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07.12.17

Wölfflin-Preis für Kunsthistorikerin Feist

Als Absolventin des Masterstudiengangs „Aisthesis. Historische Kunst- und Literaturdiskurse“ der KU ist Marie-Therese Feist mit dem diesjährigen Heinrich Wölfflin Preis ausgezeichnet worden. Vergeben wird er vom Freundeskreis des Münchner Instituts für Kunstgeschichte und ist mit 1000 Euro dotiert ist. Mit Marie-Therese Feist hat zum zweiten Mal eine Studierende des Masterstudiengangs diese Auszeichnung erhalten.


In ihrer von Professor Michael F. Zimmermann (KU) und Professor Hubertus Kohle (LMU) betreuten Masterarbeit zum Titel „‚Unbewusste manuelle Äußerungen‘. Der ‚filmische Atelierbesuch‘ als kunstwissenschaftliches Dokument? Zu den frühen Künstlerfilmen Hans Cürlis“ untersuchte den seit Beginn der 1920er Jahre durch Hans Cürlis (1889-1982) hergestellten Filmzyklus „Schaffende Hände“, der bedeutende Künstler wie Lonis Corinth, Max Lieberman, Otto Dix und Wassily Kandinsky bei der Arbeit zeigt. Dokumentiert wird, wie unter der Hand des Künstlers eine Zeichnung oder ein Gemälde entsteht, während die Kamera zugleich immer wieder nahansichtig das Gesicht des Schöpfers zu sehen gibt. Im Zentrum stand die Frage, wie der Kunsthistoriker und Kulturfilmregisseur Cürlis seine Filme vor dem Hintergrund zeitspezifischer Popularisierungen der Künstlerfigur umsetzte und sie zugleich als Beitrag einer Kunstgeschichte als „strengen Wissenschaft“ legitimierte.

Cürlis‘ Schaffen bezieht sich u.a. auf die psychologische Charakterlehre der 1920er Jahre. Mit Unterstützung des Max Weber Programms der Studienstiftung des Deutschen Volkes hat Feist das immer wieder neu bearbeitete Filmmaterial und seine historischen Hintergründe durch umfassende Archivrecherchen in Berlin, München, Nürnberg und Hannover rekonstruiert. Zudem konnte sie es erstmals in Verbindung zu Cürlis’ akademischer Textproduktion durchleuchten. Die Arbeit ist inhaltlich ebenso wie methodologisch ein Meilenstein in der Historie der filmischen Vermittlung von Kunst und Kunstgeschichte.

Von 2005 bis 2010 studierte Marie-Therese Feist zunächst in Nürnberg und Wien Malerei und Kunstpädagogik und schloss ihr Studium als Meisterschülerin ab. Im Anschluss daran absolvierte sie an der Universität Köln ein weiteres Bachelor-Studium in Geschichtswissenschaften und Kunstgeschichte. Das Thema ihrer Abschlussarbeit waren denunzierende Fotografien von jüdischen Bürgern, die private Leser während der Nazi-Zeit an die Zeitschrift „Stürmer“ eingeschickt haben. Im Jahre 2013 hat sie sich erfolgreich für den interuniversitär vernetzten Studiengang „Aisthesis. Historische Kunst- und Literaturdiskurse“ im Elitenetzwerk Bayern beworben, der von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt für die Dauer von zehn Jahren als Sprecheruniversität betreut wurde. An der KU hat der Studiengang 2016 seine Nachfolge im Profil „Aisthesis. Kultur und Medien“ im Rahmen der Interdisziplinären BA- und MA-Studiengänge gefunden.

Weitere Informationen zum Studiengang unter
www.ku.de/slf/aisthesis-kultur-medien/