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Wintervortragsreihe der Altertumswissenschaften
„Omnia migrant. Migration und Integration in der Spätantike“


 

Die Vortragsreihe wird gemeinsam von den Fächern Alte Geschichte, Klassische Archäologie und Klassische Philologie an der KU Eichstätt-Ingolstadt organisiert. Die Vorträge finden montags, ab 18:15 in Raum UA 030 auf dem Campus Eichstätt statt und stehen allen Interessierten offen. Studierende und Doktoranden können sie unter anderem als Modul belegen.

 

Migration und Integration sind zwei tagesaktuelle Schlagwörter; beides findet weitverbreitet und tagtäglich in unterschiedlicher Ausformung in unserem Umfeld statt.

Diese hier zusammenhängend gesehenen Phänomene sind aber keine neuen, nur auf unsere moderne Gesellschaft bezogenen.

Individuelle und kollektive Migration bildeten einen Teil der Menschheitsgeschichte seit ihren Anfängen. Auch in der griechisch-römischen Geschichte gehörten Migrations- und Integrations-prozesse zum Alltag und führten zu unterschiedlichen Formen der Auseinandersetzung mit beidem.

 

Der Staat und die Bewohner Roms und die jeweils neu Hinzugekommenen mußten sich mit temporärer und auch dauerhafter Einwanderung und den daraus resultierenden Veränderungen und Problemen auseinandersetzen.

Europa befindet sich heute erneut im Umbruch; man sieht seine Führungsspitzen fast täglich zwischen Weltoffenheit, Veränderungswillen und Tradition und Nationalität wanken. Es gab bereits in der Antike Lösungsversuche im Rechtsbereich, im Steuerwesen, in der Landzuweisung, mittels Um- und Ansiedlung und andere Formen der Integration.

Es sind eben jene Probleme und Lösungsansätze, und natürlich auch die jeweiligen Resultate die uns interessieren. Die Antike kann uns Vorbild oder Abschreckung oder einfach nur Impulsgeber sein. Gerade in Hinblick auf die möglichen Gründe für kollektive Migrationsbewegungen, die zur Zeit vor allem mit politischen, religiösen oder wirtschaftlichen Krisen begründet und kategorisiert werden, kann die Antike dieselben auf intransitive Energien und Dynamiken erweitern.

Für die Erforschung der Migration als historisches Phänomen bedarf es eines weitgespannten interdisziplinären Horizonts: In der Kolloquiumsreihe werden die Vortragenden Migration und Integration von historischer, archäologischer und philologischer Seite her analysieren, und im Rahmen ausgewählter Fallstudien in den fachlichen Diskurs einbringen. Die Konzentration auf die späte Kaiserzeit und die Spätantike liegt darin begründet, daß in kaum einer anderen Epoche Europa und die Mittelmeerwelt derart dramatischen Umwälzungen in Politik Wirtschaft, Religion und Gesellschaftsstruktur unterworfen waren.