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06.02.20

Bildung für Nachhaltige Entwicklung kompetent in der Hochschullehre vermitteln

Wie lässt sich das Anliegen von Bildung für Nachhaltige Entwicklung stärker in die Qualifizierung von Dozierenden an Universitäten und Hochschulen verankern? Dieser Frage ging an der KU ein Treffen des „Netzwerks Hochschule und Nachhaltigkeit Bayern“ nach, bei dem sich rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von 25 Hochschulen und Universitäten austauschten.


Beim mittlerweile 14. Treffen des „Netzwerks Hochschule und Nachhaltigkeit Bayern“ an der KU trafen sich die rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Gründungsort des Verbundes. Sie diskutierten Herausforderungen, Wege und Visionen für die weitere Qualifizierung von Hochschuldozierenden zu Bildung für Nachhaltige Entwicklung. (Foto: Schulte Strathaus/upd)

Sie trafen sich zugleich am Gründungsort des Netzwerks: Im Jahr 2012 wurde es wesentlich von der KU mitiniitiert, um die Rahmenbedingungen für mehr Nachhaltigkeit in Forschung, Lehre und Betrieb an bayerischen Hochschulen zu stärken. „Das Netzwerk ist eine Pionierleistung im Bundesgebiet. Insbesondere die KU ist eine Vorreiterin mit ihrer gesamtinstitutionellen Perspektive auf das Thema Nachhaltigkeit“, betonte Dr. Isabell Lisberg-Haag als Mitglied des KU-Hochschulrates in ihrem Grußwort. Sowohl die KU als auch das Netzwerk wurden bereits mehrfach von der Deutschen UNESCO-Kommission als Vorbilder für Nachhaltigkeit ausgezeichnet – zuletzt im vergangenen November. Auch Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler dankte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Treffens in einer Video-Grußbotschaft für deren Engagement.

Prof. Dr. Thomas Potthast vom bundesweiten Forschungsnetzwerk „Hoch-N: Nachhaltigkeit an Hochschulen“ schilderte Rahmenbedingungen und Hürden für die Verankerung von Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Zwar seien aus den bisherigen UN-Dekaden genügend Leitfäden vorhanden, die Orientierung böten, jedoch erfordere BNE als Querschnittsthema eine Verankerung über Fachgrenzen hinweg. Dem entgegen stehe bislang unter anderem eine eher kleinteilige Projektförderung. Die Notwendigkeit, Dozierende über Fachgrenzen hinweg für BNE zu qualifizieren, ergebe sich aus der Perspektive, dass „wir in Deutschland absehbar keine 1000 zusätzlichen Professuren erhalten werden, die sich diesem Thema widmen“. Ergänzend dazu erläuterte Prof. Dr. Ingrid Hemmer, die als Nachhaltigkeitsbeauftragte der KU auch zum Fachbeirat von Hoch-N gehört, dass zwar den Hochschulen eine besondere Rolle für die Ausbildung von BNE-Multiplikatoren zugesprochen werde. Jedoch sei bislang vernachlässigt worden, wie Lehrende dazu in die Lage versetzt werden können, ihren Studierenden entsprechende Kompetenzen zu vermitteln.

Hier setzt das an der KU angesiedelte Pilotprojekt „Fortbildungen in Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ an, das seit Herbst 2018 vom bayerischen Umweltministerium gefördert wird. Hochschuldozentinnen und -dozenten verschiedener Fächer, die in der Lehrerbildung und darüber hinaus tätig sind, werden in diesem bundesweit einzigartigen Projekt gezielt im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgebildet. Als Multiplikatoren sollen sie die angehenden Lehrkräfte und diese wiederum ihre zukünftigen Schüler für genau dieses Thema sensibilisieren. Das Angebot erfreut sich, wie Professorin Hemmer berichtete, einer großen Nachfrage und werde mittlerweile auch mit Schulleitungen und Seminarlehrkräften durchgeführt. Eine Erhebung unter Teilnehmenden der Fortbildung habe eine positive Fortentwicklung hinsichtlich Fachwissen und fachdidaktischen Kompetenzen gezeigt.

Informationen zu diesem Fortbildungsangebot finden sich auf der KU-Homepage unter
www.ku.de/unsere-ku/nachhaltigehochschule/nachhaltigkeittransfer. Das „Netzwerk Hochschule und Nachhaltigkeit Bayern“ präsentiert seine Aktivitäten unter www.nachhaltigehochschule.de.