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30.03.16

Flucht und Migration als Querschnittsaufgabe für die KU: Tagung am 14. und 15. April

Die KU will praktische Flüchtlingsarbeit zusammen mit ihren Aktivitäten in Forschung und Lehre künftig in einem Zentrum „Flucht und Migration“ bündeln, welches derzeit in Planung ist. Vor diesem Hintergrund findet am 14. und 15. April an der KU die Tagung „Flucht und Migration: Herausforderungen für eine Gesellschaft im Wandel“ statt. Als Referenten werden unter anderem der Sonderbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Flüchtlingsfragen, Erzbischof Dr. Stefan Heße, der Migrationsforscher Prof. Dr. Klaus Bade sowie Prof. Dr. h.c. Roland Berger (Stifter und Kuratoriumsvorsitzender der Roland Berger Stiftung) erwartet.


Menschen dicht gedrängt auf einem winzigen Boot – so hat Mohammed Aburayia im vergangenen Jahr bei der Frühlingsschule der „tun.starthilfe für flüchtlinge“, einer Initiative von Studenten der KU, seine Flucht über das Mittelmeer illustriert. (Foto: Aburayia/upd)

Neben einem Symposium mit wissenschaftlichen Beiträgen gibt es in verschiedenen Workshops Gelegenheit, insbesondere praxisgeleitete Themen zu diskutieren: Welche Aus- und Weiterbildungsformate braucht es für Lehrkräfte? Wie können Flüchtlinge mit Traumata psychologisch betreut werden? Welchen Beitrag kann ästhetische Bildung zur Integration leisten?

Am ersten Tag der Veranstaltung stellen sich bei einer Vorkonferenz Studierendeninitiativen für die Flüchtlingsarbeit vor. Am Abend wird dann in Kurzvorträgen und Diskussionsrunden auf die „Perspektive Kirche“ sowie die „Perspektive Wissenschaft, Politik und Gesellschaft“ eingegangen. Dabei werden unter anderem der Sonderbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Flüchtlingsfragen, Erzbischof Dr. Stefan Heße, Eichstätts Bischof Dr. Gregor Maria Hanke sowie der Generalvikar der Erzdiözese München-Freising, Prälat Dr. Dr. Peter Beer, referieren. Der renommierte Migrationsforscher Prof. Dr. Klaus J. Bade hält den Festvortrag zum Thema „Die sogenannte Flüchtlingskrise: Wissenschaft, Politik und Gesellschaft in Deutschland“.

Am zweiten Tag stehen dann wissenschaftliche Vorträge im Mittelpunkt, die sich unter anderem aus historischer und kulturwissenschaftlicher Sicht mit Flucht und Migration auseinandersetzen werden. Zudem spricht der Geschäftsführer der Hilfsorganisation „medico international“, Thomas Gebauer, zum Thema „Mit Sicherheit gegen Menschenrechte – so schaffen wir das nicht!“. In einem Plenum wird Prof. Dr. h.c. Roland Berger das Bildungskonzept seiner Stiftung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vorstellen. Darüber hinaus wird der mit 5000 Euro dotierte Essaypreis der Ligabank-Stiftung verliehen, der dieses Mal Beiträge zum Thema „Flucht“ würdigt.

Das ausführliche Programm der Tagung findet sich auf der Homepage der KU. Die Veranstaltung am Campus Eichstätt findet in der Aula der Universität (Kollegiengebäude D) statt. Interessenten werden um eine Anmeldung beim Tagungsbüro (fm2016(at)ku.de, Tel: 08421/932-1622, Fax: 08421/932-1622-0) gebeten.

 

Hintergrund:

Bereits 2012 haben Studierende der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) eine Initiative ins Leben gerufen, um Flüchtlingen im Landkreis Eichstätt Starthilfe zu geben. Darüber hinaus entwickelt sich die Flüchtlingsthematik an der KU zu einem Querschnittsthema in Forschung und Lehre. Denn die großen Flucht- und Migrationsbewegungen der jüngsten Zeit werfen in allen Lebensbereichen soziale, ethische und kulturelle Fragen auf, aus denen sich wirtschaftliche sowie gesellschafts- und bildungspolitische Herausforderungen ergeben. Alle Aktivitäten der KU bündeln soll künftig ein „Zentrum Flucht und Migration“, welches derzeit entwickelt wird. Auf unterschiedlichen Ebenen und Handlungsfeldern möchte die KU Integrationsprozesse wissenschaftlich begleiten und internationale Spitzenforscher zusammenbringen. Darüber hinaus sollen neue Lehr- und Lernformate sowie praxisnahe Angebote entstehen, die sich auf die Bereiche Beratung, Bildung und Kompetenzentwicklung übertragen lassen. Auf diese Weise möchte die Katholische Universität Ansprechpartner für Politik, Wirtschaft sowie Bildungsakteure in Gesellschaft und Kirche sein.