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Preis der Sparkasse Eichstätt


Preisträgerin 2015: Partricia Dorothee Büttner

Frauen im Sportjournalismus: Unerwünscht? Unqualifiziert? – Ungerecht? Mit dieser Fragestellung hat sich Patricia Dorothee Büttner in ihrer Bachelorarbeit auseinandergesetzt, die von Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen betreut wurde. In Leitfadeninterviews mit Sportjournalistinnen aus ganz Deutschland ging sie der Frage nach, ob Frauen geschlechtsspezifischen Klischees und Vorurteilen in ihrem beruflichen Alltag ausgesetzt sind. Dabei wurde auch nach Gründen gesucht, warum der Frauenanteil in Sportredaktionen noch immer so gering ist.

Über die Darstellung von Frauen in Medien gibt es zahlreiche Untersuchungen. Über deren Beitrag zur Medienproduktion wurde bisher allerdings nur wenig geforscht. Diese Tatsache und auch persönliche Erlebnisse in Sportredaktionen haben Patricia Dorothee Büttner zu dieser Arbeit bewogen. Noch immer sorgen geschlechtsspezifische Stereotypen dafür, dass Sportjournalistinnen oft nur nach ihrem äußerlichen Erscheinungsbild bewertet werden. Ihr journalistisches Können wird dagegen in Frage gestellt. Die Untersuchung stellt dar, dass sich die befragten Sportjournalistinnen von ihren Lesern, Hörern und Zuschauern akzeptiert fühlen. Auch von ihren Interviewpartnern, den Sportlern, fühlen sich die Journalistinnen weitestgehend gerecht behandelt. Als nachteilig empfinden sie dagegen das Verhältnis zu ihren männlichen Kollegen. Dieses sei von großer Skepsis geprägt. Fehler würden weniger verziehen und gerne als Inkompetenz ausgelegt. Auch die Aufgabenverteilung scheint nicht immer ausgewogen zu sein. So müssen die befragten Frauen oft von Randsportarten mit geringerem Prestige und weniger öffentlicher Aufmerksamkeit berichten. Doch trotz mancher Nachteile sehen die Journalistinnen durchaus die Möglichkeit für Frauen, sich heutzutage im Sportjournalismus durchzusetzen. Wichtig dabei sei, neben dem fundierten Fachwissen die nötige Entschlossenheit mitzubringen.

Das Geschlecht ist in diesem Fall nicht nur als bloße soziodemographische Eigenschaft zu verstehen ist, sondern als statusbestimmende Fundamentalkategorie, die prägend auf das männlich konnotierte Berufsfeld Sportjournalismus und die dazugehörigen Journalistinnen wirkt. Vermutlich bleibt der Sportjournalismus auch in Zukunft eine Männerdomäne. Vermutlich werden Frauen in diesem Beruf auch weiterhin Ungerechtigkeiten ausgesetzt sein. Aber es wird wichtig sein, dass sich immer wieder mutige Frauen diesen Herausforderungen stellen und so einen Beitrag zur Besserung leisten. Denn die Frau ist nicht das Gegenteil von journalistischer Qualität. Die Frau ist das Pendant zum männlich-gestalteten Journalismus. Frauen im Sportjournalismus: Sie sollten keine Ausnahmeerscheinungen mehr sein. Sie sollten zu einer willkommenen und gleichberechtigten Norm werden.

Patricia Dorothee Büttner wurde 1991 in Stuttgart geboren. Der Traum vom Journalismus reifte früh. Bereits in ihrer Schulzeit begann sie bei der Schülerzeitung erste journalistische Erfahrungen zu sammeln. Es folgten Praktika bei der Schwäbischen Zeitung und der Südwest Presse. Während ihres Journalistik-Studiums an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt hospitierte sie beim Bayerischen Rundfunk. Hier arbeitete sie bei dem Kultur- Radiosender BR2 und in der Fernsehredaktion Blickpunkt Sport. Ihrer großen Passion zum Sport konnte sie auch in ihrem eigenen Blog über das Eichstätter Unifußballturnier Präsi- Cup journalistisch nachgehen. Sie engagierte sich beim Fußballverein SSV Ulm 1846 Fußball und arbeitete dort in der Öffentlichkeitsarbeit.

Im Jahr 2013 verbrachte Patricia Dorothee Büttner ein Auslandssemester in Irland an der Dublin City University. Aktuell studiert sie den Master Unternehmenskommunikation an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Ihr großer Traum: Eine gute Sportjournalistin werden.