, 1. Dezember

14.00 Falko Schnicke (Berlin): Körper der Geschichte. Vergeschlechtlichung und Sexualisierung geschichtswissenschaftlichen Arbeitens im 19. Jahrhundert

14.45 Martin Nissen (Heidelberg): Abgrenzung und Selbstlegitimation. Frauen als Autorinnen populärer Geschichtsliteratur in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

15.30 Kaffeepause

16.00 Sabina Lucia Müller (Berlin): Romanze als Genre und Modus. Geschlechts- und Geschichtskonstruktionen englischer Tudor-Königinnen

16.45 Doris Lechner/Nina Reusch (Freiburg): Klio in neuen Kleidern. Geschichte in einem gegenderten Genre

17.30 Kaffeepause

17.45 Sylvia Schraut (München): Charlotte Corday und Karl Ludwig Sand - Populäre Repräsentation von Geschlecht und politischer Gewalt im 19. Jahrhundert

18.30 Weihnachtsmarkt und Abendessen

Freitag, 2. Dezember

9.00 Gintare Malinauskaite (Berlin): Gendered Memories: The Representation of Jewish Masculinity and Femininity in the Lithuanian Holocaust Cinema

9.45 Leonie Treber (Essen): Erbauerin des Sozialismus und Grundsteinlegerin des Wirtschaftswunders. Die Konstruktion diametraler "Trümmerfrauen"-Bil-der in den populären Medien von BRD und DDR

10.30 Kaffeepause

11.00 Andre Dechert (Münster): Von der zeitgenössischen Fiktion zur Dokumentation historischer Realität: Gender in US-amerikanischen Sitcoms der späten 1950er Jahre

11.45 Renée Winter (London): Wiederholung, Fortschritt und Dekonstruk-tion. Repräsentationen von Geschlechterverhältnissen der 1960er Jahre in "Mad Men"

12.30 Mittagessen

14.00 Regine Nohejl (Freiburg): Napoleon als Anstoß zum Nachdenken über das "Geschlecht der Nation". Spuren traditioneller kulturhistorischer Gendersymbolik in aktuellen populären Geschichtsdiskursen in Russland

14.45 Jule Nowoitnick (Heidelberg): Zur Re-Evaluierung etablierter Geschlechterrollen und Geschichtsbilder in populären historischen Romanen. Chinggis Khaan aus weiblicher Perspektive

15.30 Kaffeepause

16.00 Veronika Ederer (Windisch): Zwischen Squaw und Prinzessin - Das historische Bild der indianischen Frau in der Kulturvermittlung

16.45 Jasmin Meier/Anabelle Thurn (Freiburg): Römische Hausfrauen und Geschäftsmänner? Geschlecht in deutschen und türkischen Schulbuchdarstellungen der antiken Welt

17.30 Kaffeepause

17.45 Tom Stern (Essen)/Thomas Tode (Hamburg): Sex vor 100.000 Jahren in TV- und Spielfilmen. Zur filmischen Darstellung von Keulenschwingern, Frauenraub und Rollenverhalten in der Steinzeit

19.15 Abendessen

Samstag, 3. Dezember

9.00 Michaela Fenske (Göttingen): Doing Gender in populären Geschichtserzählungen

9.45 Imke von Helden (Freiburg): Wikinger sucht Walküre - Die Darstellung der Wikingerzeit im Heavy Metal

10.30 Kaffeepause

11.00 Stefanie von Schnurbein (Berlin): Geschlecht und Sexualität im neugermanischen Heidentum

11.45 Sylvia Kesper-Biermann (Paderborn): Gender im Geschichtscomic

Kontakt: Natalia Mikhailova, Slavisches Seminar der Universität Freiburg, Werthmannstr. 14, 79098 Freiburg, 0761/203-83222, natalia.a.mikhailova@gmail.com

6. DOKTORANDENTAGUNG der Volkskunde/Europäischen Ethnologie/Kulturanthropologie/Empirischen Kulturwissenschaft

18. ? 20.3.2011, Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie,

Georg-August-Universität Göttingen

Die Doktoranden/innen und Mitarbeiter/innen des Göttinger Instituts freuen sich, alle Interessentinnen und Interessenten zur 6. Doktorandentagung der Volkskunde/Europäischen Ethnologie/Kulturanthropologie/Empirischen Kulturwissenschaft vom 18. bis zum 20. März 2011 nach Göttingen einladen zu dürfen.

Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch und dient der kommunikativen Vernetzung der Promovierenden. Während der Tagung haben die Teilnehmer/innen Gelegenheit, ihr eigenes Dissertationsprojekt oder Teilaspekte ihres Forschungsvorhabens in einem Vortrag von ca. 15-20 Minuten zu präsentieren. Im Anschluss daran können Probleme und offene Fragen mit dem Plenum diskutiert werden. Der Austausch über Schwierigkeiten bei Materialerhebung, Analyse oder Verschriftlichung soll dabei im Mittelpunkt stehen.

Die Tagung betrifft nicht nur Promovierende im fortgeschrittenen Stadium! Wir wollen auch Anfänger/innen die Möglichkeit geben, ihre Promotionsidee in einem zehnminütigen Kurzvortrag vorzustellen. Das Programm wird ergänzt durch verschiedene Workshops, die je nach persönlichem Interesse und Stand der Promotion belegt werden können. Gesellige Runden beim gemeinsamen Abendessen und Frühstück sollen die Veranstaltung begleiten.

Die Einladung richtet sich in erster Linie an Doktorandinnen und Doktoranden der genannten Fächer und angrenzender Disziplinen. Willkommen sind aber natürlich auch interessierte Studierende und Gäste.

ORGANISATORISCHES

Die Tagung lebt von der aktiven Beteiligung der Teilnehmer/innen. Anregungen zu speziellen Problemfeldern und Wünsche für weitere Programmpunkte sind deshalb ausdrücklich erwünscht.

Der Tagungsbeitrag beläuft sich insgesamt auf 25,- Euro.

Bei der Suche nach einer Unterkunft sind wir Euch gerne behilflich.

Bitte lasst uns wissen, wenn Ihr vegetarisches oder veganes Essen möchtet.

Da wieder ein Reader geplant ist, in dem auch die Teilnehmer/innen, die nicht vortragen, über ihre Dissertationsprojekte informieren, bitten wir bei der Anmeldung um Mitsendung eines kurzen Abstracts (max. 500 Wörter). Dies ist bis zum 20. Januar 2011 möglich unter: info@doktorandentagung.de

Auch für alle weiteren Anfragen steht die Mail-Adresse info@doktorandentagung.de zur Verfügung.

Informationen zu Programm, Zahlungsmodalitäten und Unterkünften gibt es auf unserer Webseite: www.doktorandentagung.de

Anmeldungen können auch per Post oder Fax geschickt werden an:

Organisationsteam der Doktorandentagung 2011

Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie
Friedländer Weg 2
37085 Göttingen

Tel. (0551) 3914375

oder (0551) 3913863

oder (0551) 39 5345

Fax: (0551) 3922232

E-Mail: info@doktorandentagung.de

Homepage: www.doktorandentagung.de

Symposium: 'museum multimedial'. Audiovisionäre Traditionen in aktuellen Kontexten

09. Dezember 2011-10. Dezember 2011, Universalmuseum Joanneum, Joanneumsviertel, Graz

Historische Bestandsaufnahmen, Dokumentationen oder künstlerische Auseinandersetzungen: Technisch erzeugte Bilder und Töne prägen seit langem und zunehmend kulturelle Traditionen und die individuelle Welt-Wahrnehmung. In Reaktion darauf wurden auch in der Museumslandschaft vielerorts umfangreiche audiovisuelle Sammlungen angelegt und bis heute weitergeführt. Trotz dieser institutionellen Einbettung unterscheiden sich Museen audiovisueller Objekte von anderen musealen Sammlungen: Fotos, Filme oder Audiodokumente führten lange Zeit ein Schattendasein als Arbeitsbehelfe oder als dokumentarische Beigaben - dies prägt bis heute ihren Objektstatus.

Entgegen dieser Tendenz, setzt sich das von den Multimedialen Sammlungen am Universalmuseum Joanneum Graz veranstaltete Symposium auf archivologischen, politischen und restauratorischen Ebenen kritisch-konstruktiv mit audiovisuellen Sammlungen in Museen auseinander und versucht darüber, die weitreichenden Funktionen gewachsener multimedialer Sammlungen und deren vielschichtige zeit- und kulturgeschichtliche Bedeutung zu thematisieren und zu betonen. Daraus abgeleitet, bietet die Konferenz eine projektbezogene, internationale Bestandsaufnahme sowie einen Blick in die archivische (analoge wie digitale) Zukunft audiovisueller Sammlungen in musealen Kontexten.

Programm

Freitag, 09.12.2011

09.30               Begrüßung

10.00 - 10.45 Eröffnungsvortrag : Knut Ebeling (Weißensee Kunsthochschule, Berlin): "Archivologien"

Panel 1 - Siegfried Steinlechner - Politiken des Sammelns: Regional, national, global - ganz egal?

11.00 - 11.30 Elke Murlasits (Universalmuseum Joanneum, Graz) : "Multimediale Sammlungen im Universalmuseum"

11.30 - 12.00 Monika Faber (Photoinstitut Bonartes, Wien) : "Historische Fotosammlungen in neuen Kontexten"

12.00 - 12.30 Michael Vielhaber (ORF, Wien) : "Seid umschlungen, 30.000. Erste Schritte in ein vereintes audiovisuelles Europa"

12.30                Diskussion

Mittagspause

Panel 2 - Thomas Ballhausen - Objekt, Dokument oder doch Kunstwerk?

14.00 - 14.30 Nadja Wallaszkovits (Phonogrammarchiv ÖAW, Wien) : "Vom Informationsträger zum Kunstwerk - ein Blick über den (Band-)Tellerrand"

14.30 - 15.00 Wolfgang Hesse (Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Dresden): "Zwischen Dokument und Erfindung. Arbeiterfotografie als proletarische Volkskunst"

15.00 - 15.30 Adelheid Heftberger (Österreichisches Filmmuseum, Wien) : "Hierarchien von Ausstellungen? - Amateurfilme auf Online-Portalen, zwischen Recherche und nostalgischen Bildern"

15.30                Diskussion

Abendprogramm

Samstag, 10.12.2011 (10.00 - 17.00)

Panel 3 - Elke Murlasits - Das "Original": Digitale Reproduzierbarkeit vs. Bedeutung des Unikats?

10.00 - 10.30 Werner Schweibenz (Universität Konstanz) : "Das Museumsobjekt im Zeitalter seiner digitalen Repräsentierbarkeit"

10.30 - 11.00 Gunther Reisinger (Universalmuseum Joanneum, Graz) : "Synchrone Archive. Die digitale Quelle im Kontext musealer Sammlungen"

Kaffeepause

11.15 - 11.45 Markus Wessolowski (Österreichisches Filmmuseum, Wien) : "Das Unsichtbare festhalten. Ethische Grundlagen in der Restaurierung von Filmen"

11.45 - 12.15 Gabriele Fröschl / Rainer Hubert (Österr. Mediathek des Technischen Museums, Wien) : "Die Aura des Audiovisuellen. Vom "Mitnehmen des Spiegelbildes" und seinen Folgen"

12.15 - 12.45 Diskussion

Mittagspause

Panel 4 - Gunther Reisinger - Objekterhaltung, Digitalisierung und Langzeitarchivierung

14.00 - 14.30 Andreas Gruber (Institut für Papierrestaurieurung, Wien) : "Grundlagen zur Langzeitarchivierung von analogen Fotografien und Negativen und deren Umsetzung in den Multimedialen Sammlungen des Universalmuseum Joanneum"

14.30 - 15.00 Andreas Weisser / Ute Kannengiesser (Essl Museum, Klosterneuburg) : "Die Digitalisierung und Langzeitarchivierung der Videokunstwerke im Essl Museum"

Kaffeepause

15.15 - 15.45 Christian Keitel (Landesarchiv Baden-Württemberg, Stuttgart) : "Audiovisuelle Herausforderungen. Bemerkungen eines digitalen Archivars"

15.45 - 16.15 Mario Röhrle (Akademie der Künste, Stuttgart) : "Szenarien digitaler Archive"

16.15                Diskussion

Kontakt:

Anmeldung erforderlich unter: Walter Schweiger (mms@museum-joanneum.at) Inhaltliche Rückfragen: Dr. Gunther Reisinger (gunther.reisinger(at)museum-joanneum.at), Teilnahmegebühr: EUR 40,00