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Termine

"Von Trauer und Hoffnung. Die Erinnerung an die Sowjetunion im kubanischen Film und Theater"

Referentin: Dr. Carola Heinrich (München)

Die Zeit an der Seite der Sowjetunion war für Kuba vor allem von einer Leichtigkeit geprägt, einerseits im ökonomisch-sozialen, andererseits im ideologischen Sinn. Perestroika und Glasnost bewirkte allerdings eine Wende in der Beziehung zur Sowjetunion: Von einem politischen und ideologischen Vorbild verwandelte die Sowjetunion sich plötzlich in eine subversive und verräterische Gefahr für den kubanischen Sozialismus. Ihr Zusammenbruch und damit auch der Wegfall der Handelsbeziehungen stürzte Kuba in eine schwere Wirtschafts- und Versorgungskrise. Der Vortrag beschäftigt sich mit den Fragen: Wie wird die Zusammenarbeit mit der Sowjetunion nach ihrem Zusammenbruch und dem Verschwinden allen Sowjetischen von der Insel erinnert? Und welchen Ausdruck findet diese Erinnerung in der Kunst? Der Vortrag analysiert die Darstellung der Sowjetunion im zeitgenössischen Film und Theater und zeigt, wie die Sowjetunion ins kulturelle und kollektive Gedächtnis Kubas eingegangen ist.

Dr. Carola Heinrich studierte Romanistik, Italianistik und Kommunikationswissenschaft an der LMU München und der Universidad de La Habana. Sie promovierte im Fach Romanistik an der Universität Wien. Zwischen 2012 und 2016 war sie Volontärin am Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.


„Zwischen Utopie und Wirklichkeit: Sozialismus und Kommunismus in Lateinamerika“

Zum 10. Mal findet dieses Semester die Vortragsreihe im Winter des Zentralinstituts für Lateinamerikastudien (ZILAS) statt, die dieses Mal in Zusammenarbeit mit der Professur für Theorie und Didaktik der Geschichte durchgeführt und von der Bundeszentrale zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert wird.

100 Jahre nach der Russischen Revolution stellt sich im Hinblick auf Lateinamerika nicht nur die Frage, wie insbesondere marxistisch-leninistische Ideen im Laufe des vergangenen Jahrhunderts rezipiert wurden und welches die konkreten Auswirkungen der Russischen Revolution waren. Auch wie sich ein eigenes revolutionäres Potential in der Region entwickelte und in welchem Verhältnis dies zu europäischen Varianten der Etablierung, Sicherung, Überwindung und Erinnerung sozialistischer und kommunistischer Systeme steht, wirft ein Licht auf Spielarten einerseits und übergreifende Ansprüche sozialistischer und kommunistischer Strukturen andererseits: Wie entstanden mit dem „kurzen 20. Jahrhundert“ in Lateinamerika Nährböden für sozialistische und kommunistische Utopien und welche Realitäten erwuchsen daraus, verschwanden oder blieben erhalten und wie werden diese Utopien und Realitäten erinnert?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die diesjährige von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderte Vortragsreihe im Winter. Die Reihe richtet sich an alle Interessierten innerhalb und außerhalb der KU Eichstätt-Ingolstadt.

An neun Terminen verdeutlichen Vorträge und eine Filmvorführung, dass Sozialismus und Kommunismus sich in Lateinamerika auf sehr ambivalente und vielfältige Art und Weise manifestierten und manifestieren: in Parteien, intellektuellen Diskursen, wissenschaftlichen Disziplinen, Gewerkschaften, populistischer Politik, Guerilla-Organisationen, planwirtschaftlich ausgerichteten Modellen, Reformprogrammen, sozialen Bewegungen sowie Solidaritätsbewegungen, im öffentlichen gesellschaftlichen Diskurs und nicht zuletzt in der Theologie der Befreiung.

Die Vortragsreihe wird mit einem Vortrag von Prof. Dr. Klaus Meschkat von der Universität Hannover eröffnet. Meschkat spricht zum Thema „Die russische Revolution von 1917 und ihr Echo in Lateinamerika“. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr im Raum KAP 010, Kapuzinergasse 2, 85072 Eichstätt. Danach finden die Vorträge jeweils mittwochs ab 18:30 Uhr in Kollegiengebäude Bau A 205 (Ostenstraße 26) statt.

Begleitend zur Vortragsreihe wird im Foyer der Sommerresidenz die von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Deutschen Historischen Museum Berlin konzipierte Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ gezeigt. Sie beschreibt den Aufstieg und Niedergang kommunistischer Bewegungen, deren totalitärer Anspruch rund um den Globus Millionen mobilisierte und sich zum Albtraum von Abermillionen entwickelte, die Opfer kommunistischer Gewaltregime wurden.

Nähere Infos und das Programm

 

Datum: Mittwoch, 10.01.18  Uhrzeit: 18:30 -  19:30
Veranstalter: Zentralinstitut für Lateinamerikastudien (ZILAS) in Zusammenarbeit mit der Professur für Theorie und Didaktik 
Ort: Raum 205, Kollegiengebäude, Bau A, Ostenstraßen 28, Eichstätt