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Was ist Musikwissenschaft?

Die Musikwissenschaft versucht, die Entwicklung und Beschaffenheit von Musik zu verstehen und zu erklären. Sie kennt dabei keine stilistischen und kulturellen Grenzen: ein Musikwissenschaftler sollte etwas von Rock und Barock verstehen, ebenso wie z.B. von Jazz, Pop, Volksmusik und aussereuropäischer Musik.
Die Musikwissenschaft zeichnet sich neben ihrer stilistischen Offenheit durch die Vielfalt ihrer Fragestellungen aus. Diese umfassen z.B.

  • Musikgeschichte: Entwicklung von Musikstilen, Biographien von Musikern, etc.
  • Musikpsychologie: Wahrnehmung und Wirkung von Musik, Musikalische Entwicklung im Kindesalter, etc.
  • Musiksoziologie: Musik in der Gesellschaft
  • Akustik: die physikalische Seite der Musik, Funktion von Musikinstrumenten, etc.
  • Musikethnologie: Musik außereuropäischer Kulturen, europäische Volksmusik

Bedingt durch diese vielfältigen Fragestellungen arbeitet die Musikwissenschaft mit verschiedenen geistes- und naturwissenschaftlichen Methoden.
Traditionell wird innerhalb der Musikwissenschaft noch zwischen Historischer Musikwissenschaft (Musikgeschichte), Systematischer Musikwissenschaft (Musikpsychologie, Musiksoziologie, Akustik) und Musikethnologie (Musik aussereuropäischer Kulturen) unterschieden. Aber erst alle diese Bereiche gemeinsam ermöglichen es, das komplexe Phänomen "Musik" mit seinen vielfältigen historischen, psychologischen, soziologischen, akustischen und kulturellen Wechselwirkungen insgesamt zu verstehen. Eine Verkürzung der Fragestellungen, z.B. nur auf die historische Perspektive, ließe hingegen wesentliche Aspekte der Musik unberücksichtigt. Daher vermittelt das Lehrangebot der Eichstätter Musikwissenschaft das Fach in seiner ganzen inhaltlichen und methodischen Breite.

 

 

Das Studium der Musikwissenschaft in Eichstätt

Die Lehrveranstaltungen der Eichstätter Musikwissenschaft profitieren von einer ausgezeichneten räumlichen und apparativen Ausstattung. So besitzt die Musikwissenschaft ein eigenes Computer-Musiklabor mit acht Macintosh-basierten Arbeitsplätzen mit Masterkeyboards und umfangreicher musikbezogener Software, z.B. "Sibelius" als Notensatz- und -layoutprogramm.

Ebenso vorhanden ist umfangreiche Recording- und Videoausstattung sowie Experimentiermaterial im Bereich "Akustik".

 

Konzeption des Lehrangebots

Die Eichstätter Musikwissenschaft gestaltet ihr Lehrangebot nach drei Grundprinzipien:

1. Einheit des Faches Musikwissenschaft: Das komplexe Phänomen "Musik" ist mit seinen vielfältigen historischen, psychologischen, soziologischen, akustischen und kulturellen Wechselwirkungen insgesamt nur zur verstehen, wenn alle drei traditionellen musikalischen Teilbereiche Historische Musikwissenschaft (Musikgeschichte), Systematische Musikwissenschaft (Musikpsychologie, Musiksoziologie, Akustik) und Musikethnologie (Musik aussereuropäischer Kulturen) gleichermaßen in die Betrachtung einfließen. Daher ist es ein zentrales Prinzip des Eichstätter Lehrangebots, alle Teilbereiche gleichermaßen zu vertreten.

2. Methoden- und Kompetenzorientierung: Neben der Beschäftigung mit rein inhaltlichen Fragestellungen ist es für jeden Wissenschaftler von entscheidender Bedeutung, die Methoden und Vorgehensweisen eingehend zu reflektieren, unter denen die inhaltlichen Erkenntnisse gewonnen werden. Nur diese Reflexion erlaubt es, die in jeder Methode liegenden Grenzen zu erkennen und die inhaltlichen Ergebnisse entsprechend richtig einzuordnen. Ausserdem benötigt jeder Wissenschaftler praktische Kompetenzen in verschiedenen wissenschaftlichen Arbeitstechniken (etwa Recherche-, Präsentations- und Vortragstechniken). Im Eichstätter Studiengang sind die Aspekte der Methodenreflexion und praktischen Arbeitskompetenzen als integrale Teile des Lehrangebots fest verankert.

3. Berufsorientierung: Die Beschäftigung mit Musik ist längst nicht mehr die sprichwörtliche "brotlose Kunst". Die vielfältigen Tätigkeitsfelder für Musikwissenschaftler im Kulturleben und der Musikwirtschaft zeigen, dass es für engagierte Musikwissenschaftler zahlreiche interessante Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt gibt. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass bereits im Studium ein klares Bild möglicher Arbeitsfelder entwickelt und berufsorientierte Kompetenzen gebildet werden. Um den Eichstätter Absolventen einen möglichst reibungslosen Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen, arbeitet der Studiengang für Einführungsveranstaltungen und Praktika eng mit Kooperationspartnern aus dem Kulturleben und der Musikwirtschaft zusammen, etwa vom Bayerischen Rundfunk, von der Bayerischen Staatsoper, von Musikverlagen und von Kulturämtern.

Nach diesen Grundgedanken beschäftigen sich die Vorlesungen, Seminare, Übungen und Kolloquien u.a. mit der Musikgeschichte von den frühen Hochkulturen bis zur Gegenwart, Werkanalyse, Musiktheorie, Musikästhetik, Popularmusik, Jazz, Notationskunde, Instrumentenkunde, Musikpsychologie und -therapie, Akustik, Musiksoziologie, Musik und Medien, Musikethnologie und Musikanthropologie, Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und Methoden empirischer Forschung.

Neben der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Musik bietet die KU auch zahlreiche Ensembles zum praktischen Musizieren, z. B. Chor, Kammerchor, A-cappella-Gruppe, Orchester oder Bigband.