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DAAD-Preis


Preisträger 2014: Rémy Bocquillon

Rémy Bocquillons erste Begegnung mit Eichstätt fand im Winter 2011 statt. Er war hierher gekommen, um nach vier Semestern Studium an der Hochschule Sciences Po Rennes seinen Bachelorabschluss in Politikwissenschaft zu erlangen. In jenem Jahr ist seine zuvor ausgewählte Spezialisierung auf Sozial- und Kulturwissenschaften dank der Eichstätter Soziologie zur Leidenschaft geworden. Im Sommer 2013 entschied er sich daher, sein Masterstudium in Eichstätt zu absolvieren, anstatt nach Frankreich zurückzukehren. Voraussichtlich im Sommer 2015 wird er sein Masterstudium in Soziologie sowie in Politikwissenschaft im Rahmen des deutsch-französischen integrierten Studienganges abschließen.

Die Leidenschaft für Soziologie manifestiert sich nicht nur im Rahmen von Rémy Bocquillons Studium. So arbeitet er seit September 2013 als Editorial Assistant für die Zeitschrift „Space and Culture“, die unter anderem von Prof. Dr. Joost van Loon herausgegeben wird. Dort erledigt er vor allem kommunikative und administrative Aufgaben und besitzt eine Vermittlerrolle zwischen den Autoren, Herausgebern, Reviewern und dem Verlag. Die vierteljährliche Peer-Review-Publikation beschäftigt sich mit verschiedenen Themen der Sozialwissenschaften in den Feldern der Soziologie, Geographie, Architektur, Ethnographie und Kulturwissenschaften und versucht eine kritische interdisziplinäre Reflexion zu ermöglichen.

Neben dieser Beschäftigung zeigt Rémy Bocquillon weitere Interessen im Bereich der akademischen Lehre. Seit dem Wintersemester 2013 hat er mehrfach als Lehrbeauftragter gearbeitet. Er hat vor allem einige Übungen zur Einführung in die Soziologie und zu Grundzügen soziologischer Theorien geleitet, die beide am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie und soziologische Theorien angeboten werden. Seit diesem Wintersemester hat er seine Interessen erweitert und leitet zwei weitere Übungen: Methoden der empirischen Sozialforschung am Lehrstuhl für Prozessorientierte Soziologie und Wissenschaftliches Schreiben im deutsch-französischen Kontext am Lehrstuhl für Außenpolitik und internationale Politik. Dort hat er zudem die Möglichkeit, seine Kommilitonen des deutsch-französischen Studienganges auf ihr Jahr in Frankreich vorzubereiten.

Im Bereich der Forschung zeigt Rémy Bocquillon eine Begeisterung für empirische Sozialforschung mit einer Präferenz für ethnographische Verfahren, die er trotzdem nicht von philosophischen und soziologischen Theorien trennen will. Seine studentischen Arbeiten spezialisieren sich in zwei unterschiedliche, aber nicht widersprüchliche Richtungen, die auch seine persönlichen Interessen widerspiegeln: zum einen Theorien der Verortung und zum anderen die Musiksoziologie. So versuchte er in seinem ‚Mini-Mémoire‘ „Actualisation of space – Heterotopia as a spatial production of place“ die Raumtheorie des französischen Philosophen Michel Foucault als Rahmen für konkrete soziologische Forschungen zu verstehen.

Zurzeit beschäftigt sich Rémy Bocquillon mit seiner Masterarbeit, die er im Sommer 2015 abschließen möchte. Sein Arbeitsthema versucht seine beiden Spezialisierungen zu verknüpfen und handelt von Prozessen der Verortung kollektiver Performanz am Beispiel von Konzerten. Er will versuchen, mithilfe einer ethnographischen Feldforschung die soziale Situation und die Räumlichkeit eines Konzertes zu beschreiben und die Herausforderungen dieser zeitgenössischen Situationen zu verstehen.