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28.01.14

Deutsch-amerikanische Kooperation in der Grundschulpädagogik

Gefördert durch ein Stipendium des Fulbright-Programms verbrachte war Professor Dr. Melinda Pierson (Chair of Special Education der California State University Fullerton) für einen vierwöchigen Forschungsaufenthalt zu Gast an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU). Hintergrund dafür ist eine seit rund eineinhalb Jahren bestehende Kooperation mit dem hiesigen Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik (Prof. Dr. Klaudia Schultheis). Diese entstand durch ein Online-Lehrprojekt, in dem Studierende aus Japan, Bulgarien, Polen, Spanien, USA und Deutschland gemeinsam lernen.


Prof. Dr. Klaudia Schultheis und Prof. Dr. Melinda Pierson (3. u. 4. v.l.) tauschten sich während Piersons Forschungsaufenthalt an der KU u.a. über Konzepte zur individuellen Förderung von Grundschulkindern und ein gemeinsames Online-Lehrprojekt aus. (Foto: upd)

Einer von Professor Piersons Arbeitsschwerpunkten liegt in der Förderung von Schülerinnen und Schüler mit sozialen und emotionalen Problemen. Sie entwickelte und evaluierte verschiedene Förderprogramme wie zum Beispiel den Einsatz von Social Stories, die Kindern helfen, ihr Verhalten zu reflektieren und zu verändern. „In Deutschland gehört der Umgang mit Kindern mit Verhaltensproblemen heute zum Schulalltag von Grundschullehrerinnen und Grundschullehrern und die Diskussion über „Inklusion“ und die individuelle Förderung aller Kinder in der Grundschule ist in vollem Gange. Dennoch haben entsprechende Inhalte bisher noch kaum Einzug in das Curriculum der Lehramtsausbildung gefunden“, erklärt Professor Schultheis.   Gefragt seien hier besonders Konzepte, die wirksam und alltagstauglich sind. Pierson und Schultheis diskutierten und erprobten dazu Möglichkeiten, entsprechende Inhalte in die grundschulpädagogischen Module zu integrieren. Dazu stellte Pierson ihr Konzept der Social Stories in verschiedenen Lehrveranstaltungen vor und motivierte die Studierenden, den Ansatz in der eigenen Unterrichtspraxis und in Praktika anzuwenden. In der weiteren Kooperation planen die beiden Professorinnen ein gemeinsames Online-Seminar im Sommersemester, in dem die Studierenden beider Universitäten Konzepte zur sozial-emotionalen Förderung von Kindern in der Grundschule aus beiden Ländern kennenlernen und anwenden werden.

 

Ein weiterer Schwerpunkt von Piersons Fulbright-Aufenthalt in Eichstätt lag auf so genannten „Active Learning Strategies“, welche sie in einer öffentlichen Fulbright-Lecture vorstellte. Der Fulbright-Aufenthalt bot den beiden Wissenschaftlerinnen nicht nur Gelegenheit, das Konzept des internationalen Online-Lernprojektes zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Thematisiert wurde auch pädagogische Kinderforschung als Hauptschwerpunkt der weiteren Forschungskooperation. So konnte eine Vorstudie für das international vergleichende Forschungsprojekt „Joy to Learn“ auf den Weg gebracht werden. Das Projekt konzentriert sich auf positive Lernerfahrungen von Schulkindern und versucht, durch die Entwicklung und Evaluation neuer qualitativer Forschungsmethoden die Perspektive der Kinder für die Forschung fruchtbar zu machen. Damit knüpfen die beiden Forscherinnen an die im Oktober 2013 in Eichstätt durchgeführte internationale Konferenz zur Pädagogischen Kinderforschung an.

Während ihres Aufenthaltes besuchte Pierson außerdem verschiedene Schulen und Einrichtungen der Förderpädagogik, die ihr einen tiefergehenden Einblick in das deutsche Bildungssystem vermittelten.