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Netzwerk „BNE in Schulen“

Ausgehend von der Bildungskonferenz „Lernen im 21. Jahrhundert“ (Pressemitteilung vom 27.02.18. unten aufgeführt) plant das Nachhaltigkeitsteam der KU zusammen mit „Schule im Aufbruch“, „Global Goals Curriculum“ und engagierten Schulen der Region Netzwerk zu bilden, um sich auch künftig auszutauschen.

Weitere Informationen folgen an dieser Stelle.

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23.10.2018
 

Neue Impulse: Schulleiterin Margret Rasfeld stellt Lernmodell vor Von Bayerns und Berlins Schulen

Ingolstadt (DK) Am Montag hat die Schulleiterin der Evangelischen Gemeinschaftsschule Berlin-Zentrum, Margret Rasfeld, ihr Reformschulprogramm am Reuchlin-Gymnasium vorgestellt. "Nachhaltigkeit in der Bildung" lautete der Vortrag. Ein Modell mit Selbstorganisation der Schüler.

Schule mal ganz anders: Die Kinder in den Vordergrund, weg von der Leistungsgesellschaft - ihre Forderungen sind nicht neu, aber Margret Rasfeld hat sie auch umgesetzt an ihrer Schule in Berlin Mitte. Ihr Konzept fand bundesweite Beachtung. Nun gab die aktive Ruheständlerin ihre Tipps für ein alternatives Schulsystem am ältesten Ingolstädter Gymnasium weiter. Pisa-Musterschüler Bayern wird von einer Berliner Pädagogin geschult.

Foto, rechts: Die Ziele der Agenda 2030 im Rücken: Margret Rasfeld referierte am Reuchlin-Gynasium über ihr Reformschulprogramm. Zwei Schülerinnen ihrer Schule erzählten von dem Unterrichtsmodell.
Die Ziele der Agenda 2030 im Rücken: Margret Rasfeld referierte am Reuchlin-Gynasium über ihr Reformschulprogramm. Zwei Schülerinnen ihrer Schule erzählten von dem Unterrichtsmodell. | Foto: Hausmann


"Die Eltern sind ganz wichtig für eine große Transformation", eröffnete Rasfeld den anwesenden Schülern, Eltern und Lehrern. Die Schulleiterin und Bildungsinnovatorin ist der Ansicht, dass Gymnasien es am schwersten hätten, aus dem alten System herauszukommen. Ihr Vortrag entpuppte sich als Rundumschlag - Rasfeld übte Kritik an dem Lebensmodell in Deutschland. "Jeder möchte höher, schneller, weiter." Man stelle zu hohe Erwartungen an die Jungen und Mädchen, so die Mitbegründerin der Initiative "Schule im Aufbruch". Das bedeute mehr Stress, könnte zu Kopfschmerzen, Erschöpfung und im schlimmsten Fall auch zu Burnout bei Kindern führen. "Die Schule schadet der Kreativität", doziert Rasfeld. Zustimmendes Nicken aus dem Publikum. Bekräftigt holt sie aus: "Ich glaube, Exen verletzen Kinderrechte". Hier folgen allerdings Lacher aus dem Publikum. Doch die Aufmerksamkeit hat sie. Der Druck der Leistungsgesellschaft müsste "Wertschätzung, Beziehung und Partizipation" weichen.

Im defizit-orientierten Schulsystem stünde der Unterrichtsstoff im Zentrum, der Mensch werde dabei außer Acht gelassen. Rasfelds Lösungsvorschlag: Kinder bräuchten "anspruchsvolle Aufgaben, die sie im Team lösen können" statt Einzelarbeiten.

Hinter der Referentin stehen bunte Kartons mit den Zielen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Dazu zählt auch das Ende von Armut und Hunger. Rasfeld sieht diese Ziele der Vereinten Nationen als Baustein einer Bildungsreform. Darauf basierend hat sie einen "Paradigmenwechsel" an ihrer Schule in Berlin-Mitte durchgeführt. Acht Jahre gemeinsames Lernen seien besser als die Differenzierung in Bildungsstufen. "Man sollte nie nach Leistung trennen", fordert Rasfeld. An ihrer Schule habe sie deshalb eine neue Lernform gefunden: Drei Jahrgänge werden jeweils gemischt, bilden ein "Team". An der Ganztagschule sind die Schüler ihrer Selbstorganisation überlassen: In einem Lernbüro können sie sich neue Unterrichtsinhalte selbst beibringen. Wer etwas nicht versteht, fragt erst einen älteren Schüler um Rat. Dann erst sollte er sich an den Lehrer wenden.

"Warum wollen Sie denn den Lehrer abschaffen?", erkundigte sich eine Frau aus dem Publikum. Das sei nicht der Fall, erwiderte Rasfeld, der Lehrer sei Begleiter beim selbstorganisierten Lernen. Denn ohne Lehrer funktioniert auch ihr System nicht: Beispielsweise fungiert ein "Logbuch" als ein Nachweis für die Schüler, dass sie im Unterricht waren.

Von ihren Erfahrungen berichteten die Schülerinnen Maia und Helene, die Rasfeld mit an das Reuchlin brachte. Besonders gefalle den Schülern der Projekttag, der einmal wöchentlich stattfindet. In dem Fach "Verantwortung" könnten sie so zum Beispiel bei einem sozialen Projekt auf einem Bauernhof aushelfen.

Rasfeld, die ihre Ratschläge in einem Buch veröffentlichte, hat mit ihren Aussagen scheinbar einen Punkt getroffen, wie sich auch nach dem Vortrag bestätigte. Manche Eltern suchten ein persönliches Gespräch. Die Referentin war einer Einladung eines Lehrers des Reuchlin-Gymnasiums gefolgt, der an einer Lehrerfortbildung mit ihr an der Katholischen Universität (KU) Eichstätt teilnahm. Ingrid Hemmer, Professorin am Lehrstuhl für Didaktik der Geographie und zugleich Nachhaltigkeitsbeauftragte, war als Vertreterin der KU mit Studenten da. Reuchlin-Schulleiterin Edith Philipp-Rasch sagte: "Da geht es dann los im Kopf... Aber natürlich ist so etwas hier nicht in dem Stil umsetzbar." Am selben Tag hatte Rasfeld vor den Lehrern referiert, am nächsten folgten Workshops mit den Klassen.

Anna Hausmann

 

 

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15.06.2018
 

„Das Netzwerk spinnt seine Fäden!

„Das Netzwerk spinnt seine Fäden! Inspiriert vom Kongress „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ (BNE) am 24.2. an der KU Eichstätt macht das Reuchlin-Gymnasium Ingolstadt zu Beginn des Schuljahres 2018/19 BNE zum Thema.

Mit Magret Rasfeld, Schulleiterin & Bildungsinnovatorin, als Referentin und Moderatorin organisiert Robert Aichner, in der erweiterten Schulleitung des Reuchlins zuständig für künstlerische Bereiche sowie projektorientiertes und fächerübergreifendes Arbeiten, zwei Tage, die sich mit nachhaltigem Lernen im Speziellen und den 17 Globals Goals (Ziele für eine nachhaltige Entwicklung), den sog. SDGs der UNO, im Allgemeinen beschäftigen wird.
Nach einem pädagogischen Nachmittag mit den Lehrer*innen des Reuchlin-Gymnasiums am Montag 8. Oktober 2018, stellt Magret Rasfeld am 8.10. von 19 bis 21 Uhr der Öffentlichkeit die Möglichkeiten von BNE in einem Informationsabend mit anschließendem Austausch in der Pausenhalle des Reuchlin-Gymnasiums (Gymnasiumstraße 15, 85049 Ingolstadt) vor, zu dem alle an nachhaltiger Entwicklung Interessierten herzlich eingeladen sind.
Tags darauf am 9.10. beschäftigen sich die Mitglieder des Schulphilosophie-Teams des Reuchlin-Gymnasiums (Schüler*innen, Lehrer*innen wie Eltern) in Workshops von 8-13 Uhr mit den Realisierungsmöglichkeiten von nachhaltiger Bildung an ihrer Schule. Somit spinnen wir am Reuchlin die Fäden des BNE-Netzwerks weiter!“
(Robert Aichner)

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Pressemitteilung 27.02.18
 

Netzwerken für eine bessere (Bildungs-)Welt

Wie lassen sich junge Menschen der nächsten Generation unterstützen, eine gerechtere, friedlichere und nachhaltigere Welt zu schaffen? Mit dieser weitreichenden Frage setzten sich am vergangenen Samstag rund 70 Lehrkräfte und Interessierte bei der Bildungskonferenz „Lernen im 21. Jahrhundert – Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) auseinander. Eingeladen hatten das Nachhaltigkeitsteam der KU um Prof. Dr. Ingrid Hemmer sowie das Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der KU in Kooperation mit dem Netzwerk „Schule im Aufbruch“ und dem Verein „Global Goals Curriculum“.

Das UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung und der Nationale Aktionsplan zur Umsetzung dieses Programms in Deutschland stellen Bildungseinrichtungen vor die Herausforderung, bis 2030 sicherzustellen, „dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben“. Ziel der Eichstätter Bildungskonferenz war davon ausgehend ein Informations- und Gedankenaustausch über mögliche Schritte von Schulen hin zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Angeregt hatte die Veranstaltung Marion Gretzer, Lehrbeauftragte am Lehrstuhl Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik der KU.

 

Den einführenden Vortrag hielt Margret Rasfeld, ehemalige Schulleiterin der Evangelischen Schule Berlin Zentrum sowie Initiatorin des Netzwerks „Schule im Aufbruch“ und des Vereins „Global Goals Curriculum“. Rasfeld forderte eine transformative Bildung als Basis für eine dringend notwendige Transformation der Gesellschaft in Richtung einer umwelt- und sozialverträglichen Entwicklung. Dazu gehöre eine Orientierung an den 17 Sustainable Development Goals ebenso wie eine nachhaltige Schulumgebung sowie eine andere Lernkultur. Die ehemalige Schulleiterin kritisierte die vorherrschende „höher-schneller-weiter-Mentalität“ und deren Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft, aber auch auf das Bildungssystem und somit auf die Schülerinnen und Schüler. Eine Reduktion des hohen Leistungsdrucks sowie die Schaffung von Freiräumen stellen ihrer Meinung nach mögliche Lösungsansätze für eine Reform des Bildungssystems dar. Dem Vortrag folgte ein Austausch über bekannte und zu erwartende Herausforderungen für Bildungsinstitutionen auf dem Weg hin zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.

 

Anschließend stellte Christian Hausner, Vorstandsmitglied von „Global Goals Curriculum“ und Lehrer an der Evangelischen Schule Berlin Zentrum (ESBZ), die Lern- und Schulkultur der ESBZ vor. Die Gemeinschaftsschule ist durch ihr besonderes Unterrichtskonzept und auch durch das Wirken von Margret Rasfeld als Schulleiterin zu einem bundesweiten Vorzeigeprojekt für die Umsetzung der „Agenda 21“ an Schulen geworden. Offene, jahrgangsübergreifende Lernarrangements, Projekt- und Werkstattunterricht sowie die Schulfächer „Verantwortung“ und „Herausforderung“ stellen besondere Merkmale der ESBZ dar, wie Hausner erläuterte.

 

Nach der Mittagspause wurde im Rundgang „Schulen auf dem Weg“ eine Auswahl an „Best practice“-Beispielen von Schulen aus der Region (Montessori Schule Eichstätt, Maria-Ward Realschule Eichstätt, Gnadenthal-Realschule Ingolstadt, Montessori Schule Kösching, Grundschule Treuchtlingen, Gymnasium Eggenfelden) vorgestellt. Inspiriert durch diese anschaulichen Beispiele folgte eine Phase der Planung weiterer Schritten. Mit ihrem Impulsvortrag „...und jetzt?“ leitete Kerstin Wilmans, Geschäftsführerin von „Global Goals Curriculum“, über zu einem Austausch in Form eines „Open Space“, in dem alle Teilnehmenden ihre Themen einbringen, diskutieren und weiterentwickeln konnten. Als nächsten Schritt über die Bildungskonferenz hinaus planten die Anwesenden, ein Netzwerk der beteiligten Schulen zu bilden, um sich auch künftig auszutauschen. In der Schlussrunde war man sich einig, dass die Konferenz dazu beigetragen habe, sich gestärkt zu fühlen, den Weg zu einer besseren und nachhaltigeren (Bildungs-)Welt gemeinsam zu gehen.