Erlebnisfaktor NATUR: Haben wir die Bodenhaftung verloren?

Naturverbundenheit wird von Gästen und Einheimischen stets gepriesen. Aber was ist damit gemeint?

Über Jahrzehnte haben wir ein Entwicklungsmodell vertreten, in welchem wir die Natur für unsere Anliegen zum Erlebnisfaktor gemacht haben, ohne zu merken, dass die Beziehung, aber auch Respekt und Ehrfurcht gegenüber Natur teilweise verloren gegangen ist, wohl auch, weil wir feststellen, dass praktisch alle Krisen in dieser Welt mit der Natur und unserem Verhältnis zu ihr zusammenhängen. Man kann sagen, dass die Beziehungen des Menschen gegenüber den bahnbrechenden technologischen Entwicklungen einfacher sind als jene zu Natur. Muss die Natur ein Technologie-freier Raum sein, um Natur zu sein? Vielleicht können die technischen Errungenschaften das Natur-Erlebnis sogar verstärken. 

Voralberg Tourismus, Alpenregion Bludenz und Studierende der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt haben sich in den letzten Monaten in Workshops dazu Gedanken gemacht. Diese werden vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Um diese und andere Themen geht es in einer Fachtagung am 1. Dezember ab 14.30 Uhr in der Probstei St. Gerold im Großen Walsertal in Vorarlberg. Hauptredner ist Harry Gatterer. Er ist Geschäftsführer des Zukunftsinstituts – und ständig auf Entdeckungsreise: zu möglichen Zukünften, neuen Methoden und Strategien. Er verknüpft gesellschaftliche Trends mit unternehmerischen Entscheidungen und erkennt, wo aus Veränderung neue Chancen entstehen. Im Anschluss wird ein Panel von AkteurInnen aus der Region über die Herausforderungen unseres Verhältnisses zu Natur und die Potentiale einer nachhaltigen Entwicklung im Grossen Walsertal diskutieren. Mitorganisator ist die KU Eichstätt-Ingolstadt mit dem Masterprogramm "Transformation und nachhaltige Lebensraumentwicklung - Tourismus neu gestalten" an der School of Transformation and Sustainability (STS).

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