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Karljosef Schattner

Werdegang

  • 1924 in Gommern/Magdeburg geboren
  • 1949 - 1953 Architekturstudium an der Technischen Universität München
  • 1957- 1992 Aufbau und Leitung des Diözesanbauamtes
  • seit 1985 Professor an der Technischen Hochschule Darmstadt
  • seit 1998 Ehrensenator der Katholischen Universität Eichstätt
  • † 10. April 2012

 


Schattner über Architektur

 

Ich meine, daß der Dialog zwischen dem Heute und Gestern notwendig ist und eine Auseinandersetzung zwischen beiden stattfinden muß. Die Anpassung und noch so geschickt verpackte Imitation wird vorhandene historische Architektur entwerten. Wir kommen nicht umhin, mit unseren Mitteln, unseren Konstruktionen durch den Horizont unserer Zeit begrenzt, unsere Aufgaben zu lösen.

Wir werden dabei erfahren, daß durch eine Nachbarschaft moderner Architektur neue Anregungen für das Wahrnehmen, das Erkennen bislang unbekannter Eigenschaften historischer Architektur möglich gemacht wird. Architektur löste und löst immer dieselben Probleme: Material und dessen Struktur geltend zu machen. Rhythmus, Symmetrie und Asymmetrie anzuwenden. Licht und Schatten auszunutzen. Die Tektonik der architektonischen Massen, ihres Maßstabes und der wechselseitigen Proportionalität ihrer Bauteile einzusetzen.

Gerade die Vielfältigkeit und Vielseitigkeit historischer Architektur verlangt, daß wir mit Phantasie und Freude darauf reagieren. Wir müssen mit unseren Wünschen an die historischen Gebilde herangehen und sie lebendig machen. Der Wert, der von historischer Architektur ausgeht, liegt in der Vielfalt der Details, liegt in der Qualität derselben.

Es ist interessant, zu beobachten, wie unterschiedlich scheinbar gleiche Elemente sind. Diese Differenzierung macht den Reiz historischer Städte aus. Hierüber entsteht eine Individualität, die aber eine übergeordnete Verbindlichkeit nicht leugnet. Dies alles ist aus einer Geisteshaltung heraus entstanden und war niemals Tarnung. Ich meine, daß es auch heute möglich sein muß, die Probleme zu lösen allerdings nicht über die Tarnung und nicht über eine falsch verstandenen Individualismus, der im Grunde Egoismus ist.

Karljosef Schattner

 


Gebäude von Schattner in und um Eichstätt

 

  1. Neubau der Pädagogischen Hochschule in Eichstätt (1960-1965)
  2. Neubau der Staats- und Seminarbibliothek in Eichstätt (1963-1964)
  3. Neubau der Katholischen Kirche "Zur Heiligen Familie" in Eichstätt (1963-1965)
  4. Umbau der ehemaligen Domdechantei zum Bischöflichen Ordinariat in Eichstätt (1965-1966)
  5. Umbau der ehemaligen fürstbischöflichen Sommerresidenz zu einem Verwaltungsgebäude (1970-1974)
  6. Neubau und Renovierung der Kirche in Adelschlag (1972-1974)
  7. Umbau der Willibaldsburg Eichstätt zu einem Juramuseum (1973-1976)
  8. Um- und Neubau der Domdekanei in Eichstätt (1977-1979)
  9. Neubau Bürogebäude Ostenstraße 18 in Eichstätt (1978-1980)
  10. Umbau des Ulmer Hofes zu einer Fachbereichsbibliothek in Eichstätt (1978-1980)
  11. Neubau eines Verfügungsgebäudes für Dozentenzimmer in Eichstätt (1979-1980)
  12. Neu- und Umbau Studentenzentrum in Eichstätt (1979-1981)
  13. Umbau des Kipfenberger Speichers zu einem Diözesan-Museum in Eichstätt (1977-1982)
  14. Um- und Neubau des Bischöflichen Seminars in Eichstätt (1981)
  15. Neubau Wohngebäude Ostenstraße (1984)
  16. Umbau des ehemaligen Waisenhauses für die Fachbereiche Psychologie und Journalistik in Eichstätt (1985-1988)
  17. Neubau eines Studiogebäudes für den Fachbereich Journalistik in Eichstätt (1985-1988)
  18. Neubau einer Mensa für die Katholische Universität Eichstätt (1985-1988)

Für die Besichtigung der Gebäude Nr. 1, 2, 5, 9, 10, 11, 16 und 17 ist eine vorherige Anmeldung bei der Katholischen Universität Eichstätt unter (08421) 93-0, für die Gebäude Nr. 4, 8, 12 und 14 beim Diözesanbauamt unter (08421) 50260 erforderlich. Wohnhaus Nr. 15 ist nicht zu besichtigen.