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17.07.17

Neue Perspektiven für den Grundschulunterricht durch digitale Medien

Wie in der Grundschule ein bewusster Einsatz von digitalen Medien das Lernen der Kinder unterstützen kann, zeigt das Projekt „Kids go digital“ des Lehrstuhls für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik der KU unter der Projektleitung von Prof. Dr. Klaudia Schultheis, Dr. Petra Hiebl und Edgar Mayer. Zu dessen Abschluss verfolgten vergangenen Freitag im großen Hörsaal der KU rund 200 Schülerinnen und Schüler der Grundschule „Am Graben“ in Eichstätt und der Grundschule Großmehring, wie ihre Klassenkameradinnen und -kameraden vor großem Publikum die Projektergebnisse selbstbewusst vorstellten.


Im großen Hörsaal der KU präsentierten die Schülerinnen und Schüler von neun Grundschulklassen die Ergebnisse ihrer (Foto: Schulte Strathaus/upd)

Inspiriert wurde das Projekt „Kids Go Digital“ durch die australische „Kids‘ Conference“, die von Stephen Spain (links) von der Australien Catholic University, Campus Melbourne mit initiiert wurde. An der KU wurde das Projekt "Kids Go Digital" von Prof. Klaudia Schultheis, Edgar Mayer und Dr. Petra Hiebl (von rechts) geleitet. Vorgestellt wurde das Projekt bei einer internationalen Tagung mit weiteren Teilnehmerinnen aus Bulgarian, Spanien und Japan. (Foto: Mayer/upd)

Gemeinsam mit rund 50 Lehramtsstudierenden der KU hatten neun Klassen das Sommersemester über beispielsweise die antike Sage der Europa als Hörspiel vertont sowie die Architektur von Jurahäusern in Form einer Präsentation oder das Thema „Wasser“ als Film aufbereitet. Um die Entwicklung der digitalen Kompetenz vergleichen zu können, nahm außerdem auch eine bilinguale Klasse des Eichstätter Willibald-Gymnasiums am Projekt teil. „Wir alle haben damit Neuland betreten. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass wir im Unterricht verstärkt mit digitalen Medien arbeiten sollten, denn der Umgang damit bietet viele interessante und neue Perspektiven“, resümierte Prof. Dr. Klaudia Schultheis.

Im Lauf des Projekts wurden an der Universität zunächst medienpädagogische sowie didaktische Umsetzungsmöglichkeiten erarbeitet. Lehrkräfte, Studierende und Dozenten der Universität tauschten sich über klassenspezifische, lehrplankonforme Unterrichtsinhalte und deren Umsetzung mit digitalen Medien aus. So entstand für jede Klasse eine individuelle Möglichkeit, mit Medien zu lernen. Vorab untersuchten die Studierenden zunächst verschiedene Programme zur Audio- und Videobearbeitung sowie so genannte Gamification-Tools, mit denen sich Inhalte spielerisch aufbereiten lassen, und prüften, wie sich damit Lehrinhalte vertiefen lassen. Anschließend erarbeiten sich die Kinder so weit wie möglich selbständig Unterrichtsinhalte, um die Lernergebnisse mittels digitaler Medien zu präsentieren und anderen zugänglich zu machen.

Der Rektor der Grundschule am Graben Eichstätt, Florian Rieß, wertete die Zusammenarbeit mit der KU als großen Erfolg, sowohl für die Studierenden als auch für die Schülerinnen und Schüler: „Mit großer Motivation wurden mit digitalen Medien die Präsentationen erstellt. Die Ergebnisse waren pädagogisch hochwertig und technisch gut gelungen.“

Inspiriert wurde das Projekt durch die australische „Kids‘ Conference“, die 2012 von Stephen Spain an der ACU (Australien Catholic University, Campus Melbourne) sowie Vertretern von Geschichts- und Geographielehrerverbänden in Victoria gegründet wurde. Die Eichstätter Veranstaltung, an der auch Spain teilnahm, war zugleich Teil einer internationalen Tagung an der KU von Grundschuldidaktikerinnen und –didaktikern aus Bulgarian, Spanien, Japan und Australien. Diese bildeten die Jury, die einige Beiträge für eine erneute Präsentation bei der nächsten australischen Kids Conference auswählte.