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11.08.17

Wegbereiter für die KU: Prof. Dr. Bernhard Schleißheimer wird 95

Prof. Dr. Bernhard Schleißheimer, ehemaliger Vizepräsident der Kirchlichen Gesamthochschule Eichstätt und letzter Rektor der Pädagogischen Hochschule Eichstätt, feiert am 14. August seinen 95. Geburtstag. Schleißheimer hat wesentlichen Anteil an der Entstehung der ersten Katholischen Universität im deutschsprachigen Raum. Er war nicht nur beteiligt am Zusammenschluss der Pädagogischen Hochschule und der Philosophisch-Theologischen Hochschule zur Kirchlichen Gesamthochschule Eichstätt, sondern erarbeitete von 1973 bis 1975 die Grundlagen für die Erhebung der Gesamthochschule zur ersten Katholischen Universität im deutschen Sprachraum. Er formulierte damals den Satz: „Die Katholische Universität ist kein Luxus für die Kirche, sie ist ein Gebot der Stunde.“


Im Jahr 2012 erhielt Prof. Dr. Bernhard Schleißheimer (Mitte) die Ehrensenatorwürde der KU aus den Händen des damaligen KU-Präsidenten Prof. Dr. Richard Schenk. Rechts neben Schleißheimer ist Laudator Prof. Dr. Reto Luzius Fetz zu sehen. (Foto: Schulte Strathaus/upd)

Für seine Verdienste erhielt er 1986 das Bundesverdienstkreuz und 2002 den Päpstlichen Silvesterorden. Die KU ernannte ihn im Jahr 2012 zum Ehrensenator der Universität. Nach dem Ende seiner präsidialen Ämter, die er (wie Laudator Prof. Dr. Reto Luzius Fetz bei der Verleihung betonte) „aus Pflichtgefühl, nicht aus Neigung“ übernommen hatte, war Schleißheimer weit über sein Pensionsalter – er wurde 1987 als Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie emeritiert – in Lehre und Forschung tätig. So veröffentlichte er 2003 im Alter von 81 Jahren sein Hauptwerk „Ethik heute. Eine Antwort auf die Frage nach dem guten Leben“.

Prof. Dr. Bernhard Schleißheimer wurde geboren am 14. August 1922 in Unterfinning bei Landsberg am Lech. Im Alter von 18 Jahren wurde er 1940 zum Kriegsdienst an die russische Front geschickt; von 1943 bis 1948 war er in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Im Jahr 1949 führte ihn sein Weg zum ersten Mal nach Eichstätt: Als an der damaligen Lehrerbildungsanstalt ein Lehrgang für Spätheimkehrer eröffnet wurde, ergriff er die Chance, sich innerhalb eines Jahres zum Lehrer ausbilden zu lassen, um Beruf und Lebensunterhalt zu besitzen. Von 1950 bis 1952 unterrichtete er zunächst an einer Volksschule in Fischbach am Inn, von 1954 bis 1962 war er Lehrer in München. Zwischen 1954 und 1959 studierte er parallel zu seinem Beruf Philosophie, Pädagogik, Geschichte und Byzantinistik an der LMU, ab 1962 wirkte er als wissenschaftlicher Assistent und Dozent für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule Eichstätt.

Hier war Schleißheimer ab 1965 zunächst Lehrstuhlvertreter, ab 1970 lehrte und forschte er dann als Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören unter anderem Anthropologie und Kulturphilosophie, philosophische Grundfragen der Pädagogik sowie – insbesondere mit Bezug auf die Gegenwart – die Ethik.