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    Der Lehrstuhl im Überblick

Paul Klee, Kleine Seenot, 1928

Paul Klee, Kleine Seenot, 1928

                                                                                                                                                                                                                                  

Die moderne Schule lässt sich vergleichen mit einem Schiff, das seinen sicheren Hafen verlassen hat. Seit den 1960er Jahren befindet es sich nicht mehr in ruhigem Fahrwasser, sondern auf hoher See. Die Koordinaten seiner Fahrt müssen immer wieder neu bestimmt werden, damit es Kurs halten kann oder gar vor dem Kentern bewahrt wird. Die beschleunigte Fahrt macht es erforderlich, dass lecke Stellen von der Besatzung während voller Fahrt beseitigt werden. Ein Umkehren ist nicht möglich. Dies verlangt von der Crew ein hohes Maß an Zielstrebigkeit, Kooperation, Verständigung und praktischer Kompetenz. Häufig reichen die Bordmittel nicht aus, und es muss Hilfe von aussen herbei geholt werden.

 

  • Rationalisierung und Differenzierung unserer Lebensverhältnisse machen als Prozesse durchgreifender Modernisierung auch vor der Schule nicht Halt. Sie stellen die Schule vor zahlreiche kulturelle, soziale und strukturelle Anpassungsprobleme. Der Welt gehen ihre gewohnten Sicherheiten verloren. Die rasch sich ändernden persönlichen Lernmilieus der Heranwachsenden bringen immer häufiger chronische Erkrankungen und spezielle Belastungen mit sich, die Programme einer speziellen Lernförderung und -begleitung verlangen. Spezielle Lernschwierigkeiten, AD(H)S, psychosomatische Störungen, aber auch sozial problematische Verhaltensweisen wie Bullying sind an allen Schularten vorhanden. Gleichwohl sind die Einzelschulen sowie das Schulsystem im Ganzen seit der Umstellung von der Inputsteuerung zur Outputsteuerung verpflichtet, die internationale Konkurrenzfähigkeit unter Beweis zu stellen: Flächendeckende Evaluation, nationale Bildungsstandards und kompetenzbasierte Lehrpläne sind die Instrumente, die den Bildungswettbewerb anfachen sollen. Zugleich ist die Frage aufgeworfen, welche Bedingungen für einen methodisch variantenreichen Unterricht erfüllt sein müssen, der auf eine "Pädagogik der Vielfalt" (Prengel) zielt. In diesem Zusammenhang und mit einem "spatial turn" in der Erziehungswissenschaft verlangt die räumliche Gestaltung des Klassenzimmers und der Schule als Lebensraum besonderes Augenmerk. Ein raumpädagogisches Umdenken ist auch mit der Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (in der BRD seit 2009) und der Forderung nach einem inklusiven Schulsystem angezeigt.

          

                                                                   
         Lernlandschaft und offenes Lernen im Albrecht-Ernst-Gymnasium Oettingen 

    Die neue Schule verlangt von jeder einzelnen Lehrkraft und von den Lehrerkollegien als den Motoren der Schulentwicklung eine ungewöhnliche und hohe pädagogische und fachliche Professionalität.

    Der Lehrstuhl für Schulpädagogik will dabei helfen, diesem Erfordernis gerecht zu werden. Seine Arbeit legt Wert auf die Verbesserung der pädagogischen Wirklichkeit in der einzelnen Schule. Deshalb sind seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sowie seine Serviceangebote auf die Entwicklung der einzelnen Schule bezogen. Lehrstuhlinhaber und Mitarbeiter(innen) sehen sich dabei einem Bildungsverständnis verpflichtet, das auf die ganzheitliche Entfaltung der Persönlichkeit jedes einzelnen jungen Menschen zielt.