Sie befinden sich hier: KU.de  Fakultäten  Mathematisch-Geographische Fakultät  Geographie  Einzelseite Nachrichten Fach Geo

05.03.18

Uni Eichstätt Vorreiter bei nachhaltiger Bildung

Ein Pilotprojekt an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt soll die in der Lehrerbildung tätigen Hochschuldozenten im Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) schulen. Die CSU im Bayerischen Landtag hat nun eine Erhöhung der dafür vorgesehenen Fördermittel durchgesetzt.


Nachhaltigkeit ist zu einem Schlüsselwort im 21. Jahrhundert geworden. Im Zeitalter von Klimawandel, Demografischen Wandel und Ressourcenknappheit scheint nachhaltiges Denken und Handeln die richtige Antwort auf viele Probleme zu sein. Doch wann genau ist Nachhaltigkeit tatsächlich erreicht und wie kann man bei Menschen nachhaltiges Handeln fördern?

An der Katholischen Universität (KU) Eichstätt-Ingolstadt macht man sich darüber schon sehr lange Gedanken. Hier versteht man darunter eine ökologisch, ökonomisch und sozial ausgewogene Entwicklung, die globale und Generationengerechtigkeit berücksichtigt. Eine Entwicklung auf Kosten anderer schließt das aus.

„Seit 2010 ist nachhaltige Entwicklung ein fest verankerter Bestandteil des Profils der Universität“, erklärt Prof. Dr. Ingrid Hemmer, Nachhaltigkeitsbeauftragte der KU Eichstätt-Ingolstadt. Bereits im Wintersemester 2010/11 wurde hier ein Nachhaltigkeitsgesamtkonzept für Forschung, Lehre und Campusmanagement beschlossen, über das bisher nur sehr wenige Universitäten in Deutschland verfügen.

Um eine nachhaltige Herangehensweise stärker in der Gesellschaft zu verankern und zukünftige Entscheidungsträger dafür zu sensibilisieren hat es sich die KU Eichstätt-Ingolstadt mittlerweile zum Ziel gemacht, „Nachhaltige Entwicklung“ möglichst vielen Studierenden durch eine interdisziplinäre Ringvorlesung im Rahmen eines Studium generale zu vermitteln. Darüber hinaus hat die KU zusätzlich den Masterstudiengang „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ entwickelt, der bereits seit 2010 Multiplikatoren für BNE im außerschulischen Bereich ausbildet und bundesweit einzigartig ist. Das Weltaktionsprogramm und der nationale Aktionsplan BNE fordern aber auch eine verstärkte Verankerung von BNE im schulischen Bereich. Nachdem Bayern im neuen LehrplanPLUS BNE als fachübergreifendes Ziel definiert hat, muss es nun auch in der Lehrerbildung Eingang finden. Hier setzt das Pilotprojekt an. Hochschuldozentinnen und -dozenten verschiedener Fächer, die in der Lehrerbildung tätig sind, werden in diesem bundesweit einzigartigen Projekt gezielt im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgebildet. Als Multiplikatoren sollen sie die angehenden Lehrkräfte und diese wiederum ihre zukünftigen Schüler für genau dieses Thema sensibilisieren.

Die Forderung nach mehr Nachhaltigkeit ist keinesfalls eine Randerscheinung, sondern ein Querschnittsthema. Eine nachhaltige Herangehensweise bringt in allen gesellschaftlichen Bereichen Vorteile mit sich, zum Beispiel bei Mobilität und Verkehr, bei der Energieversorgung und im Bereich von Landwirtschaft. Vor allem die Umwelt und unsere Kinder profitieren.

Deswegen haben sich vor allem Mitglieder des Arbeitskreises Umwelt der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag dafür eingesetzt, die „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ an der KU Eichstätt-Ingolstadt zu stärken. „Gerade wenn wir überlegen, wie wir unsere Lebensmittel erzeugen, welche Flächen wir wie stark nutzen und beim Umweltschutz ist nachhaltiges Handeln wichtig“, sagt die Eichstätter CSU-Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel. „Nur wenn bereits die Universitäten dieses Thema ausführlich lehren, werden am Ende genügend Menschen dafür sensibilisiert sein.“

Das an der Eichstätter Universität entwickelte Pilotprojekt ist nach Meinung der CSU-Landtagsfraktion bestens dafür geeignet, dem Gedanken von Bildung für nachhaltige Entwicklung in der gesamten Hochschullandschaft und insbesondere in der Lehrerbildung zum Durchbruch zu verhelfen. Es soll nach Willen der CSU daher mit zusätzlichen staatlichen Fördermitteln aus dem Etat des Umweltministeriums in Höhe von 250.000 Euro ausgestattet werden. Das Ziel des Pilotprojekts in Eichstätt ist für Abgeordnete Schorer-Dremel klar: „Ab 2030 soll jeder Lehrer in Bayern Grundlagen im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung haben.“