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13.06.17

Herkunft, Ankunft, Zukunft: „Zentrum Flucht und Migration“ stellt Arbeitsbereiche vor

Den Weltflüchtlingstag am Dienstag, 20. Juni, nimmt das „Zentrum Flucht und Migration“ der KU zum Anlass, um sich und seine Arbeitsbereiche einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Auf dem Programm der Veranstaltung, die um 18 Uhr im International House (Marktplatz 7, Eichstätt) beginnt, steht unter anderem die Präsentation von Forschungsprojekten aus dem Themenbereich von Flucht und Migration. Außerdem wird Einblick gegeben in eine interkulturelle Theaterwerkstatt, die Studierende der KU gemeinsam mit Flüchtlingen abgehalten haben. Nach der Veranstaltung besteht Gelegenheit, die Räumlichkeiten des Zentrums in unmittelbarer Nachbarschaft zum International House zu besuchen.


v.l.: Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen und Prof. Dr. Rita Rosner (wissenschaftliche Leitung des ZFM) gemeinsam mit Dr. Julia Devlin (Geschäftsführerin des Zentrum). (Foto: Klenk/upd)

„Mit unserem Zentrum hat die KU ein Alleinstellungsmerkmal, da es im Vergleich zu anderen Einrichtungen, die sich mit dieser Thematik beschäftigen, Wissenschaft mit der Entwicklung von Bildungsangeboten verbindet“, erklärt Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen, der gemeinsam mit der Prof. Dr. Rita Rosner (Lehrstuhl für Klinische und Biologische Psychologie) seit April die wissenschaftliche Leitung des ZFM übernommen hat. „Die KU zeichnet sich dadurch aus, dass sie neben Forschung und Lehre auch den unmittelbaren Austausch mit der Gesellschaft sucht. Neues Wissen schnell in die Praxis zu bringen, ist auch im Bereich Flucht und Migration eine Herausforderung“, ergänzt Rosner.

Neben der Forschung bilden die Bereiche Bildung/Coaching sowie Transfer und Dialog die Schwerpunkte in der Arbeit des Zentrums. „Mit der Veranstaltung am 20. Juni wollen wir uns insbesondere auf lokaler und regionaler Ebene als Ansprechpartner anbieten, der sich sowohl mit Herkunft und Ankunft als auch der Zukunft von Flüchtlingen beschäftigt“, so Altmeppen weiter. Ziel des ZFM sei nicht nur die wissenschaftliche Arbeit über Flüchtlinge, sondern auch die Arbeit für und mit Flüchtlingen – auch auf wissenschaftlicher Ebene. Daher wolle das Zentrum zunehmend auch ausländische Forscherinnen und Forscher einbinden. Zudem werden zum Wintersemester erstmals Stipendien an Studierende vergeben, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind.

Gemeinsam mit dem Erzbistum München und Freising, welches das ZFM über fünf Jahre mit insgesamt 5,5 Millionen Euro fördert, will das Zentrum die Ehrenamtlichen in der Erzdiözese zu ihrer Arbeit mit Flüchtlingen befragen, um daraus Schlüsse für mögliche Verbesserungen zu ziehen. Darüber hinaus beschäftigten sich verschiedene Forschungsprojekte an der KU derzeit mit dem Themenkomplex von Flucht und Migration. So untersucht der Lehrstuhl für Klinische und Biologische Psychologie derzeit die Wirksamkeit einer speziellen Form der Psychotherapie für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden, und entwickelt eine Online-Lernplattform, um möglichst viele Psychotherapeuten und Ärzte für die Durchführung einer traumafokussierten kognitive Verhaltenstherapie weiterzubilden.

Die Professur für Journalistik und Kommunikationswissenschaft (Prof. Dr. Friederike Herrmann) wiederum geht der Frage nach, welche Rolle so genannte Narrative in der Berichterstattung über Flüchtlinge spielen. Gemeint sind damit latente Erzählmuster, die unser Wahrnehmen,  Denken und Handeln zu aktuellen Themen unbemerkt formen. Wenn man diese Kontexte erkennt und benennt, kann man besser verstehen, warum in den öffentlichen Debatten bestimmte Aspekte eines Themas viel Aufmerksamkeit erhalten, während andere vernachlässigt werden.