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10.11.17

Herausforderungen der Internationalisierung von Tourismuswissenschaft: DGT Jahrestagung 2017 auf der Insel Mainau

Eigentlich ist die Fahrtrichtung klar: die zunehmende Globalisierung erfordert die entsprechende Internationalisierung in allen Bereichen, so auch im Forschungsbereich. Wie international soll oder muss Forschung heute sein und was bedeutet das überhaupt? Harald Pechlaner konnte auf Einladung von Professor Schmude von der LMU und Präsident der DGT, am Beispiel der Deutschen Gesellschaft für Tourismuswissenschaft (DGT), welche Harald Pechlaner selbst 10 Jahre als Präsident geführt hat (2002-2012), und der Association Internationale D'Experts Scientifiques Du Tourisme (AIEST), welcher er derzeit als Präsident vorsteht, die Internationalisierung mit Blick auf die vergangenen Jahrzehnte skizzieren


Professor Schmude, Gräfin Bernadotte af Wisborg und Professor Pechlaner (v. l.)

Bedeutung bekommt die Frage nach Internationalisierung vor allem im Lehr- und Forschungsbereich. Die Schaffung eines einheitlichen Hochschulraums mit ERASMUS hat die Ausbildungslandschaft stärker internationalisiert (Sprache, Mobilität...), aber wie sieht es in der Forschung aus? Pechlaner ging der Frage nach, wie wichtig das Forschen und Publizieren in deutscher und/oder englischer Sprache ist. Dabei betonte er die Wichtigkeit der inter- und transdisziplinären Forschung als eine Herausforderung, um in einem zweiten Moment (internationale) Forschergruppen zusammenzustellen oder sich daran zu beteiligen. Durchaus problematisch ist dabei eine internationale Entwicklung, die das ausschließliche Publizieren der Forschungsergebnissein international sichtbaren Journalen vorsieht, um entsprechende "Impact factors" zu erreichen (was für die Vergleichbarkeit gewiss positiv ist). Dies deshalb, weil lt. Pechlaner die Tourismuswissenschaften in ihrer Angewandtheit auch weiterhin von einem Austausch mit der Tourismuswirtschaft profitieren und diesen auch für die weitere Entwicklung von Forschungsfeldern brauchen, was das Publizieren in den jeweiligen regional relevanten Sprachen zusätzlich sinnvoll erscheinen lässt. Abgesehen davon, dass die zu starke Ausrichtung auf impact factors die Frage aufwirft, wozu wir forschen und wie Hochschulen ihre Rolle in modernen Gesellschaften (neu) definieren können.