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02.03.16

Lawinenexperte der KU informierte Eichstätter Schüler im Tiroler Skilager

Wie entstehen eigentlich Lawinen und wie kann man sich vor ihnen schützen? Darüber informierte Dr. Florian Haas (Mitarbeiter des Lehrstuhls für Physische Geographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt) die Schülerinnen und Schüler des Eichstätter Willibald-Gymnasiums bei deren Skilager, das sie in Nauders am Reschenpass verbrachten. Als einzige Universität im Freistaat lehrt die KU in Kooperation mit dem Lawinenwarndienst Bayern rund um diese Naturgefahr im Studiengang Geographie.


Die Schüler des Willibald-Gymnasiums gruben gemeinsam mit Dr. Florian Haas ein Schneeprofil, um die einzelnen Schichten auf ihre Stabilität hin zu prüfen. (Foto: Mayr/upd)

Mit einem Schneeraster untersuchten die Schülerinnen und Schüler die Kornform und –größe der Schneekristalle, die Aufschluss über die Stabilität einzelner Schneeschichten gibt. (Foto: Mayr/upd)

Mit vielen Bildern und Filmen erklärte Haas zunächst, dass die Alpen häufig als ein sicherer „Spielplatz“ wahrgenommen würden. Dies gelte für die ausgewiesenen Skipisten, welche entsprechend präpariert werden. Gleichzeitig lauere aber gleich daneben im ungesicherten freien Gelände häufig auch die Gefahr, selbst eine Lawine auszulösen und durch sie verschüttet zu werden. „Das sollte man auf jeden Fall vermeiden, weil die Überlebenschancen von Verschütteten in der Lawine bereits nach 15 Minuten drastisch abnehmen.“ Auch eine gute Ausrüstung mit Lawinensuchgerät oder Lawinenschaufel biete keine Garantie, dass man durch diese lebend geborgen wird, könnten sie aber nicht bieten.

Eine grundlegende Orientierung biete vorab die Recherche bei Lawinenwarndiensten. „Das alleine genügt aber noch nicht. Man muss auch selbst in die Schneedecke hineinschauen und nach gefährlichen Schichten suchen, die als Gleitflächen für Lawinen dienen können“, erklärte Haas den Kinder. Und die durften mit ihm dann auch im Gelände den Schnee erkunden. Gemeinsam gruben sie gleich neben der Piste im sicheren Gelände des Skigebietes Bergkastell ein Schneeprofil. So konnten die Kinder erleben, dass eine Schneedecke aus vielen Schichten aufgebaut sein kann und dass darunter durchaus auch ganz weiche Schichten sein können, auf denen dann Lawinen abgleiten können. Einer der gefundenen Bereich erwies sich dann als tatsächliche Schwachschicht. Die Schülerinnen und Schüler zeigten großes Interesse an der Thematik und viele der vorgestellten Beispiele, wie die am Reschenpass überall sichtbaren Lawinenverbauungen, so dass Haas auch im nächsten Jahr wieder zu Besuch ins Skilager des Willibald Gymnasiums kommen wird.