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08.08.16

Ausstellung „Fremde Welten: Entdeckung – Erforschung – Eroberung“

Die Ausstellung „Fremde Welten: Entdeckung – Erforschung – Eroberung“ in der Staats- und Seminarbibliothek im Hofgarten gibt derzeit Einblick in die Wahrnehmung des Fremden im Zuge der Entdeckung und Eroberung neuer Länder und Völker in den vergangenen Jahrhunderten. Zu sehen sind Bücher, Graphiken, Karten und naturkundliche Präparate.


Ausschnitt aus "Nach dem jezigen Staat eingerichtete neu vermehrte Bilder-Geographie" (Georg Adam Dillinger, 1781)

Das Unbekannte faszinierte und erschreckte die Menschen seit der Antike. In schriftlichen und bildlichen Darstellungen entfaltete sich ein breites Spektrum der Wahrnehmung des Fremden: vom „edlen Wilden“, der das Ideal einer ursprünglichen Lebensweise verkörpert und in Einklang mit der Natur lebt,  bis zum kulturell unterlegenen „Barbaren“ , den es abzuwehren oder zu kultivieren gilt. Über viele Jahrhunderte hinweg ging mit der Entdeckung neuer Länder und Völker deren Eroberung einher – häufig unter Verlust der als „minderwertig“ eingestuften Kultur und ihrer sprachlichen, sozialen und baulichen Eigenheiten.

Im Zuge der Eroberung kamen Forscher und Reisende in vormals unbekannte Gegenden und brachten das Wissen um neue Arten auf den Gebieten von Flora und Fauna nach Europa mit. Diese Exoten wurden später „importiert“ und schmückten Gärten und Menagerien der herrschenden Eliten. Auch in Kunst und Kartographie haben sie als malerisches Beiwerk häufig Eingang in repräsentative Darstellungen gefunden.

Die Ausstellung legt zunächst den Schwerpunkt auf Süd- und Nordamerika, das als „Neue Welt“ an der Wende  vom 15. zum 16. Jahrhunderts  in den Blick der Europäer geriet. Im 18. und 19. Jahrhundert suchten zahlreiche Expeditionen den Weg durch das Nordpolarmeer und zu Nord- und Südpol.

Ab November richtet sich der Fokus auf Asien und Afrika, die durch Handelsreisende, Missionare und vor allem durch die europäische Expansionspolitik in der frühen Neuzeit intensiv erkundet wurden. Damit einher ging ein enormer Fortschritt auf dem Gebiet der Kartographie, die im 17. Jahrhundert eine Blüte erlebte.

Die Ausstellung ist bis einschließlich 28. Februar 2017 in der Staats- und Seminarbibliothek (Hofgarten 1, Eichstätt) zu sehen. Die Öffnungszeiten sind im Juni/Juli jeweils von Montag bis Freitag von 8.30 bis 19 Uhr; im August/September ist die Ausstellung bis 17 Uhr geöffnet, und von Oktober 2016 bis Februar 2017 kann die Ausstellung wieder jeweils von Montag bis Freitag von 8.30 bis 19 Uhr besucht werden.