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DAAD-Preis


Preisträgerin 2015: Elise Guillot

Elise Guillot hat von September 2013 den Deutsch-Französischen integrierten Studiengang Politikwissenschaft in Eichstätt studiert, nachdem sie den Bachelorstudiengang zuvor in Rennes in Frankreich begonnen hat. „Das war der Beginn zweier spannender Jahre, die mir sowohl auf universitärer als auch auf menschlicher Ebene sehr viel gebracht haben und mich nachhaltig beeinflussen sollten“, sagt Elise Guillot rückblickend über ihre Zeit in Eichstätt.

Mit einem Fokus auf Sozialwissenschaften belegte Elise Guillot Kurse in Soziologie, Philosophie, Geschichte (insbesondere osteuropäische Geschichte), Ethnologie und Politikwissenschaft. Außerdem besuchte sie Lehrveranstaltungen des Zentralinstituts für Lateinamerikastudien und vertiefte so ihr Wissen insbesondere in Bezug auf die politische Konstellation Lateinamerikas und die aktuellen Herausforderungen auf dem amerikanischen Subkontinent.

Einen Schwerpunkt legte Elise Guillot bei ihrem Studium auf das Themenfeld Menschenrechte: Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit, die sie an der KU bei Prof. Dr. Angela Treiber erstellte, untersuchte sie die Situation der Roma- und Sinti-Bevölkerungen und ihr Fremdbild in Deutschland und Frankreich. Dabei stellte sie fest, dass die heutigen überwiegenden abwertenden Fremdbilder der Sinti und Roma in den beiden Gesellschaften auf Vorurteilen und Stereotypen basieren und immer noch weit verbreitet sind – auch in der Presse. In einer weiteren Studienarbeit (Mini-Mémoire) analysierte Elise Guillot ein weiteres Thema im Kontext der Menschenrechte: Sie beschäftigte sich mit den Diskursen der Folter unter der Bush-Administration im Rahmen des „War on Terror“ und stellte diese dem Diskurs der Foltergegner gegenüber.

Das deutsche Studiensystem habe ihr viele Möglichkeiten geboten, um durch persönliches Engagement ihren Horizont zu erweitern, so Elise Guillot. Sie engagierte sich während ihres Studium in zahlreichen Gruppierungen und Vereinen: im Universitätsorchester, in der Hochschulpolitik als Mitglied der Hochschulgruppe SDS-die Linke Eichstätt, in der Amnesty International Hochschulgruppe der KU, in der sie sich besonders mit den Themen Folterverbot und Flüchtlingsschutz beschäftigte. Außerdem engagierte sie sich in der studentischen Initiative „tun-starthilfe für Flüchtlinge“ als Deutschlehrerin. „Diese Erfahrung war sehr bereichernd was den menschlichen und kulturellen Austausch anbelangt.“

Von ihren zwei Jahren in Eichstätt nehme sie „sehr viele Erfahrungen mit, viele Begegnungen und den Austausch mit deutschen wie auch internationalen Kommilitonen, sei es im Rahmen der universitären Seminare oder innerhalb der studentischen Gruppierungen“.

Mit dem Themengebiet Menschenrechte beschäftigt sich Elise Guillot auch nach ihrer Zeit an der KU Eichstätt-Ingolstadt. Derzeit studiert sie in Italien den Studiengang „European Master in Human Rights and Democratisation“ an der Venice School of Human Rights.

Nach dem Wintersemester in Venedig wird sie das Sommersemester an einer weiteren europäischen Universität verbringen, um dort ihre Masterarbeit zu verfassen. Dabei möchte sie sich mit dem außenpolitischen Handeln der Europäischen Union zur Förderung der Demokratie in Aserbaidschan beschäftigen. Elise Guillot plant im September 2016 ihr Masterstudium abzuschließen.