Sie befinden sich hier: KU.de  Einrichtungen  Bibliothek  UB im Überblick  Standorte  Teilbibliothek 1 "Ulmer Hof"

Geschichte der Teilbibliothek 1 "Ulmer Hof"

 

Das Gebäude

Wo einst Domherren residierten ...
Und Schüler unterrichtet wurden ...

Die Domherren des Fürstbischöflich-Eichstättischen Domkapitels mussten alle aus adeligen Familien stammen. Sie hielten Hof in Gebäuden, die sich um die fürstliche Residenz gruppierten.
Im 16. Jahrhundert besaßen den Kanonikatshof, in dem sich die heutige Teilbibliothek befindet, die Herrn von Rechberg.
Um 1625 baute Kanonikus Wolfgang Blarer von Wartensee neu. Sein in Stein gehauenes Wappen, das sich ursprünglich an der Ostfassade befand, ist heute in die Westwand des Lesesaals eingelassen ... Später kam der Hof an das Geschlecht derer von Ulm, daher sein Name. Karl Ferdinand und Ernst von Ulm in Erbach ließen den Kanonikatshof 1688 von dem Eichstätter Baumeister Jakob Engel umbauen.
Zu Anfang des 19. Jahrhunderts kaufte der Besitzer der "Goldenen Traube" in Eichstätt, Georg Joseph Gruber, den Ulmer Hof. 1842 erwarb ihn Bischof Karl August Graf von Reisach für eine kirchliche Gefällstiftung, die zur Dotierung des wiederzuerrichtenden Bischöflichen Lyzeums, des Vorläufers der Katholischen Universität, dienen sollte. Der Staat nahm das Gebäude in Nutzung und errichtete dort ein Humanistisches Gymnasium, das spätere Willibald-Gymnasium ein. Die Verwendung der Anlage zu Schulzwecken führte dazu, dass wesentliche Teile der ursprünglichen Struktur verlorengingen. Geteilte Fenster wurden durch ganzscheibige ersetzt, profilierte Türen ausgewechselt. Ein-, Um- und Anbauten veränderten die ursprüngliche dreiflügelige Anlage zu einer vierflügeligen und einen rechteckigen Innenhof.
1977 zog das Humanistische Gymnasium in einen Neubau. Der "Ulmer Hof" wurde frei. Aufgrund der mittels archivalischer Forschungen durch den früheren Regens des Priesterseminars, Prälat Professor Bauch, erbrachten Eigentumsnachweise gab der Staat das Gebäude an die kirchliche Gefällstiftung wieder zurück, die in die "Stiftung Kirchliche Gesamthochschule Eichstätt", seit 1980 "Stiftung Katholische Universität Eichstätt", überführt wurde.
[Aus: Matthias Buschkühl: Die Teilbibliothek 1 : Theologie/Philosophie der Katholischen Universität Eichstätt im "Ulmer Hof", in: Bibliotheksforum Bayern 11 (1983), S. 133-138]