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24.04.18

Lehrstuhl für Grundschulpädagogik erhält Bayerischen Pädagogikpreis des BLLV

Das Projekt "Kids Go Digital" des Lehrstuhls für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik der KU ist am Montag von der Akademie des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) mit dem "Bayerischen Pädagogikpreis" in der Kategorie "Pädagogik innovativ" ausgezeichnet worden. Im Zentrum des prämierten Lehrkonzeptes steht ein bewusster und kompetenter Einsatz von digitalen Medien im Grundschulunterricht. Die Jury entschied sich unter den 43 Einsendungen für das Projekt von Prof. Dr. Klaudia Schultheis, Dr. Petra Hiebl und Edgar Mayer (Konrektor an der Grund- und Mittelschule Großmehring), die sich über 10.000 Euro Preisgeld freuen können. "Bei dem Projekt hat uns vor allem die Interaktion zwischen Schülern und Studierenden überzeugt", erklärte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann.


vordere Reihe (v.l.): Eva Gottstein MdL, die Preisträgerinnen Dr. Petra Hiebel und Prof. Dr. Klaudia Schultheis mit Preisträger Konrektor Edgar Mayer, Bezirksrat Reinhard Eichiner und Dr. Klaus Wild (Leiter des Praktikumsamtes an der Universität Erlangen-Nürnberg). hintere Reihe (v.l.): BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann, BLLV-Ehrenpräsident Klaus Wenzel und Florian Rieß (Rektor der Grundschule "Am Graben", Eichstätt). (Foto: BLLV)

Es sei kein Zufall, dass der Preis an ein Projekt verliehen werde, das sich mit dem Thema Digitalisierung befasse. Es sei auch kein Zufall, dass bei dem Projekt "genau hingeschaut worden ist, was Kinder wollen und brauchen", betonte die BLLV-Präsidentin. Für den BLLV sei eine Pädagogik, die sich an den Bedürfnissen der Kinder orientiert, maßgeblich. Es sei außerdem dringend erforderlich, das Thema Digitalisierung in der Lehrerbildung fest zu verankern.

Das Eichstätter Projekt "Kids Go Digital" ist ein Lehrprojekt im Rahmen der Grundschullehrerausbildung an der KU. Im Sommersemester 2017 erarbeiteten rund 50 Studierende erstmals im Rahmen eines Seminars Unterrichtsprojekte zum Sachunterricht mit Schulen aus dem Eichstätter Raum. Mit Hilfe von Computer, Tablets, Internet und verschiedenen Apps wurden einfallsreich und kreativ Erklärvideos erstellt, Experimente aufgezeichnet und Unterrichtsergebnisse dokumentiert. Dabei wurde beispielsweise die Architektur von Jurahäusern präsentiert oder das Thema "Wasser" als Film aufbereitet. Dieses Lehrprojekt wird nun in jedem Sommersemester angeboten.

Das Projekt "Kids Go Digital" deckt drei Bereiche ab: Es zielt auf zukunftsrelevante professionelle Kompetenzen von Lehramtsstudierenden. Daneben trägt es zur Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer der beteiligten Klassen bei. Schließlich werden die Grundschulkinder mit Tablets, Apps, Internet und Computer vertraut und lernen, diese sinnvoll für das eigene Lernen einzusetzen. Studierende führten die Projekte in Gruppen mit Begleitung der jeweiligen Klassenlehrerinnen und -lehrer und der Dozentinnen und Dozenten an den Schulen durch. Die Ergebnisse wurden von den Schülerinnen und Schülern im Hörsaal vor Publikum und Medien bei der öffentlichen 1. Eichstätter Kinderkonferenz "Kids Go Digital" im Juli 2017 mit Unterstützung der Hermann Gutmann-Stiftung vorgestellt.

Inspiriert wurde das Projekt durch die "Kids' Conference" an der Eichstätter Partneruniversität Australian Catholic University (ACU) in Melbourne. Sie fungiert seit 2012 als offizielles Fortbildungsangebot für Lehrerinnen und Lehrer in Victoria. Schülerinnen und Schüler der Primar- und Sekundarstufe präsentieren dort einmal im Jahr mit kurzen Beiträgen innovative Projekte. Für ihre Präsentation nutzen sie digitale Medien oder zeigen, wie moderne digitale Technik für das Lernen und Erarbeiten von Lehrinhalten in der Schule zum Einsatz kommen kann. Die besten Projekte der Eichstätter Kinderkonferenz wurden ins Englische übersetzt und im November 2017 auf der australischen "Kids" Conference" virtuell präsentiert.