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Termine

Premiere des Theaterstücks "Die kahle Sängerin"

Die studentische Theatergruppe "Wanderbühne" inszeniert das Stück "Die kahle Sängerin" von Eugène Ionesco. Weitere Aufführungen finden am 18. und 20. Januar (jeweils ebenfalls um 20 Uhr in der Kellerbühne des ehemaligen Kapuzinerklosters) statt. 

 

Das Stück geht auf Ionescos denkwürdige Erfahrungen mit einem Englisch-Lehrbuch zurück: "Gewissenhaft schrieb ich die Sätze aus meinem Lehrbuch ab, um sie auswendig zu lernen. Als ich sie aufmerksam wieder durchlas, lernte ich zwar nicht Englisch, dafür aber erstaunliche Wahrheiten: dass die Woche sieben Tage hat zum Beispiel ... oder, dass der Fußboden unten, die Decke oben ist..."

Im Fortgang des Lehrbuchs traten Personen auf, die sich Dinge mitteilten, die sie eigentlich schon wissen mussten: So setzte eine Frau Smith ihren Mann darüber in Kenntnis, dass beide mehrere Kinder hätten, in der Umgebung Londons wohnten, ein Dienstmädchen hätten usw. Dieses Leseerlebnis der Absurdität des Alltags wurde zur Keimzelle der "Kahlen Sängerin" und damit des absurden Theaters des Eugène Ionesco.

Letztlich will Ionesco mit seiner Kritik an der alltäglichen Konversation, die Situation der Menschen zeigen, die darin gefangen sind.

So deckt die Kritik an der oberflächlichen Sprache eines Sprachlehrbuchs in der Konsequenz die existenzielle Situation des modernen Menschen auf: Sein Gefangensein im Alltagsgeschwätz zeigt seine innere Leere, seine absolute Einsamkeit.

(Quelle: wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php/Die_kahle_Sängerin)

 

Das Absurde Theater entwickelte sich im Nachkriegsfrankreich als Reaktion auf eine sinnentleerte Welt, in welcher der "zur Freiheit verurteilte" Mensch selbständiger Schöpfer seines Geschicks ist und sich den Sinn seiner Existenz selbst geben muss. Aus dem Bewusstsein der damit verbundenen Verantwortung entsteht Angst und Vereinsamung. Das Theater des Absurden ist seinem Wesen nach nicht französisch. Zu den führenden Dramatikern zählen der Engländer Samuel Beckett, der Rumäne Eugène Ionesco sowie der Franzose Jean Genet.

Das Theater des Absurden strebt nach einer radikalen Abwertung der Sprache, nach einer Dichtung, die unmittelbar aus auf der Bühne sichtbar und gegenständlich gewordenen Bildern hervorgehen soll. Die Sprache spielt dabei zwar immer noch eine wichtige Rolle, aber das, was auf der Bühne geschieht, sagt mehr aus als die Worte, die von den Figuren gesprochen werden. Oft widerspricht sogar das Geschehene der Sprache. Die Akteure reden aneinander vorbei, ihre Worte werden nicht verstanden oder gehen ins Leere. Die Zerstörung der Sprache als Mittel der Verständigung ist im absurden Theater offensichtlich.

Statt endloser Diskussionen bieten die Dramen Szenarien, die extrem arm an Worten, Handlung und Dekoration sind. Die klassischen Kategorien der Einheit der Zeit, des Ortes und der Handlung sind aufgehoben: Es gibt keine äußere messbare Zeit mehr, sie geht über in Zeitlosigkeit. Der Ort ist ein imaginärer Ort: Er ist überall und nirgends. Es gibt keine Handlung mehr, die Dramaturgie der Stücke ist statisch.

Es wird weder eine geschlossene, gegenständliche Welt dargestellt, noch ein logisch fortschreitendes Geschehen. Stattdessen bietet das absurde Theater Reflexionen, Dialoge ohne Ziel, gedankliche Akrobatik. Nicht die äußere Welt, die Welt der Realität, wird aufgezeigt, sondern der seelische Innenraum des Menschen. Der Mensch steht nicht dem Menschen und der Welt gegenüber, sondern dem Rätselhaften, dem Chaos und dem Nichts. Somit desillusioniert das absurde Theater, es setzt damit einen Denkprozess in Gang und fordert heraus.

 

(Quelle: theater-info.de/absurdes_theater.html)

Datum: Mittwoch, 17.01.18  Uhrzeit: 20:00 -  22:00 Uhr
Veranstalter: Ensemble "Wanderbühne" 
Ort: Kellerbühne im ehem. Kapuzinerkloster