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Allgemeines zum Fachgebiet Liturgiewissenschaft

Einzelblatt aus einer liturgischen Handschrift, Jumièges, Ende 11. Jhdt., Paris, Bibliothèque Nationale

Die Liturgiewissenschaft befasst sich als theologische Disziplin mit der betenden und Gottesdienst feiernden Kirche, näherhin mit der gottesdienstlichen Versammlung, die das Christusmysterium gedenkend vergegenwärtigt und in den unter Wort und Zeichen vollzogenen Dialog mit Gott eintritt. Ausgehend von diesem Liturgiebegriff des Zweiten Vatikanischen Konzils untersucht die Liturgiewissenschaft sowohl die Geschichte als auch die gegenwärtige Gestalt des Gottesdienstes in seinen vielfältigen Formen und fragt nach theologischen Grundlagen ebenso wie nach anthropologischen Bedingungen.
Den gegenwärtigen Wandlungen in Theologie und Glaubenspraxis hat sich die Liturgiewissenschaft zu stellen. Dabei zeichnet sie sich durch ihre ökumenische Orientierung aus und sucht den interdisziplinären Austausch mit anderen theologischen und nicht-theologischen Fächern. Wie kein anderes Fach macht die Liturgiewissenschaft durch ihre Beschäftigung mit dem Gottesdienst, der nach der Heiligen Schrift die zweite Quelle des Glaubens ist, deutlich, dass die Auseinandersetzung mit der Gottesfrage den reinen Diskurs übersteigt und deshalb auch die Feier des Glaubens mit berücksichtigen muss. Die Liturgiewissenschaft hält die Doxologie als Ursprung und Ziel aller Theologie im Bewusstsein der theologischen Disziplinen.
Auch wenn sich das ganze Tun der Kirche nicht in der Feier des Gottesdienstes erschöpft, so ist die Liturgie - wie das Zweite Vatikanische Konzil hervorhebt  - "der Gipfel, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all die Kraft strömt." (SC 10).

Deshalb bestimmt das Konzil die Liturgiewissenschaft zu den Hauptfächern der Theologie.

 

Historie zur Liturgiewissenschaft in Eichstätt

Wenngleich die Liturgiewissenschaft erst durch die Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils zu einem Hauptfach an den Theologischen Fakultäten avancierte (vgl. SC 16), ist die Disziplin selbst freilich bedeutend älter.

Seit dem Bestehen eines akademischen Lyzeums (1843) zum Studium der Philosophie und Theologie, aus dem dann später die Theologische Fakultät erwachsen ist, hat es auch in Eichstätt immer Persönlichkeiten gegeben, die das Fach und das Anliegen der Liturgiewissenschaft in Lehre und Forschung vertreten haben.

Darunter finden sich so prominente Namen wie Valentin Thalhofer, Ludwig Eisenhofer, Joseph Lechner, aber auch Theodor Maas-Ewerd.

Die Geschichte der Liturgiewissenschaft in Eichstätt wird hier mittels Kurzbiographien vorgestellt und dokumentiert.

(Allgemein informiert über die Geschichte des Fachs im deutschen Sprachgebiet: Benedikt Kranemann, Grenzgängerin zwischen den theologischen Disziplinen. Die Entwicklung der deutschsprachigen Liturgiewissenschaft im 19. und 20. Jahrhundert, in: Trierer Theologische Zeitschrift 108. 1999, 253-272).