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Liga-Bank-Preis für innovative Lehre


  • Der KU-Preis für Gute Lehre, gestiftet von der Liga-Bank-Stiftung, wird vergeben für Lehrveranstaltungen und Lehrprojekte, die als Best-Practice-Beispiele der KU gelten können. Ausgezeichnet werden Dozentinnen und Dozenten (Professorinnen und Professoren, Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Lehrkräfte für besondere Aufgaben oder Lehrbeauftragte der KU), die ein Lehrprojekt konzipiert und realisiert haben, das in besonderer Weise zur Profilbildung der KU beiträgt.

  • Frühere Preisträger

Preisträger 2016

Klaus Meier, Journalistik

Ausgezeichnet wird Journalistik-Professor Klaus Meier für das Modul „Organisation von Redaktionen und Medien“ des Master-Studiengangs „Journalistik mit dem Schwerpunkt Innovation und Management“.

Wie lehrt man und lernt man innovative Redaktionsorganisation? Normalerweise wird dieses Themengebiet seminaristisch vermittelt: mit Fachliteratur, Planspielen oder Chefredakteuren als Gastreferenten. Klaus Meier war das zu wenig. Er entwickelte 2011 bei der Gründung des Studiengangs ein Konzept der forschenden Lehre, das er stetig evaluierte und verbesserte: Studierende als Redaktionsberater. Sie werden angeleitet und in einem Coaching-Prozess begleitet, um wissenschaftlich fundierte „Redaktionsanalysen“ vor Ort durchzuführen – in Form sozialwissenschaftlicher Beobachtungen und Tiefeninterviews. Abschließend vermitteln sie die Ergebnisse den Redaktionen zur Verbesserung der journalistischen Qualität und diskutieren darüber mit den betroffenen Journalistinnen und Journalisten.

Dieser Ansatz ist in der Kommunikationswissenschaft bislang national wie international ohne Vorbild – unter anderem, weil Transfer lange von beiden Seiten skeptisch gesehen wurde und weil sich Redaktionen nur ungern mit Organisationsfragen herumschlagen. Die Lehrprojekte haben also eine große Fallhöhe: Die Studierenden müssen ein schwieriges soziales Terrain meistern und trainieren ein selbstbewusstes, aber auch verantwortliches Forschen im Feld. „Durch unseren ,Blick von außen‘ und die im Seminar erworbenen Kompetenzen waren wir dazu in der Lage, konkrete Änderungsvorschläge zu unterbreiten, die tatsächlich auch umgesetzt wurden, beispielsweise die Einstellung eines Supervisors in der Redaktion oder mehr Mut zu Innovation in den Abläufen“, sagt Jahrgangssprecher Florian Lange. 

Die Lehrveranstaltung ist unmittelbar mit Forschung verknüpft: Basis sind Projekte der internationalen Redaktionsforschung, deren Ergebnisse Klaus Meier mit Kollegen aus anderen Ländern in hochrangigen Journals veröffentlicht hat, sowie seine Forschungen zur Methode des Transfers von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die redaktionelle Praxis, die ebenfalls publiziert sind und die er in seiner Antrittsvorlesung an der KU vorgestellt hat. Thema war damals die Verknüpfung von Forschung, Lehre und Transfer als ein neues Leitbild und Programm der Journalistik.

Durch seine innovative Struktur befördert das Modul eine intensive Lehr-Lern-Forschungsgemeinschaft zwischen Dozierenden und Studierenden und dient als Anleitung zu selbstständigem selbstbewusstem und reflektiertem Forschen.

Die Kooperationspartner im Wintersemester 2015/16 waren hessenschau.de (Hessischer Rundfunk), BR24-App/Treffpunkt Trimedialität (Bayerischer Rundfunk), Sat.1 Bayern und Autoscout 24. In anderen Semestern waren/sind Kooperationspartner u.a. Nürnberger Nachrichten, Funkhaus Ingolstadt, ARD-Mittagsmagazin, die Redaktion von Bayern 3, die WDR-TV-Sendung daheim&unterwegs und das BR-Studio Ostbayern.

Prof. Dr. Klaus Meier ist seit 2011 Inhaber des Lehrstuhls für Journalistik I an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Davor hatte er den Lehrstuhl für Crossmediale Entwicklungen des Journalismus an der Technischen Universität Dortmund inne (2009 bis 2010) und war Professor für Journalistik an der Hochschule Darmstadt (2001 bis 2009).

Die KU ist Klaus Meier schon lange vertraut. Von 1991 bis 1996 studierte er an der KU Diplom-Journalistik. 1997 bis 2001 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Journalistik I und promovierte zum Thema Redaktionsorganisation. Parallel war er als Berater und Coach in Redaktionen und Weiterbildungseinrichtungen für Journalisten tätig. Mehr als drei Jahre lang arbeitete er als Zeitungs- und Fernsehjournalist. Seine Schwerpunkte liegen in Journalistik und Journalismusforschung, Ethik und Qualität des Journalismus sowie speziell in crossmedialen und digitalen Entwicklungen und Innovationen des Journalismus, der Redaktionsforschung und dem Transfer.