Das Projekt im Überblick

Das Projekt "Sprachkultur im Jura-Altmühlraum" ist ein Projekt des Lehrstuhls für Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) in Kooperation mit dem Verein Altmühl-Jura und dem Bayerischen Kultusministerium.

Ziel des Projekts ist es, die regionale Sprachkultur der Altmühl-Jura-Gemeinden neu zu beleben. Dafür werden Schulen und Kindergärten befragt und die möglichen Zusammenhänge von Dialektkompetenz, Beherrschung der Standardsprache und Fremdsprachenerwerb an den Schulen im Projektgebiet untersucht. Auch mit älteren Personen werden Zeitzeugen-Gespräche und Interviews durchgeführt.

Die gewonnenen Erkenntnisse werden nach Abschluss der Erhebungsphase in Praxisprojekten umgesetzt. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Kulturfonds Bayern für innovative Bildungsprojekte. Die Ergebnisse werden 2012 als "Sprechender Sprachatlas" der Altmühl-Jura-­Region zugänglich gemacht.


Sie sind bei facebook unterwegs, kommunizieren per webcam, führen ein webblog und hören Musik von 50 Cent oder The Black Eyed Peas - auf den ersten Blick wirkt Englisch wie eine regelrechte Szenesprache der jungen Generation.

Die vielen typisch bayerischen Dialekte, so scheint es, sind währenddessen vom Aussterben bedroht. Doch wird der Dialekt wirklich zum "Fossil" oder ist er auch heute noch ein Zeichen von lebendiger Varietät im Freistaat?

Forscher der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt untersuchen, welche Rolle der Dialekt im Leben der Menschen aus der Region spielt.

Im Fokus steht die Dialektkompetenz der jungen Generation sowie die Bedeutung des Dialekts für die Identität der Sprecher. Das Untersuchungsgebiet umfasst alle 11 Kommunen der Altmühl-Jura-Region mit fast 300 Gemeindeteilen.

"Es geht nicht darum, Dialekt und Standardsprache gegeneinander auszuspielen. Unser Ziel ist es darzustellen, wie die Sprachsituation in der Region momentan aussieht und Wege zu finden, den Dialekt als lebendige Sprachvarietät zu erhalten."

Projektleiterin Dr. Monika Raml, KU Eichstätt-Ingolstadt

 

Ablauf

Abschnitt 1: Zeitraum 2010/2011Abschnitt 2: Zeitraum 2012
  • Dokumentation der regionalen Sprachkultur (Vergleich mit früheren Dialekt-Erhebungen im Jura-Raum unter Einbeziehung der Heimatvereine/-pfleger
  • Datensammlung in der Bevölkerung über Internetseite „Sprache im Fluss“
  • Interviews mit kompetenten Dialektsprechern/Zeitzeugengespräche
  • Befragung an Schulen und Kindergärten (ab Februar 2011), dort Aufbau eines Informationsnetzes
  • Datenauswertung


  • Erstellung eines „Sprechenden Sprachatlasses“ für die Altmühl-Jura-Region
  • Umsetzung des Projekts in einem „lebendigen Kulturkalender“ in den elf Gemeinden
  • Dialekt-Unterrichtsmaterial für die teilnehmenden Schulen und Kindergärten
  • Mögliche Umsetzungen: Theater-Workshops, Musik-/Lyrik-/Film-Wettbewerbe mit Publikation der Preisträger, Autorenlesungen, Presse-Infos, Wanderausstellungen, Internet-Plattform „Jura-Dialekt“, Theatermobil
  • Lehrerfortbildungen zum Thema „Dialekt und Unterricht"

Projektpartner

Altmühl-Jura e.V. ist ein Zusammenschluss der Gemeinden Altmannstein, Beilngries, Berching, Breitenbrunn, Denkendorf, Dietfurt, Greding, Kinding, Kipfenberg, Titting und Walting. Unter dem Motto „Lebensraum-Qualität – Menschen binden, Qualitäts-Lebensraum– aus Nähe zu Metropolen schöpfen" wollen die Gemeinden die Lebensqualität in der Region erhalten und die wirtschaftlich positiven Rahmenbedingungen weiter verbessern.

Die zentrale Aufgabe des bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus ist die Schulaufsicht und die Schulverwaltung. Darüber hinaus hat es aber auch zahlreiche andere Aufgaben, wie beispielsweise Begabtenförderung, Erwachsenenbildung, Gesundheitsförderung, Gewaltprävention, Umweltbildung, Verkehrserziehung und Werteerziehung. Es ist in sieben Abteilungen untergliedert. Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus ist seit Oktober 2008 Dr. Ludwig Spaenle. 

 

Das Regionalmanagement des Altmühl-Jura e. V. wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie.

 

Der Lehrstuhl für Didaktik der Deutschen Sprache an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ist federführend bei der wissenschaftlichen Umsetzung des Projekts.