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Preise

Die Maximilian-Bickhoff-Universitätsstiftung verleiht auch in diesem Jahr wieder einen Preis für besondere Leistungen im Studium, der beim Dies Academicus überreicht werden wird.  

Berücksichtigt werden wiederum Leistungen im Lehramtsstudium, in Master- sowie Diplom- oder Magisterstudiengängen. Preiswürdige Leistungen können dabei durch Abschlusszeugnisse, -klausuren oder -arbeiten nachgewiesen werden.

Vorschlagsberechtigt sind alle hauptamtlichen Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer; sie werden gebeten, bis zum

 30. September 2017

Vorschläge bei der Maximilian-Bickhoff-Universitätsstiftung einzureichen.

Dem Vorschlag sind beizufügen:

  • ein tabellarischer Lebenslauf der/des Preiswürdigen
  • eine schriftliche Begründung, die die preiswürdige Leistung beschreibt und bewertet,
  • eine Zusammenfassung der Arbeit aus der Hand der Verfasserin bzw. des Verfassers
  • gegebenenfalls weitere Unterlagen (etwa die Hausarbeit, für die der Preis verliehen werden soll).

 


 In 2016 ging der Preis an

                          Frau Katharina Henning, Journalistik

 

Vor allem in Zeiten der Krise sind sie gefragt: einfache Rezepte für garantierten Erfolg. In ihrer Masterarbeit mit dem Titel „Warum so negativ? Constructive News – ein neues Journalismus-Konzept und seine Umsetzung in Deutschland“ beschäftigt sich Katharina Henning mit der Tatsache, dass Massenmedien die Welt jeden Tag als einen Ort des Schreckens skizzieren. Die Arbeit entstand am Studiengang Journalistik und wurde von Prof. Dr. Klaus Meier betreut.

Gewalt bringt Quote. „Only bad news is good news“. Konstruktiver Journalismus steuert dem Mythos entgegen, dass der Erfolg von Massenmedien vom Einsatz einer gewissen Dosis Blut und Brutalität abhängig ist. Dabei handelt es sich um einen nicht ganz neuen, aber modernen Zugang für einen Journalismus, der neben den Schattenseiten auch das Positive zeigt, der das Gelingen und die guten Beispiele in den Vordergrund stellt und auf diese Weise viele neue Leser, Zuhörer und Zuschauer hinzugewinnen soll.

Häufig werden positive Entwicklungen oder potenzielle Lösungsansätze bei der Berichterstattung außen vor gelassen und dem Nachrichtenfaktor Negativität eine höhere Relevanz eingeräumt. Die Folge: Das Bild der Realität gerät in Schieflage und Menschen wenden sich von den Medien ab. Redaktionen in Skandinavien und den USA haben bereits gute Erfahrungen mit Konstruktivem Journalismus gemacht und berichten von einer deutlichen Reichweitensteigerung. Hierzulande findet der Ansatz zwar eher abseits der breiten Masse statt, dennoch setzen sich mittlerweile auch immer mehr Redaktionen von Mainstream-Medien damit auseinander: So sprachen sich 2015 mit ZDF-Moderator Claus Kleber und ARD-Aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke zwei namhafte deutsche TV-Journalisten dafür aus, im Zuge der Flüchtlingsdebatte vermehrt konstruktiv zu berichten.

Katharina Henning befragte im Rahmen ihrer Masterarbeit Journalisten verschiedener deutscher Zeitungen und Magazine, die bereits Erfahrungen mit dem lösungsorientierten Ansatz gesammelt und diese Form der Berichterstattung bereits in ihren Arbeitsprozess integriert haben. Darunter Redakteure u. a. von Die Zeit, taz, brand eins, enorm, Perspective Daily und OYA.

Das Konzept wird jedoch häufig missverstanden. Es geht nicht darum, unkritisch zu sein, die Welt schönzufärben, oder um Wohlfühl-Journalismus, der Geschichten über süße Katzenbabys erzählt. Konstruktiver Journalismus benennt klar das Problem, geht aber noch einen entscheidenden Schritt weiter: Er weist auf Vorschläge für Alternativen hin und fragt nach Perspektiven. Die Befragten sahen keinen Widerspruch zur journalistischen Kernaufgabe als vierte Macht im Staat: Man könne gleichzeitig konstruktiv und kritisch über Themen mit gesellschaftlicher Relevanz berichten. Zudem bestehe großes Potenzial für die Entwicklung neuer Formate und Erzählformen, die mit Motivation oder positiven Assoziationen verbunden sind. Darüberhinaus könne man mit dem Konzept langfristige Trends und Entwicklungen deutlich machen und so die Wirkungsweise eines Lösungsansatzes besser erfassen.

Wo Dauerkrisen und Probleme sind, wächst die Sehnsucht nach potenziellen Lösungen. Immer mehr Journalisten interessieren sich für eine Erweiterung des Blicks in genau diese Richtung und wollen mehr zum gesellschaftlichen Wandel beitragen. Es ist wie Links- oder Rechtshänder zu sein: Wir bevorzugen eine Hand, können aber mit etwas mehr Mühe auch die andere verwenden. 

Katharina Henning wurde 1988 in Nürnberg geboren und studierte im Anschluss an das Abitur den Bachelor „Medien und Kommunikation“ an der Universität Passau. Durch zahlreiche Praktika und freie Mitarbeiten konnte sie ihr journalistisches Profil schärfen und schließlich den Master „Journalistik mit dem Schwerpunkt Innovation und Management“ an der KU in diesem Jahr absolvieren. Seitdem arbeitet Katharina Henning als Redakteurin u. a. für die Süddeutsche Zeitung und die ARD in München.