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08.01.20

Das Wetterjahr 2019: Höhere Durchschnittstemperatur und weniger Niederschlag

Die Daten der Wetterstation auf dem Eichstätter Campus der KU bestätigen den Deutschland-Trend: 2019 war auch in Eichstätt ein außergewöhnlich warmes und trockenes Wetterjahr. „Vergleicht man die an der KU gesammelten Werte mit der offiziellen Klimareferenzperiode der nahegelegenen Station des Deutschen Wetterdiensts im Ortsteil Landershofen, ergibt sich für das Jahr 2019 mit einer mittleren Durchschnittstemperatur von 10,3 °C eine positive Temperaturabweichung von +2,4 °C“, erläutert Geographie-Professorin Susanne Jochner-Oette, die den studentischen „Arbeitskreis Wetterschau“ fachlich betreut. Die Studierenden kontrollieren dabei regelmäßig die Funktionstüchtigkeit der Wetterstation und werten die gewonnenen Daten monatlich und kürzlich auch für das gesamte Jahr 2019 aus.


Die Studierenden des „Arbeitskreises Wetterschau“ an der KU sorgen für die Funktionstüchtigkeit der Wetterstation auf dem Eichstätter Campus und werten monatlich die Messwerte aus. (Foto: Valentin Nowak /upd)

Die Studierenden des „Arbeitskreises Wetterschau“ an der KU sorgen für die Funktionstüchtigkeit der Wetterstation auf dem Eichstätter Campus und werten monatlich die Messwerte aus. (Foto: Valentin Nowak /upd)

Der Deutsche Wetterdienst bestimmte das Jahr 2019 zu dem drittwärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Zudem wurde ein neuer Temperaturrekord aufgestellt: In Lingen in Niedersachsen wurden am 25. Juli 42,6 °C registriert. „Grund für diese extremen Temperaturen waren stationäre sommerliche Hochdruckgebiete, die vielerorts Temperaturrekorde bewirkten. Die höchste Temperatur in Eichstätt lag bei 39,19 °C und wurde ebenfalls am 25. Juli gemessen.“, erklärt Jochner-Oette.

Mit +5,6 °C stellte der Arbeitskreis die höchste monatliche Temperaturabweichung von der Referenzperiode im Monat Juni fest. Im Kontrast dazu war im Mai noch eine um -1,5 °C tiefere Durchschnittstemperatur gemessen worden. Dies stellt auch die einzig negative Abweichung von der Referenzperiode aus Landershofen dar. Der Juni war mit seiner außergewöhnlichen Hitze auch der Monat mit den meisten Sonnenstunden. Bayernweit waren es durchschnittlich 311, in Eichstätt, bedingt durch die Tallage, 297 Stunden. Normalerweise scheint im Juni die Sonne jedoch nur rund 200 Sonnenstunden. Im Juli ereignete sich sogar eine sogenannte Tropennacht, definiert mit einer Temperatur von durchgehend mindestens 20 °C. Im gesamten Sommer waren 87 Sommertage mit einer Temperatur von über 25 °C registriert worden, im Jahr 2018 waren es hingegen waren es mit 117 deutlich mehr. Sogenannte Heiße Tage mit Temperaturen von über 30 °C wurden 36-mal verzeichnet (2018: 46-mal). Als besonderer Kennwert gilt in Bayern der Biergartentag, wovon wir 22 hatten (2018: 26). Dazu muss das Thermometer um 20 Uhr noch über 20 °C anzeigen, um z.B. sein Feierabendbier gemütlich draußen genießen zu können.

Der kälteste Tag war am 20.01.2019 mit -9,7°C. Der Januar 2019 war insgesamt mit einer durchschnittlichen Temperatur von -0,08°C statt den 3,65 °C vom Vorjahr frostiger, jedoch war generell der Winter 2018/2019 mild, wenn auch schneereich. Von der Zugspitze wurden sogar Rekordwerte gemeldet: Am 23 Mai wurde die seit genau 20 Jahren höchste Schneedecke von 605 cm gemessen. Im Jahr 2019 wurden an der Katholischen Universität insgesamt 88 Frosttage, an denen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken und nur acht Eistage mit Temperaturen durchwegs unter dem Gefrierpunkt gemessen. Letztere gab es beispielsweise 2017 15- und selbst im extrem warmen Jahr 2018 11-mal.

Genau unter die Lupe nahmen die Geographen auch den Niederschlag: an 161 Tagen hat es heuer geregnet, insgesamt eine Menge von 572,5 mm. Im Vergleich zu 2018 hat es somit häufiger geregnet, nur kamen rund 130 mm weniger Niederschlag herunter. In Landershofen beläuft sich der Wert für die Klimareferenzperiode auf 772,6 mm. Daher kann von einem sehr trockenen Jahr gesprochen werden. Trotzdem ereignete sich im Mai verhältnismäßig viel Niederschlag, was auch die hohe Schneedecke auf der Zugspitze erklärt. Wieder im Vergleich zur Referenzperiode gesehen gab es nur im Januar und März einen leichten Überschuss an Niederschlag.

Die Geographen der KU werden ihre Messreihen weiter fortsetzen, um so langfristig die Entwicklung von Wetter und Klima untersuchen zu können. Weitere Informationen und die aktuellen Messdaten unter www.ku.de/wetter.