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05.07.18

Eichstätter Aufruf zu Achtsamkeit, Respekt und Wahrhaftigkeit beim Thema Flucht und Migration

Respekt gegenüber allen in Deutschland lebenden oder hierherkommenden Menschen, Achtsamkeit in der Wahl der Worte und Wahrhaftigkeit fordert das Zentrum Flucht und Migration (ZFM) der KU in seinem „Eichstätter Aufruf zu Achtsamkeit, Respekt und Wahrhaftigkeit beim Thema Flucht und Migration“. Unterzeichnet wurde der Aufruf beim Start von mehr als 30 namhaften Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (wie Friederike Herrmann, Elisabeth Kals, Michael Zimmermann und Klaus-Dieter Altmeppen von der KU, Daniel Göler und Friedrich Heckmann von der Uni Bamberg, Magnus Treiber von der LMU, Kurt Beck von der Uni Bayreuth und Stefan Rappenglück und Gerd Mutz von der Hochschule München).


Das ZFM lud Forscherinnen und Forscher zur Konstituierung des Netzwerks "Migrations- und Fluchtforschung Bayern" nach Eichstätt ein. Es soll dazu dienen, den Austausch zwischen den Forscherinnen und Forschern zu fördern, Forschungsprojekte aus dem Feld Flucht und Migration vertieft zu behandeln sowie politische Debatten anzustoßen. (Foto: Albrecht/upd)

Die Unterzeichner beobachten mit großer Sorge, dass „in Politik, Medien, Journalismus und auf den digitalen Kommunikationsplattformen populistische Kommunikationsstrategien, respektloses Handeln und verkürzte, täuschende oder schlicht gelogene Aussagen“ zunehmen – nicht nur in den extremen Randbereichen, sondern in der Mitte der Gesellschaft. „Dies sind keine singulären Ereignisse. Hier werden gesellschaftliche Entwicklungen erkennbar, bei denen politische Ziele mit nationalstaatlicher Einhegung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit verbunden werden. Dazu werden latent vorhandene Ressentiments strategisch wachgerufen, angesprochen und verstärkt“, heißt es im Aufruf. Nachvollziehbare Ängste und Fragen der Bevölkerung würden nicht ernstgenommen, sondern instrumentalisiert. Der Eichstätter Aufruf fordert daher alle gesellschaftlichen Mitglieder, insbesondere aber die Eliten in Politik, Wissenschaft, Medien und Journalismus auf, sich ihrer Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Gemeinwohl bewusst zu werden.

Vorgestellt wurde der Eichstätter Aufruf bei der Konstituierung des neuen Netzwerks „Migrations- und Fluchtforschung Bayern“, an der rund 30 namhafte Forscherinnen und Forscher von bayerischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in der vergangenen Woche auf Einladung des ZFM teilnahmen. Das Netzwerk soll dazu dienen, den Austausch zwischen den Forscherinnen und Forschern zu fördern, Forschungsprojekte aus dem Feld Flucht und Migration vertieft zu behandeln sowie politische Debatten anzustoßen.

Das Netzwerk versteht sich als ergänzende Institution zu bestehenden Aktivitäten wie dem Netzwerk Flüchtlingsforschung und will insbesondere als regionales Netzwerk tätig werden, da derartige Initiativen in Bayern bislang fehlen. Der Aufbau des Netzwerkes soll vom ZFM, das 2016 gegründet und vom Erzbischöflichen Ordinariat München finanziert wird, geleistet werden. Dazu gehören regelmäßige Treffen sowie die Einrichtung einer Webseite zur Koordination und Außendarstellung. Das Netzwerk wird zudem mehrere Themencluster einrichten, in denen Migrations- und Fluchtfragen intensiv erforscht werden sollen (z. B. gesellschaftlicher Zusammenhalt und Migrationsgesellschaft; (politische) Bildung, Weiterbildung, Fortbildung zu Migration und Flucht; Fluchtursachenforschung; Medien und Migration).

Der gesamte Text des Eichstätter Aufrufs und eine Liste der Unterzeichner finden sich auf der Homepage des Zentrums Flucht und Migration unter www.ku.de/zfm/eichstaetter-aufruf. Wer den Aufruf ebenfalls unterzeichnen möchte, kann sich per Mail an die Adresse zfm-presse(at)ku.de wenden.