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Kardinal Wetter Preis 2016 für Dr. Winfried Büttner

Anlässlich der Emeritierung von Friedrich Kardinal Wetter wurde 2008 zur Würdigung hervorragender theologischer Dissertations- und Habilitations- arbeiten der nach dem langjährigen Erzbischof von München und Freising benannte Preis gestiftet. Er ist mit 1.500 € dotiert und wird von der Katholischen Akademie in Bayern jährlich in Absprache und zusammen mit den katholisch-theologischen Fakultäten und Instituten vergeben.

2016 wird unter anderem Dr. Winfried Büttner für seine Dissertationsarbeit bei Prof. Dr. Peter Bruns, dem Direktor der Forschungsstelle Christlicher Orient, ausgezeichnet. Der Titel der Arbeit lautet "‘Gottheit in uns’. Ostsyrische Mystik bei  Šem`on d-Ţaibuţeh (Ende 7. Jahrhundert)". Die Arbeit soll in der Publikationsreihe der Forschungsstelle "Eichstätter Beiträge zum Christlichen Orient" erscheinen.

Die Preisverleihung findet am Mittwoch, den 16. November 2016, an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt um 19.00 Uhr im Kollegiengebäude KG I A, Hörsaal 201, Ostenstraße 26 statt.

Weitere Informationen finden sich auf den Internetseiten der Katholischen Akademie in Bayern. Unter nachfolgendem Link kann auch das ausführliche Programm heruntergeladen werden: Kardinal Wetter Preis 2016

Gastvortrag P. Milad Shehata OFM

In der kommenden Woche wird P. Milad Shehata die Forschungsstelle Christlicher Orient der KU Eichstätt-Ingolstadt besuchen. P. Milad ist seit 2011 Direktor des franziskanischen Kulturzentrums für koptische Studien in Gizeh (Kairo). Seine philosophischen und theologischen Studien schloss er 2010 am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom mit einer Masterarbeit über Begräbnisrituale im Alten Ägypten und der koptischen Liturgie aus historischer und anthropologischer Perspektive ab. Heute ist er unter anderem Mitglied im Board of Directors der Greater Cairo Library und verantwortet The Journal of the Arab Christian Inheritance (JACI-CCF).

Am Donnerstag, den 27.10.2016, wird P. Milad um 19.00 Uhr im Raum KAP-006 in einem öffentlichen Gastvortrag zum Thema „Die Präsenz der Franziskaner in Ägypten. Mission und Herausforderung“ sprechen. Die Forschungsstelle Christlicher Orient lädt alle interessierten Hörerinnen und Hörer recht herzlich ein.

Theologieprofessuren an der Theologischen Fakultät ausgeschrieben

Die Forschungsstelle Christlicher Orient macht aufmerksam auf die aktuelle Ausschreibung zur Wiederbesetzung der Professur für Alte Kirchengeschichte und Patrologie und der Professur für Mittlere und Neue Kirchengeschichte. Bei beiden ist eine Kooperation mit der Forschungsstelle gewünscht.

Der diesbezügliche Ausschreibungstext ist unter folgendem Link abzurufen:
Theologieprofessuren ausgeschrieben

9. Deutscher Syrologentag in Eichstätt

Vom 1. bis 3. Juli 2016 findet im Bischöflichen Seminar und im Collegium Orientale der „9. Deutsche Syrologentag“ statt. Er vereinigt konfessionsübergreifend Forscherinnen und Forscher, die sich mit Philologie und Literatur, Geschichte, Liturgie und Theologie der syrischen Kirchen befassen. Namhafte Experten und junge Nachwuchswissenschaftler werden zwei Tage lang die Ergebnisse ihrer Arbeiten in 28 Vorträgen präsentieren. Zudem finden anlässlich des Zwölf-Apostel-Festes Begegnungen mit der Gemeinschaft des Collegium Orientale statt, die Gottesdienste werden in diesen Tagen überwiegend in syrischen Riten gefeiert. Ausgerichtet wird die diesjährige Konferenz von der „Forschungsstelle Christlicher Orient“ der KU Eichstätt-Ingolstadt, hier vertreten durch Prof. Dr. Peter Bruns und Dr. Thomas Kremer.

Interessierte sind herzlich eingeladen, an den Vorträgen teilzunehmen. Insbesondere zum Abschlussgottesdienst, der am Sonntag, den 3. Juli 2016, um 10.00 Uhr in der Schutzengelkirche gefeiert wird, laden wir alle Gläubigen von Herzen ein.

Das ausführliche Programm kann hier eingesehen werden:
Programm des 9. Deutschen Syrologentages

Kurze Abstracts zu den einzelnen Vorträgen sind in nachfolgender Datei zusammengefasst:
Abstracts zu den Vorträgen

Alle angemeldeten Teilnehmer und Referenten finden in diesem Dokument letzte organisatorische Informationen:
Letzte organisatorische Informationen

Einladung zum 9. Deutschen Syrologentag nach Eichstätt

Vom 1. bis 3. Juli 2016 wird der 9. Deutsche Syrologentag in den Räumlichkeiten des Collegium Orientale sowie des Collegium Willibaldinum in Eichstätt stattfinden. Er wird vonseiten der Forschungsstelle Christlicher Orient der KU Eichstätt-Ingolstadt ausgerichtet. Der Syrologentag soll in der üblichen Weise aus wissenschaftlichen Beiträgen zu allen Gebieten der Syrologie (Sprache, Theologie, Kirchengeschichte, Kultur, Liturgie, Gegenwartslage etc.) Bestehen. Bis 10. März 2016 können per Email an renate.usselmann(at)uni-bamberg.de Kurzzusammenfassungen entsprechender Vorträge eingesandt werden.

Des Weiteren wird die Möglichkeit zu persönlichen Begegnung mit den Studierenden des Collegium Orientale bestehen, welches ab Samstagnachmittag zu einem gemeinsamen Programm anlässlich des alljährlichen "Zwölfapostelfestes" herzlich einlädt.

Während des Syrologentages besteht an allen drei Tagen die Gelegenheit, an einer Göttlichen Liturgie in einem der verschiedenen Riten syrischer Tradition teilzunehmen, die unter Mitwirkung der Kollegiaten des Collegium Orientale gefeiert werden.

Das Einladungsschreiben kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:
Einladung zum 9. Deutschen Syrologentag

Ausführliche Informationen finden Sie unter folgendem Link:
9. Deutscher Syrologentag

Wissenschaftlicher Mitarbeiter / wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungsstelle Christlicher Orient

An der Forschungsstelle Christlicher Orient der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die halbe Stelle eines / einer wissenschaftlichen Mitarbeiters / wissenschaftlichen Mitarbeiterin befristet auf drei Jahre zu besetzen. Die Bezahlung erfolgt bei gegebenen Voraussetzungen nach Entgeltgruppe 13 TV-L.

Das Aufgabengebiet umfasst die Mitwirkung an laufenden Projekten der Forschungsstelle sowie die Mitarbeit an deren Lehrveranstaltungen, Workshops und geplanten Summer Schools. Die wissenschaftliche Weiterqualifikation im Rahmen einer Promotion ist gewünscht. Gelegenheit hierzu bieten u. a. die Projekte der Forschungsstelle. Darüber hinaus beinhaltet die Tätigkeit die administrative, kommunikative und organisatorische Betreuung der Projekte der Forschungsstelle. Darunter fallen insbesondere die Herstellung und Pflege der Kontakte zu Partnerschaftseinrichtungen, das Verfassen von Tätigkeitsberichten/Protokollen und die Aktualisierung der Homepage der Forschungsstelle.

Einstellungsvoraussetzungen sind ein abgeschlossener überdurchschnittlicher Hochschulabschluss in Theologie, Alter Geschichte oder Arabistik/Orientalistik/Semitistik sowie sehr gute Kenntnisse zumindest einer orientalischen Sprache (Arabisch, Syrisch, Koptisch). Wünschenswert sind zudem Kenntnisse in Latein und Altgriechisch; zudem wären Kompetenzen in Englisch und Französisch von Vorteil.

Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt ist eine vom Freistaat Bayern gewährleistete und anerkannte nichtstaatliche Hochschule in kirchlicher Trägerschaft. Sie strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre an, weshalb sie Interessentinnen nachdrücklich zur Bewerbung auffordert. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt.

Alle Bediensteten sind verpflichtet, den kirchlichen Auftrag und den katholischen Charakter der Universität anzuerkennen und zu beachten. Dies wird von der Universität bei Ernennung von Beamten sowie bei Einstellung von Arbeitnehmern berücksichtigt; sie ist deshalb auch in dieser Hinsicht an ausdrucksstarken Bewerbungen interessiert.

Wir bitten darum, sich nach Möglichkeit online zu bewerben und alle Unterlagen in einer pdf-Datei zu übersenden. Eingereichte Unterlagen in Papierform können nach Abschluss des Auswahlverfahrens leider nicht zurückgesandt werden; sie werden unter Beachtung datenschutzrechtlicher Bestimmungen vernichtet.

Bewerbungen mit aussagekräftigen Unterlagen (Lebenslauf, Zeugniskopien, Nachweise über Lehrerfahrungen, ggf. Empfehlungen) werden bis zum 15.06.2016 erbeten an: Vizepräsident für Profilentwicklung, Vernetzung und Internationales,  Prof. Dr. Gernot M. Müller, Ostenstraße 26, 85072 Eichstätt, Tel.: 08421/93-21466, Email: vizepraesident-profilentwicklung(at)ku.de.

Audomar-Scheuermann-Studienpreis für Prof. Dr. Dr. Hubert Kaufhold

Prof. Dr. Dr. Hubert Kaufhold, Mitglied der Forschungsstelle Christlicher Orient an der KU, ist im Januar 2015 mit dem Audomar-Scheuermann-Studienpreis des Erzbistums München und Freising ausgezeichnet worden. Erzbischof Reinhard Kardinal Marx überreichte ihm die Urkunde für seine im Sommersemester 2013 an der Ludwig-Maximilian-Universität München vorgelegte Lizentiatsarbeit. Die Arbeit mit dem Titel "Franciscus Peña und der Inquisitionsprozeß nach seiner 'Introductio seu Praxis Inquisitorum'" ist in der Kanonistischen Abteilung der "Münchener Theologischen Studien" erschienen.

Preis der Georges-Anawati-Stiftung für Dipl.-Theol. Joachim Braun

Für seinen Essay "Orientalische Christen. Identität(skrisen) zwischen Ost und West" ist Dipl.-Theol. Joachim Braun, Mitarbeiter an der Forschungsstelle Christlicher Orient, im März 2015 mit dem 2. Preis der Georges-Anawati-Stiftung ausgezeichnet worden. Der Wettbewerb war im Rahmen der Studienwoche "Christlich-islamische Beziehungen im europäischen Kontext" an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart ausgeschrieben worden.

The Journal of Eastern Christian Studies 65 (2013) 3-4

Ausgewählte Beiträge der Eichstätter Arbeitstagung "Beziehungen zwischen den christlichen Kirchen im Nahen und Mittleren Osten. Theologische, historische und politisch-soziale Aspekte" sind in The Journal of Eastern Christian Studies 65 (2013) 3-4 erschienen.

Inhaltsverzeichnis

Gastvortrag Prof. Dr. Sidney H. Griffith

Am 30. Januar 2014 um 18.15 Uhr hielt

Prof. Dr. Sidney H. Griffith

einen öffentlichen Gastvortrag mit dem Titel:

"The Cultivation of Philosophy and Inter-religious Colloquy in Abbasid Baghdad".

Waisenhaus, WH 112, Ostenstraße 25

Prof. Dr. Sidney H. Griffith ist Ordinarius der Abteilung für Semitistik und Ägyptologie an der Katholischen Universität von Amerika. 1965 wurde er zum Priester geweiht, 1978 wurde er mit einer Arbeit über die Kontroverstheologie des christlich-arabischen Autors Theodor Abu Qurrah promoviert. Während seiner akademischen Tätigkeiten war er Gastprofessor an zahlreichen renommierten Einrichtungen im In- und Ausland, darunter an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Darüber hinaus ist er Mitglied in vielen Forschungsvereinigungen und war Präsident der „American Oriental Society“, der „Byzantine Studies Conference“ und der „North American Patristic Society“. Für die Zeitschrift „Collectanea Christiana Orientalia“ ist er im wissenschaftlichen Beirat tätig. Seine umfangreiche Publikationsliste weist Titel zum arabischen Christentum, syrischen Mönchtum und den christlich-islamischen Beziehungen im Mittelalter aus. Sein Buch „The Church in the Shadow of the Mosque: Muslims and Christians in the World of Islam“ wurde 2009 von der „American Society of Church History“ mit dem „Albert C. Outler Prize“ ausgezeichnet.

Anläßlich seines Besuchs in Eichstätt wurden Gespräche über eine künftige Zusammenarbeit zwischen der Abteilung für Semitistik und Ägyptologie der Katholischen Universität von Amerika und der Forschungsstelle Christlicher Orient der KU geführt.

Akademiepreis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
für Prof. Dr. Dr. Hubert Kaufhold

Prof. Dr. Dr. Hubert Kaufhold, Mitglied der Forschungsstelle Christlicher Orient an der KU, ist im Rahmen der feierlichen Jahressitzung der Bayerischen Akademie der Wissenschaft (BAdW) mit dem Akademiepreis ausgezeichnet worden. Die BAdW würdigt damit Personen, die wesentliche wissenschaftliche Leistungen erbracht haben, ohne hauptamtlich in der Forschung tätig zu sein. Ausgezeichnet wurde insbesondere Kaufholds wissenschaftliches Lebenswerk zum Römischen Recht und zum Recht des christlichen Orients, welches er außerhalb seiner Dienstzeit als bayerischer Richter erstellte.

Hubert Kaufhold studierte Rechtswissenschaft und Orientalistik (Philologie des christlichen Orients, Semitistik, Judaistik). Nach den juristischen Staatsexamina wurde er in München zum Dr. phil. und zum Dr. jur. promoviert. Die angebotene Habilitation lehnte Hubert Kaufhold ab, da es für das Fach „Recht des christlichen Orients“ an den juristischen Fakultäten keine beruflichen Chancen gab. Stattdessen trat er in den bayerischen Justizdienst ein, wo er von 1973 bis 2008 als Staatsanwalt und Richter tätig war. Seit 1986 ist Hubert Kaufhold Honorarprofessor für Antike Rechtsgeschichte, insbesondere das Recht des christlichen Orients, an der LMU München.

Das wissenschaftliche Werk von Hubert Kaufhold umfasst derzeit neun Bücher und etwa 320 Beiträge, die u.a. in wissenschaftlichen Zeitschriften und Lexika erschienen sind. „Das seiner Freizeit abgerungene Lebenswerk übertrifft qualitativ und quantitativ das Werk vieler Gelehrter, die die Forschung im Hauptberuf betreiben“, heißt es in der Laudatio. Derzeit gilt Kaufhold weltweit als der beste Kenner des Rechts des christlichen Orients. An der Forschungsstelle Christlicher Orient der KU leitet er ein von der DFG gefördertes Projekt zu kirchenrechtlichen Texten aus dem christlichen Orient des 5. und 6. Jahrhunderts.

 

Der Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Karl-Heinz Hoffmann (links), überreichte den Akademiepreis an Prof. Dr. Dr. Hubert Kaufhold. (Foto: Bayerische Akademie der Wissenschaften).

Arbeitstagung:
"Beziehungen zwischen den christlichen Kirchen im Nahen und Mittleren Osten"

Vom 16. bis 18. September 2011 veranstaltete die Forschungsstelle in Zusammenarbeit mit dem Christians in the Middle East Research Network der University of Stirling, Schottland, und der Faculty of Arts and Social Sciences der University of Balamand, Libanon, eine internationale und interdisziplinäre Arbeitstagung zum Thema: "Beziehungen zwischen den christlichen Kirchen im Nahen Osten und Mittleren Osten - theologische, historische und politisch-soziale Aspekte".

Besonders hingewiesen wird auf den öffentlichen Vortrag von Professor Dr. Anthony O`Mahony, Heythrop College, University of London, zum Thema: "Christianity in the Middle East - Trends in Modern Theology and Ecclesiology".

Der Vortrag fand am Freitag, dem 16. September 2011, um 19.30 Uhr im Jesuitenrefektorium des Collegium Willibaldinum statt.

Weitere Informationen zum Programm finden sie hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Entstehung und Zielsetzung der Forschungsstelle

An der einzigen katholischen Universität des deutschen Sprachraums in Eichstätt ist die Orientalistik nicht vertreten.

Die Initiative zur Förderung des Christlichen Orients ging von dem früheren Vizepräsidenten der Katholischen Universität Eichstätt und Professor für Soziologie Heinz-Otto Luthe aus. Ihm war es vor einigen Jahren bereits gelungen, einen Intensivkurs Arabisch einzuführen, der nunmehr dem Sprachenzentrum der Universität angegliedert ist. Ausgehend insbesondere von der Erkenntnis, daß die Wissenschaft vom Christlichen Orient in den letzten Jahren an den deutschen Universitäten immer mehr zurückgedrängt wurde und im Begriff ist, ganz zu verschwinden, daß das Fach sowohl wissenschaftspolitisch wünschenswert als auch eine Unterstützung der orientalischen Christen in ihren Ursprungsländern sowie in der Emigration darstellen würde, und schließlich in der Erwägung, daß die Beschäftigung mit dem Christlichen Orient das Profil der Katholischen Universität Eichstätt schärfen würde, berief er eine Arbeitsgruppe ein, die den Aufbau und Ausbau eines Forschungs- und Lehrschwerpunktes für den Christlichen Orient vorbereiten sollte Diese Arbeitsgruppe, die sich aus Vertretern der Universität Eichstätt und auswärtigen Fachleuten zusammensetzte, trat Ende Dezember 2007 erstmals zusammen. Die damalige Universitätsleitung, insbesondere Präsident Professor Dr. Ruprecht Wimmer, und ihr Großkanzler, der Bischof von Eichstätt Dr. Gregor Maria Hanke, sicherten ihre volle Unterstützung zu.

Der Senat der Katholischen Universität beschloß am 29. 10. 2008 die Einrichtung einer "Forschungsstelle Christlicher Orient". Auf Wunsch des Trägers ist sie der theologischen Fakultät zugeordnet. § 2 der Satzung lautet:

Die Forschungsstelle hat die Aufgabe eigener wissenschaftlicher Forschung und Lehre. Sie initiiert, koordiniert und organisiert, soweit möglich in Zusammenarbeit mit in- und ausländischen, insbesondere orientalischen Universitäten, Institutionen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Forschungsvorhaben und Lehrveranstaltungen auf dem Gebiet des Christlichen Orients. Sie befasst sich insbesondere mit allen Aspekten kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens orientalischer Christen von den Anfängen bis zur Gegenwart. Ihre Arbeiten erstrecken sich auf den geographischen Raum von Äthiopien bis Georgien und vom östlichen Mittelmeer bis Indien und Ostasien. Die Forschungsstelle unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende aus den betreffenden Ländern. Forschungsergebnisse und Materialien der Arbeiten sollen publiziert werden. Ziel der Forschungsstelle ist es auch, zu einem besseren Verständnis für die Lage und Belange der Christen im Orient in Wissenschaft und Gesellschaft beizutragen.

Mitglieder der Forschungsstelle können Wissenschaftler werden, die haupt­beruflich an der Universität Eichstätt-Ingolstadt tätig sind und sich in Forschung und Lehre mit dem Christlichen Orient beschäftigen, ferner Wissenschaftler anderer Universitäten und Einrichtungen, die an Projekten der Forschungsstelle mitarbeiten (§ 3). Die Geschäftsführung obliegt einem Direktor (§ 5), der auf zwei Jahre gewählt wird. Derzeit ist dies Professor Dr. Peter Bruns, Bamberg/Eichstätt, sein Stellvertreter ist Professor Dr. Heinz Otto Luthe, Eichstätt.

 

Cover des Flyers zur Eröffnungsveranstaltung

Bericht von der Eröffnungsveranstaltung der Forschungsstelle Christlicher Orient am 5./6. November 2009

Am 5./6. November fand in der Universität Eichstätt eine öffentliche Eröffnungsveranstaltung in größerem Rahmen statt. Am ersten der beiden Tage würdigten der Eichstätter Bischof Dr. Gregor M. Hanke, der Universitätspräsident Professor Dr. Andreas Lob-Hüdepohl und der Dekan der theologischen Fakultät Professor Dr. Konstantin Maier in ihren Grußworten das Vorhaben und sagten ihre Unterstützung zu. Anschließend fanden zwei Festvorträge statt. Zunächst sprach in Vertretung von Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble, der ursprünglich seine Teilnahme zugesagt hatte, aber wegen seines Wechsels vom Innen- zum Finanzministerium dann doch verhindert war, der Staatssekretär im Bundesinnenministerium Dr. Christoph Bergner über "Die Lage der Christen in Nahost". Dann berichtete der eigens aus dem Irak angereiste chaldäische Erzbischof Louis Sako, Kirkuk, über die Situation der Christen im Irak. Sein Vortrag wurde mit besonderer Sympathie aufgenommen, zumal er ja selbst zu den bedrängten orientalischen Christen gehört. Den Abschluß bildete ein Empfang in der ehemaligen Fürstbischöflichen Sommerresidenz, der auch eine gute Gelegenheit für Gespräche und neue Kontakte bot. Der zweite Tag der Veranstaltung begann mit einer Messe im malankarischen Ritus im Eichstätter "Collegium Orientale". Sodann berichtete der Direktor der Forschungsstelle, Professor Dr. Peter Bruns, über "Ziele, Organisation und Arbeitsprogramm der Forschungsstelle". Anschließend hielt der Unterfertigte einen einführenden Vortrag über "Die Wissenschaft vom Christlichen Orient" und der bekannte Nahost-Experte Professor Dr. Udo Steinbach sprach über "Das autochthone Christentum im Nahen Osten - zwischen Verfolgungsdruck und Auswanderung?". Den Abschluß bildeten Berichte von Andreas Ellwardt M. A. über in Arbeit befindliche und geplante Projekte der Forschungsstelle und von Dr. Carsten-Michael Walbiner vom DAAD, Bonn, über Förderungsmöglichkeiten für den Christlichen Orient. Die Veranstaltung war sehr gut besucht, auch von auswärtigen Fachkollegen, und fand in Fernsehen und Presse ein gutes Echo. Die Vorträge erscheinen als Band 1 der Reihe "Eichstätter Studien zum Christlichen Orient" und sind im Druck.