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Studiengang- und Modulentwicklung

Die inhaltliche Ausrichtung und Entwicklung der Lehre liegt bei den Fakultäten bzw. Fachbereichen. In der Entwicklung von Studiengängen und Modulen sind verschiedene rechtliche und verfahrensmäßige Vorgaben zu berücksichtigen, die sich insbesondere im Zusammenhang mit den folgenden Grundbegriffen darstellen lassen: 

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Antwort auf/zuklappen Begriff des Studiengangs

Ein Studiengang ist ein durch Prüfungs- und Studienordnungen geregeltes, auf einen bestimmten Hochschulabschluss gerichtetes Studium, vgl. Art. 56 Abs. 1 BayHSchG. Anders formuliert: Ein Studiengang ist der von der Hochschule vorgeschlagene Weg zur Erreichung des jeweiligen Studienziels (Reich, Kommentar zum BayHSchG, 2007, Art. 56 Rn. 1).

Ein Studiengang ist entweder ein Vollzeit- oder ein Teilzeitstudiengang, das sind rechtlich zwei unterschiedliche Studiengänge! 

Der Studiengang wird in der Studiengangsbeschreibung definiert. Der Studiengang ist nicht das Gleiche wie die Prüfungsordnung des Studiengangs. 

Antwort auf/zuklappen Begriff des Teilstudiengangs

Ein Teilstudiengang ist ein Teil eines Studiengangs, der verschiedene Fächer oder Studienmöglichkeiten kombiniert.

Im Interdisziplinären Bachelor- oder Masterstudiengang der KU ist zum Beispiel jedes der drei Profile ein Teilstudiengang und auch jedes der angebotenen Fächer. 

Für einen Teilstudiengang gelten die Regelungen über den Studiengang entsprechend, Art. 56 Abs. 2 Satz 2 BayHSchG.

Antwort auf/zuklappen Studiengangsbeschreibung

An der KU gibt es für jeden Studiengang gem. § 15 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 Grundordnung und § 6 Abs. 2 APO eine Studiengangsbeschreibung, die aus einem idealtypischen Studienplan und einem Studiengangskonzept besteht. Das Studiengangskonzept beschreibt das Studienziel, die Struktur und die wesentlichen Inhalte des Studiengangs.

An der KU gibt es ein Formblatt Studiengangskonzept (unten auf der Seite des Senats), dem als Anlagen der idealtypische Studienplan und die Modulbeschreibungen („Modulhandbuch“) für den Studiengang beizufügen sind. Dieses Formblatt ist für die Senatsvorlage zu verwenden. 

Ansprechpartner für die Studiengangsbeschreibung von Seiten der Verwaltung ist die Abteilung IV: Studienorganisation, Ref. IV/1: Studiengangentwicklung und Akkreditierung.

Antwort auf/zuklappen Prüfungsordnung

Jeder Studiengang der KU hat eine Prüfungsordnung (PO), Studienordnungen gibt es an der KU in der Regel nicht mehr. Für die universitären Studiengänge gilt die Allgemeine Prüfungsordnung der KU vom 26. November 2014 (APO), die nachrangig zur PO des jeweiligen Studiengangs gilt (§ 1 Abs. 2 Satz 1 APO).

Die PO ist rechtlich vom Studiengang zu trennen, da sie einen anderen Genehmigungsweg hat: 

  1. Der Senat beschließt über die PO und deren Änderungen als Rechtsvorschrift, § 15 Abs. 5 Satz 1 Nr. 3 Grundordnung. Die Geschäftsführung des Senats legt die PO nach der Beschlussfassung im Senat nach Art. 16 Abs. 4 Satz 2 Stiftungsverfassung des Stiftungsvorstand vor. 
  2. Dann erfolgt die Weiterleitung durch die Abteilung V: Recht an das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst zur Erteilung des staatlichen Einvernehmens, das nach Art. 80 Abs. 3 Satz 1 BayHSchG erforderlich ist. 
  3. Nach Erteilung des Einvernehmens ist gem. Art. 13 Abs. 2 Satz 2 BayHSchG eine präsidiale Genehmigung herbeizuführen, anschließend kann die Prüfungsordnung bekannt gemacht werden. 
  4. Erst mit der Bekanntmachung wird die Prüfungsordnung rechtswirksam allgemeinverbindlich; in diesem Fall steht unter der Überschrift (z.B. „Prüfungsordnung für den Bachelorstudiengang…“) ein bestimmtes Datum („Vom XX. Monat YYYY). Bis dahin ist sie im Genehmigungsverfahren, was aus Gründen der Rechtssicherheit auch auf der Prüfungsordnungsfassung kenntlich zu machen ist („Senatsbeschluss vom TT.MM.JJJJ – im Genehmigungsverfahren“). 

Auch wenn eine Prüfungsordnung noch im Genehmigungsverfahren ist, kann sie im Vorgriff auf die künftig geltende Rechtslage bereits hochschulintern angewendet werden. Dafür ist entscheidend, was jeweils im letzten Paragraphen einer Prüfungsordnung als Datum des Inkrafttretens und als Übergangsregelung festgelegt ist. Das Datum des Inkrafttretens ist regelmäßig nicht mit dem Bekanntmachungsdatum in der Überschrift einer Prüfungsordnung identisch. 

Ansprechpartner für die Prüfungsordnung von Seiten der Verwaltung ist die Abteilung V: Recht.

Antwort auf/zuklappen Einrichtung, wesentliche Änderung, Aufhebung

Die Fakultät als organisatorische Grundeinheit erfüllt für ihr Gebiet die Aufgaben der Hochschule und stellt das Lehrangebot sicher, vgl. Art. 27 Abs. 1 BayHSchG. Studiengänge gehören zu den Aufgaben der Fakultäten, so dass deren Einrichtung oder Änderung vom Fakultätsrat als Angelegenheit von grundsätzlicher Bedeutung zu beschließen ist, § 21 Abs. 3 Grundordnung. 

Der Dekan oder die Dekanin leitet als Vollzug des Fakultätsratsbeschlusses die Entscheidung an den Senat weiter (Senatsantragsformular und Formblatt Studiengangskonzept). 

Wenn Module anderer Fakultäten Verwendung finden sollen, muss die Fakultät, die den Studiengang anbietet, vor der Senatsvorlage die Zustimmung der anderen Fakultät zur Verwendung des Moduls einholen (Fakultätsratsbeschluss erforderlich!). 

Nicht jede PO-Änderung ist eine wesentliche Änderung des Studiengangs, es gibt aber keine allgemein anwendbaren Regelungen, die hier anwendbar sind. Grundsätzlich ist eine Änderung des Studiengangskonzepts (nicht des idealtypischen Studienplans oder einzelner Module) eine wesentliche Änderung. Beispiele für eine wesentliche Änderung (vgl. Rundschreiben des Bayerischen Staatsminsteriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst vom 13.07.2006 zu „Vollzug des BayHSchG; hier: Art. 57 Abs. 3 BayHschG: Einrichtung, wesentliche Änderung und Aufhebung von Studiengängen“): 

  • Änderung der Studiengangsbezeichnung, 
  • Änderung des Abschlussgrades, 
  • wesentliche Änderung der Studienstrukturen (insbesondere Regelstudienzeiten, ECTS-Punkte), 
  • wesentliche inhaltliche Änderungen (zum Beispiel Einführung eines neuen Schwerpunkts), 
  • Änderung der Ausgestaltung der Zugangs- bzw. Zulassungsvoraussetzungen.


Studiengänge der KU werden auf Vorschlag des Senats (§ 15 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Grundordnung) vom Hochschulrat (§ 16 Abs. 2 Nr. 7 Grundordnung) eingerichtet, wesentlich geändert oder aufgehoben. 

Nach der Beschlussfassung im Senat leitet die Geschäftsführung des Senats die Unterlagen an den Hochschulrat weiter. 

Nach der Beschlussfassung im Hochschulrat leitet die Geschäftsführung des Hochschulrats die Unterlagen an die Stiftung Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt weiter. 

Die Stiftung beschließt über die Einrichtung, wesentliche Änderung oder Aufhebung des Studiengangs, wobei sie bei der Einrichtung regelmäßig den Einrichtungszeitraum befristet.
Anschließend beantragt die Abteilung IV „Studienorganisation“ im Auftrag der Stiftungsverwaltung die nach Art. 76 BayHSchG erforderliche staatliche Anerkennung, die bei Einrichtungen i.d.R. ebenfalls befristet ausgesprochen wird.

Antwort auf/zuklappen Module: Modulrichtlinien

Die Modulrichtlinien vereinen anwenderfreundlich alle rechtlichen Vorgaben für die Ausgestaltung von Modulen mit den notwendigen Anforderungen, die zur Ermöglichung der ordnungsgemäßen und technisch funktionierenden Verwaltung der Studiengänge eingehalten werden müssen. Die Modulrichtlinien beschreiben außerdem den Verfahrensweg, auf dem Module erstellt oder geändert werden können. 

Hier zu weiteren Informationen und dem Download der Modulrichtlinien

E-Mail-Adresse: module(at)ku.de für die Weiterleitung von Modulen ans Prüfungsamt. 

Leitlinien zur Studiengangentwicklung
Neben den Qualitätskriterien für die Erarbeitung und Entwicklung von Studiengängen bietet die Handreichung auch eine Übersicht zu den Verfahrensschritten bei Einrichtung, wesentlicher Änderung bzw. Akrreditierung.

Standards und Leitlinien

Die wichtigsten Hilfsmittel

  • Modulmaske für kompetenzorientierte Modulbeschreibung.
  • Senatsantrag: Formblatt Studiengangskonzept auf der Homepage des Senats
  • Diploma Supplement Muster deutsch, Muster englisch 

Weiterführende Links

  • Projekt nexus. Konzepte und gute Praxis für Studium und Lehre: Publikationen zu Aspekten der Studiengangentwicklung.
  • HRK. Die Hochschulrektorenkonferenz, Stimme der Hochschulen.
  • IHF. Bayerisches Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung.
  • European Area of Recognition Manual. Practical guidelines for fair recognition of qualifications.
  • EUA (European University Association), die vereinigte Stimme im Bologna-Prozess von Institutionen der höheren Bildung in 47 Ländern.
  • Die offizielle Website des Bologna-Prozesses – Informationen, Trends, Hintergründe.