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In Memoriam


Nachruf für Prof. Franz Burgey (1927-2018)

Franz Burgey wurde 1927 in Landshut geboren. Nach dem Krieg studierte er Philosophie und Theologie in Freising und München. 1952 wurde er von Kardinal Faulhaber zum Priester geweiht. Schon wenige Jahre später wurde er zum Direktor eines katholischen Landschulheims berufen. 1965 wurde Franz Burgey Rektor des Erzbischöflichen Seminars für Katechese und Seelsorgehilfe in München. Das Seminar wurde auf seine Initiative und durch sein tatkräftiges Mitwirken zum Fachhochschulstudiengang für Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit erhoben. 1972 wurde der Studiengang in die damals neu gegründete Gesamthochschule Eichstätt integriert. Burgey leistete Pionierarbeit beim Aufbau der Münchner Abteilung des Fachbereichs Religionspädagogik. Er prägte entscheidend die Identität der Fakultät mit und wirkte wegweisend an der Etablierung eines neuen Berufszweigs mit – von der Seelsorgehelferin zur Gemeindereferentin und zum Gemeindereferenten. Unaufdringlich und liebenswürdig verstand er es, richtungsweisende Impulse zu setzen.

Was seine fachliche Ausrichtung anbetrifft, so betrachtete sich Franz Burgey als Grenzgänger: „Grenzfragen zwischen Theologie und Philosophie“ lautete die Nomination seiner Professur. Unter seinen Publikationen finden sich nicht nur zahlreiche Predigtsammlungen, sondern auch Bücher mit Titeln wie „Naturwissenschaft und Glaube“ oder „Technik und heiliger Kosmos“. Diese Werke deuten auf sein großes Lebensthema hin, die Spannung zwischen Wissenschaft und Technik einerseits und Theologie und Verkündigung andererseits. Franz Burgey beschäftigten die Folgen der rasanten naturwissenschaftlich-technischen Entwicklung wie Kernspaltung, Genforschung. Bei seiner Verabschiedung verwies er darauf, dass nicht zufällig das Auto der Zivilisation liebstes Kind sei. „Automobil heißt selbstbewegt“, so Franz Burgey. „Genau so erscheint dem heutigen Menschen die ganze Welt: Selbstbewegt – man braucht keinen anderen, keinen ersten Beweger mehr. Wenn diese Alltagserfahrung der Autonomie keine religiöse Deutung und Vermittlung erfährt, so ist kein Gott mehr zu sehen.“ Burgey warb darum, den Grenzfragen zwischen Theologie und Naturwissenschaften noch intensiver nachzuspüren: „Wäre nicht ein Fachhochschulstudiengang wie der unsere, der ausdrücklich Theologie hin zur Praxis vermitteln will und ständig im Bezug zur Praxis steht, der Ort der Wahrnehmung der religiösen Folgen einer wissenschaftlichen Zivilisation und der Ort der Vermittlungsarbeit?“

Bis zum Eintritt in den Ruhestand 1989 blieb Franz Burgey Leiter der Münchner Abteilung für Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit. Danach wirkte er bis vor drei Jahren als Seelsorger in den Orten Linden und Lochen im Landkreis Bad Tölz. Franz Burgey ist im Alter von 91 Jahren verstorben.


 

Nachruf für Herrn Prof. Dr. Joseph Renker

Unser geschätzter Kollege, Prof. em. Dr. theol. Joseph Renker, ist am 5. Januar 2018 nach längerer Krankheit verstorben. Als Professor für Theorie und Praxis der Kirchlichen Gemeindearbeit (1973 bis 1993) hat er den neu gegründeten Fachhochschulstudiengang für Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit in der damaligen Gesamthochschule Eichstätt, aus der 1980 die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt wurde, mit aufgebaut. Durch seine engagierte Tätigkeit als Professor, geschätzter Kollege und Priester hat er die Identität der Fakultät entscheidend mitgeprägt und durch sein Vorbild und seine Lehre eine ganze Generation von Studierenden, Religionslehrer*innen und Gemeindereferent*innen inspiriert. In seiner großen Offenheit und Dialogbereitschaft blieb er auch nach seiner Emeritierung nicht nur Seelsorger für die Pfarrei Egweil/Attenfeld, sondern auch vielen seiner ehemaligen Kolleginnen und Kollegen ein treuer Freund und Seelsorger, der seinem Vertrauen und seiner Hoffnung authentisch Ausdruck zu geben verstand. Er war als Mitmensch und Priester Zeuge für die befreiende Kraft des Evangeliums. Wir sind dankbar, dass wir so viele Jahre mit ihm leben und arbeiten durften.   

 

 


Nachruf für Herrn Prof. Dr. Walter Hilber (10. November 1939 – 11. Juni 2015)


»Wach auf, meine Seele!
Wacht auf, Harfe und Saitenspiel!
Ich will das Morgenrot wecken.«
(Ps 57,9)

Am 11. Juni 2015 ist Herr Prof. Dr. Walter Hilber im Alter von 75 Jahren in Spanien verstorben.
Walter Hilber war von 1.12.1977 bis 31.3.2002 Professor für Pädagogik an der Fakultät für Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit der KU Eichstätt Ingolstadt und lehrte an den beiden Standorten der Fakultät, Eichstätt und München. Als Dekan und Senator übernahm er Verantwortung für die Fakultät und die Universität. Während der gesamten Zeit seiner Tätigkeit engagierte er sich als Mitglied und Vorsitzender verschiedener Kommissionen der akademischen Selbstverwaltung.
Dem Kollegium ist er als ein überaus angenehmer und liebenswürdiger Kollege in Erinnerung, der es verstand, an der Fakultät eine freundschaftliche und offene Atmosphäre zu schaffen und integrierend zu wirken. Kollegen wie Studierende schätzten ihn als einen Menschen von großer Herzensbildung, den die Frage nach dem Humanum bewegte, der das Leben und damit auch die Menschen aus der Tiefe erfahrener Menschlichkeit liebte, der mit und für die Anderen empfand und um des Menschen willen so manche Regel hintan stellten konnte. Seine vorbehaltlose Offenheit und stete Bereitschaft zum Gespräch ließen ihn auch und gerade für die Studierenden zu einer persönlichen Instanz an der Fakultät werden.
Als Pädagoge vertrat er nicht eine selbstbezogene Wissenschaftlichkeit, sondern eine umfassende Bildungstheorie, die er praktisch in seinem Umgang mit Menschen und Situationen realisierte. So war Bildung für ihn weit mehr als die Anhäufung von Wissen. Vielmehr ging es ihm ganz im Sinne Wilhelm von Humboldts um die harmonische und allseitige Entfaltung der Kräfte der Heranwachsenden hin zu mündigen Menschen in einem Milieu der Freiheit.
Sein weiter Horizont zeigte sich in seiner profunden Kenntnis der Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart ebenso wie in seiner enormen Belesenheit in der zeitgenössischen Literatur. Als virtuoser Gitarrist war er geradezu ein Vorbild, was die Entfaltung musischer Fähigkeiten anbelangt. Nicht selten bemühte er die Gitarre auch in seinen Seminaren, wenn es darum ging, den Studierenden Bildung in jenem umfassenden, ganzheitlichen Sinn erfahrbar zu machen und in ihnen Leidenschaft und Begeisterung für eine so verstandene Bildung zu wecken.
Die Fakultät verliert in ihm einen geschätzten Lehrer und hoch geachteten Kollegen, einen Menschen von Gemüt, Geist und Humor. Für sein langjähriges Engagement im Dienst der Fakultät gebührt ihm unser aufrichtiger Dank. Seinen Angehörigen gilt unsere tiefe Anteilnahme. Lehrende wie Studierende werden ihm ein ehrendes Angedenken bewahren.

Im Namen der Fakultät für Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit
der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

gez.
Prof. Dr. Sabine Bieberstein
Dekanin


»Ich bin gekommen,
damit sie das Leben haben
und es in Fülle haben.«
(Joh 10,10)

Nachruf für Herrn Pfarrer Herbert Rauchenecker

Am 4. Dezember 2014 ist Pfarrer Herbert Rauchenecker im Alter von 75 Jahren in Fürstenfeldbruck verstorben.
Herbert Rauchenecker war bis 1986 Praxisbegleiter im Fachhochschulstudiengang Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, Abteilung München, und war darüber hinaus bis zum Wintersemester 2007/2008 als Lehrbeauftragter im Bereich »Christliches Brauchtum« an den beiden Standorten der Fakultät, München und Eichstätt, tätig.
In seiner Person verbanden sich menschliche Authentizität, seelsorgerliches Engagement und fachliche Expertise. Geprägt von den theologischen und pastoralen Impulsen des II. Vatikanischen Konzils, verkörperte Herbert Rauchenecker eine offene und menschennahe Kirche, in der jenes »Leben in Fülle«, für das Jesus gekommen ist (Joh 10,10), erfahrbar sein sollte. Sein seelsorgerliches Engagement – sei es als Gründungspfarrer der Pfarreien Albertus Magnus in Ottobrunn und Maximilian Kolbe in Neuperlach, sei es als Gemeindepfarrer in Oberhaching, sei es in seinen weiteren Tätigkeitsfeldern – fand ein vielfältiges Echo in seinen Lehrveranstaltungen an der Universität und inspirierte Studierende ebenso wie Kolleginnen und Kollegen.
Herbert Rauchenecker war ein profunder Kenner der kirchlichen – und speziell bayerischen – Brauchtumsgeschichte. Seine Forschungen zum Thema fanden ihren Niederschlag in vielfältigen Publikationen. Dabei verband sich sein Anliegen, das traditionelle Brauchtum verstehbar zu machen, auf fruchtbarste Weise mit seiner Fähigkeit, die überlieferten Formen des kirchlichen Brauchtums in den Kontext heutiger Seelsorge und Bildungsarbeit zu stellen. Und nicht zuletzt war er offen für neue Formen und Bräuche und verstand sie in sein Forschen und Lehren zu integrieren.
All dies ließ ihn bei den Studierenden zu einem geschätzten Dozenten und bei den Lehrenden zu einem hochgeachteten Kollegen werden. Für sein jahrelanges Engagement für unsere Fakultät, an dem er trotz zunehmender gesundheitlicher Beeinträchtigungen festgehalten hat, gilt ihm unser aufrichtiger Dank, seinen Angehörigen unsere tiefe Anteilnahme. Studierende und Lehrende werden ihn in ehrender Erinnerung behalten.

Für die Fakultät für Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
Prof. Dr. Sabine Bieberstein
Dekanin


 

Nachruf Prof. Dr. Leo Zirker

Am 4. Juni 2014 ist Professor Dr. Leo Zirker im Alter von 76 Jahren in München verstorben.
Von 1986 bis 2003 hat Professor Zirker das Fach „Moraltheologie und Pastorale Gesprächsführung“ im Fachhochschulstudiengang Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit der Katholischen Universität Eichstätt an den beiden Abteilungen der Fakultät in München und Eichstätt vertreten. Von 1987-1991 war er als Prodekan für die Münchner Abteilung der Fakultät zuständig, von 1991-1995 übernahm er als Senator Mitverantwortung für die Universität, von 1995-1997 leitete er als Dekan die Fakultät.
Leo Zirker war ein hochgeschätzter und inspirierender akademischer Lehrer – den Inhalten wie seinen Hörern gleichermaßen zugewandt. Für seine lebensnahe, anschauliche Vermittlung schöpfte er aus sowohl aus profunder Sachkenntnis wie aus reicher pastoraler Erfahrung. Von beidem zeugen auch seine zahlreichen Beiträge zu Themen der Religiösen Bildungsarbeit, in denen seine Freude am geschliffenen Wort auch literarisch zum Tragen kam.
Die Dozierenden denken in Dankbarkeit an ihren stets verlässlichen Kollegen, der seine Aufgaben innerhalb der Fakultät mit Sorgfalt und Hingabe und zugleich getragen von einer heiteren Gelassenheit erfüllte.  
Eine besondere Gabe des Verstorbenen war sein herzerfrischender, unerschütterlicher Humor, in dem viel von der Menschenfreundlichkeit Gottes aufleuchtete, die Leo Zirker an seine Mitmenschen weitergab. Ihm gilt unser aufrichtiger Dank für sein treues und fruchtbares Wirken an unserer Fakultät, seinen Angehörigen unsere herzliche Anteilnahme.
Studierende wie Dozierende werden Leo Zirker in ehrender Erinnerung behalten.  

Für die Fakultät für Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit

Prof. Dr. Markus Eham
Dekan

Das Requiem für Professor Dr. Leo Zirker wird gefeiert am Donnerstag, 12.06.2014, um 09.00 Uhr in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Bad Tölz.
Die Beerdigung findet anschließend, um 10.30 Uhr, im Waldfriedhof in Bad Tölz statt.