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17.08.16

Eichstätter Stadtnatur und Naturschutz

Ausstellung im Informationszentrum Naturpark Altmühltal wird um studentische Arbeiten erweitert


Vegetationsaufnahme im Stadtbereich von Eichstätt (Bild: Natalie Bienenstein)

Flechtenkartierung (Bild: Johanna Jetschni)

Ausstellung mit Prof. Jochner und Studenten (Bild: Sebastian Kaffka)

Ausstellung (Bild: Susanne Jochner)

Welchen positiven Nutzen bieten den Eichstättern der Hofgarten, die Altmühlaue oder die angrenzenden Waldgebiete? Quasi vor der Haustür haben Studierende des Masterstudiengangs Umweltprozesse und Naturgefahren der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt zu solchen und weiteren Themen geforscht. Ihre Ergebnisse präsentieren sie nun in Form von Postern im Eichstätter Informationszentrum des Naturpark Altmühltals. „Forschung vor Ort ist nicht nur praktisch, sondern auch höchst spannend, da man sich mit der Region beschäftigt, in der man studiert und lebt“, erklären Prof. Dr. Susanne Jochner und Prof. Dr. Bernd Cyffka, von denen die 20 Studierenden bei ihren Arbeiten fachlich begleitet wurden.

Ziel des Seminars war es auch, den Naturschutz-Begriff zu erweitern. „Naturschutz in der Stadt geht über den reinen Arten- und Biotopschutz hinaus: Auch die Analyse der Elemente Boden, Wasser, Luft und Klima sind wichtig zur Bewertung von Stadtökosystemen und deren Dienstleistungen“, erklärt Jochner. So bieten Wälder in Stadtnähe Flächen mit geringeren Temperaturen und geringer Schadstoffbelastung. Die Bäume entziehen der Atmosphäre außerdem das klimaschädliche Kohlenstoffdioxid.

Unter die Lupe genommen haben die Studierenden auch die Luftgüte in Eichstätt. Als Indikator dafür dienten ihnen bestimmten Flechtenarten auf der Rinde von Ahornbäumen, die empfindlich auf Schadstoffe reagieren. Verglichen haben sie dabei die Verbreitung in der Innenstadt, im Industriegebiet und auf dem Frauenberg. Besonders auf Eichstätts Hausberg waren die Erkenntnisse positiv: Hier wiesen die vorkommenden Flechten auf eine geringe Luftverschmutzung hin.

Bildet die Innenstadt Eichstätts eine typische Wärmeinsel aus, die sich z.B. aufgrund der Bebauung in höhere Temperaturen ausdrückt? Um diese Frage zu beantworten führte eine weitere Gruppe nicht etwa Temperaturmessungen durch, sondern eine umfangreiche Bestimmung und Zählung von Pflanzen im Stadtzentrum bis hin zu den Außenbereichen. Ziel war es, festzustellen, ob in bestimmten Gebieten wärmeliebende Pflanzen besonders häufig vorkommen. In der Tat: Einen zentrumsnahen Temperaturhotspot nahe der Bahnlinie konnten die Studierenden mit ihrer Methode feststellen.

Wie hoch der Grad der Einflussnahme des Menschen auf die Landschaft in und um Eichstätt ist, war Thema einer weiteren Arbeit. Die Studierenden verwendeten digitale Karten und führten zusätzlich Ortsbegehungen durch, um die Gebiete auszumachen, die wenig durch den Menschen beeinflusst sind. Übertragen wurden die Ergebnisse dann in ein räumliches Muster auf einer Karte. „Eines kann man vorwegnehmen: Vollkommen naturbelassene Gebiete waren in Eichstätt nicht zu detektieren“, so Jochner.