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22.01.18

Bibliothek der KU präsentiert Werke aus dem 15. Jahrhundert

In diesem Jahr jährt sich zum 550. Mal der Todestag von Johannes Gutenberg, der Mitte des 15. Jahrhunderts die Technik zum Druck mit beweglichen Lettern etablierte. Die Bibliothek der KU nimmt dies zum Anlass, um ab dem 31. Januar mit der der Ausstellung „Typen, Texte, Themenkreise“ eine Auswahl an Werken aus ihrem Bestand zu präsentieren, die in der Entstehungszeit des Buchdrucks produziert wurden. In Fachkreisen bezeichnet man solche bis zum Jahr 1500 entstandene Werke als Inkunabeln (vom lat. incunabula für „Windeln/Ursprung“) oder Wiegendrucke. Die rund 40 Exponate vermitteln zum einen die Entwicklungen des Inkunabel-Zeitalters und geben zugleich Einblick in die Geschichte des frühen Buchdrucks im Eichstätter Umfeld. Die Ausstellung ist bis zum 16. März in der Staats- und Seminarbibliothek im Hofgarten (Hofgarten 1, Eichstätt) zu sehen (montags bis freitags von 8.30 bis 17 Uhr).


Eine Besonderheit der Ausstellung besteht unter anderem darin, dass beispielhaft illustriert wird, wie Autoren und die ersten Drucker auf dem Weg vom Manuskript zum gedruckten Buch zusammenarbeiteten. Neben theologischen, liturgischen und juristischen Texten in Latein zeigt die Bibliothek der KU auch volkssprachliche Werke und Einblattdrucke. „Gerade in den Städten und an Universitätsstandorten verlief die Verbreitung des Buchdrucks parallel zur Lesefähigkeit der Bevölkerung. Dort entstanden nicht nur Druckereien, sondern es fanden sich auch potentielle Käufer für die neuen Produkte“, erklärt die Leiterin der Abteilung für historische Bestände der Universitätsbibliothek, Dr. Heike Riedel. Daher geht die Ausstellung nicht nur auf die Produktion und die Inhalte der Werke ein, sondern auch auf die Käufer und Leser der Texte, die meist eine individuelle Gestaltung sowie die Bindung des Buches in Auftrag gaben.

Speziell in Eichstätt wurde nach Würzburger Vorbild im Jahr 1484 eine bischöfliche Hofdruckerei eingerichtet, die unter Leitung von Michael Reyser bis 1494 existierte. Schon ab 1490 übernahm auch der in Ingolstadt tätige Johann Kachelofen fürstbischöfliche Aufträge und pflegte parallel Beziehungen zu Gelehrten der Universität Ingolstadt, deren Werke er ebenfalls druckte. Auch solche Netzwerke, die mit dem frühen Buchdruck verbunden waren, sind Thema der Ausstellung.