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Nachhaltigkeit.aktuell: Die neuesten Entwicklungen an der KU

16.08.17

„Wir wollen ein kleines Stück globale Gerechtigkeit herstellen!“

Die Studentin Laura Förtstl hat anlässlich der Fairtrade Verleihung ein Interview mit Frau Prof. Dr. Ingrid Hemmer und Ina Limmer geführt.


Seit 2010 beschäftigt sich die Katholische Universität Eichstätt Ingolstadt in Lehre und Forschung mit dem Thema „nachhaltige Entwicklung“. Seit letzter Woche darf sich die KU nun auch offiziell Fairtrade Universität nennen. Am letzten Donnerstag wurde beim Campus Fest die Urkunde überreicht.
Hauptverantwortliche für das Fairtrade Projekt an der Universität ist Ina Limmer. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Geographie arbeitet sie aktiv an der Umsetzung des Nachhaltigkeitsgesamtkonzepts der Universität mit.

 

1. Frau Limmer, was bedeutet eigentlich der Begriff Fairtrade Universität?

Fairtrade Universität meint: Die Ausrichtung der Universiät an den Prinzipien von Fairtrade im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung mit der Zielsetzung größerer globaler Gerechtigkeit. Wir wollen Zeichen setzen, indem wir an der KU selbst Fairtrade Produkte konsumieren. So stellen wir zumindest ein kleines Stück globale Gerechtigkeit her.
Fairtrade Universität bedeutet zudem auch, den Fairtrade Gedanken in Lehre und Forschung aufzugreifen.


2. Um Fairtrade Universität zu werden, musste die Hochschulleitung in einem Hochschulbeschluss bestätigen, dass sich die Universität nach bestimmten Kriterien richtet.  Welche Kriterien sind damit gemeint?

Es musste eine Steuerungsgruppe zum Thema Fairtrade an der Universität eingerichtet werden und es musste die Auflage erfüllt werden, mindestens zwei Veranstaltungen pro Semesterangebot der Fairtrade Thematik zu widmen. Nach zwei Jahren erfolgt dann eine diesbezügliche Evaluation. Zudem müssen zumindest teilweise Fairtrade Produkte in Sitzungen und Meetings angeboten werden. Auch auf dem Campus ist das Angebot von zwei Produkten verbindlich vorgeschrieben. Die KU erfüllt mit Fairtrade Kaffee,  -Kakao, -Bionade, -Riegeln und -Snacks diese Vorgaben sogar über die Maßen.
Unser neuester Ansatz: alle Sekretariate und Mitarbeiter der Universität können Fairtrade Produkte dienstlich oder privat nun auch online bestellen, was den Zugang zu den Produkten erleichtert.


3. Nicht nur die Universität beschäftigt sich in Eichstätt mit dem Thema Fairtrade. Auch die Realschule Maria Ward sowie die Stadt selbst erhielten bereits die Auszeichnungen zu Fairtrade Schule und Fairtrade Stadt. Wird in diesem Zusammenhang zusammengearbeitet?

Ja, wir stehen alle in engem Austausch und organisieren gemeinsame Projekte. Zum Beispiel verkauften die Fairtrade Universiät und die Fairtrade Stadt Eichstätt beim letzten Hofgarten Fest gemeinsam Fairtrade Kaffee.

 

4. Fairtrade – ein Schwerpunkt im Nachhaltigkeitsgesamtkonzept der Universität?

Ja, nachhaltige Entwicklung mit den Ziel einer größeren globalen Gerechtigkeit als Herausforderung und Zielsetzung. Die Universität Eichstätt ist die einzige Uni in Bayern mit einem Nachhaltigkeitsgesamtkonzept. Dies spiegelt sich in den Bereichen Forschung, Lehre, Studienbetrieb und Campusumweltmanagement wieder. Die verschiedensten Fakultäten wirken hier zusammen: Geographie, soziale Arbeit, Politikwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsgeographie, Psychologie, Lehramtsstudiengänge und natürlich auch die Religionspädagogik. Für diese steht zum Beispiel die Enzyklika Laudato Si von Pabst Franziskus im Fokus der Forschung. Für unsere katholische Universität ist sie natürlich ein besonderer Ansporn und eine Steilvorlage. Sie koppelt genau die beiden Bereiche Umwelt und Entwicklung.  
Eine stabile Zahl von Studenten entscheidet sich zudem im Master Studiengang für den Schwerpunkt „nachhaltige Entwicklung“. Wir gehören in diesem Bereich also definitiv zu den führenden Universitäten in Bayern und Deutschland und arbeiten auch intensiv mit dem Wirtschaftsministerium und mit dem Landtag zusammen.

 

5. Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Fairtrade Projekts der KU?
Die meisten an der Uni trinken Kaffee. Da kann man sich doch Gedanken darüber machen, ob man nicht auf den alternativen Fairtrade Kaffe umsteigen möchte. Auch in Veranstaltungen rund um Fairtrade sieht man immer die selben Gesichter. Ich wünsche mir, dass sich das Projekt auf mehrere Füße stellt. Das wäre schön.

Laura Förstl, 14.07.2017