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Wintervortragsreihe: "Warum Populismus? Politikwissenschaftliche Perspektiven auf ein umstrittenes Phänomen"

30. Wintervortragsreihe: "Populismus"

Vortragsthema am 8. November:
Warum Populismus? Politikwissenschaftliche Perspektiven auf ein umstrittenes Phänomen
(Dr. Veith Selk, TU Darmstadt)

Das ausführliche Programm der Reihe findet sich unter
www.ku.de/wintervortragsreihe

Die Vorträge der elfteiligen Reihe beginnen jeweils um 18.15 Uhr im Raum Raum 209 des ehemaligen Kapuzinerklosters (Kapuzinergasse 2, Eichstätt). Einzige Ausnahme ist der Vortrag am 31. Januar 2019, der im Hörsaal 201 (Kollegiengebäude A, Ostenstraße 26, Eichstätt) stattfindet.

 

Zum Oberthema der 30. Wintervortragsreihe

Ob in der Tagespresse, in Diskussionsrunden oder in den Foren des World Wide Web – kaum ein Begriff wurde in den letzten Jahren so oft und kontrovers diskutiert wie der des „Populismus“. Dabei beginnt der Konflikt bereits bei der Suche nach einer gültigen Definition, denn häufig endet dieses Unterfangen auch unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in gegenseitigen Vorwürfen, selbst populistisch zu sein. Vor diesem Hintergrund lautet das Oberthema der traditionsreichen Wintervortragsreihe an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) in diesem Semester „Populismus“.

Der Ausdruck „Populismus“ wird einerseits genutzt, um dem politischen Gegner eine verzerrte und simplifizierte Argumentationsweise zu attestieren. Gleichzeitig gilt er anderseits als inflationär verwendetes Totschlagargument, um den Gegner zu diskreditieren, wenn keine konstruktiven und stichhaltigen Gegenargumente vorgebracht werden können. Und nicht zuletzt wird in der Debatte auch immer wieder der Einwurf gebracht, dass es auch „gute“ Formen von Populismus gebe, da die Botschaften ja schließlich an das Volk, den „populus“, gerichtet seien.

So handelt es sich letztlich um ein oft unspezifisch verwendetes Schlagwort, dessen Verwendung von der Beschreibung einer Form der politischen Rhetorik bis hin zur Anprangerung rassistischer und antidemokratischer Weltanschauungen reichen kann.

Die Eichstätter Wintervortragsreihe 2018/2019 will sich daher mit diesem Phänomen interdisziplinär auseinandersetzen und sich ihm aus historischer aus historischer und politischer, aber auch aus sprachlicher sowie religiöser Perspektive nähern: Was ist also Populismus? Ist er gleichbedeutend mit Volksverhetzung? Sind Populisten automatisch Demagogen? Gibt es wirklich den „guten“ Populismus? Ist jemand, der „guten“ Populismus zu erkennen glaubt, erst recht ein Populist? Sind die westlichen Demokratien von Populismus ernsthaft gefährdet oder müssen vielleicht Politikerinnen und Politiker in der heutigen komplexen Welt immer ein Stück populistisch sein, um für die Mehrheit der Bevölkerung überhaupt noch verständlich Informationen vermitteln zu können? Drückt die Anfälligkeit für Populismus die Sehnsucht nach einer überschaubareren Welt aus? Ist Populismus tatsächlich ein neues Phänomen oder wird er nur neu wahrgenommen? Sind nicht letztlich oft die emotional aufgeladenen Diskussionsgegenstände ein Grund dafür, dass unliebsame Argumente als populistisch wahrgenommen werden?

Datum: Donnerstag, 08.11.18  Uhrzeit: 18:15 -  20:00
Veranstalter: Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät 
Ort: ehem. Kapuzinerkloster (Raum 209)