Sie befinden sich hier: KU.de  Forschung

17.03.09

Grenzenloser Tourismus im Bayerischen und Böhmischen Wald

Eine grenzübergreifende touristische Destination im bayerisch-tschechischen Gebiet ist das Ziel des von der EU geförderten Projektes „Touristisches Destinationsmanagement Bayerischer Wald – Sumava“, das der Lehrstuhl Tourismus an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) bis 2011 wissenschaftlich begleiten wird. Das Vorhaben wird vorangetrieben von der Volkshochschule Regen sowie dem Touristischen Service Center ArberLand (TSC).


Gäste der Region aus unterschiedlichen Nationen nehmen die Räume beidseitig der Staatsgrenzen zwar noch als zwei unterschiedliche Teile, aber zunehmend als einheitlichen Bewegungs- und Attraktionsraum wahr. Dieser neuen Wahrnehmung gilt es mit einem entsprechenden Qualitätsniveau beiderseits der Grenze Rechnung zu tragen. „Es ist eine einmalige Chance, für die gesamte grenzüberschreitende Region ein professionelles Destinations-Management entwickeln zu können“, sagt Professor Dr. Harald Pechlaner (Inhaber des Lehrstuhls Tourismus).

Im Mittelpunkt wird zunächst die Fortführung des Projektes „Vernetzungsqualität aus Kundensicht“ stehen, in dem es hauptsächlich um den Ausbau von Netzwerkkompetenzen bei Klein- und Mittelbetrieben der Destination geht. Nur wenn die touristischen Leistungen untereinander qualitativ kompatibel sind und ein gemeinsames Verständnis von Qualität, bzw. Zuverlässigkeit besteht, können Gäste dauerhaft an die Region gebunden werden. Ist dies erreicht, so steht in einem weiteren Schritt konsequent die Entwicklung von gemeinsamen neuen Produkten und Angeboten der gesamten, grenzüberschreitenden Region im Mittelpunkt der Aktivitäten. Und weil diese nur mit einem starken Destinationsmanagement wettbewerbsfähig sind, sollen Maßstäbe zur Struktur von grenzüberschreitenden Destinationen sowie ein Destination-Governance-Systems entwickelt werden.

Die Tourismusreferentin des Landkreises Regen, Susanne Wagner, die auch das Touristische Servicecenter ArberLand leitet, ist sich sicher, dass „durch dieses groß angelegte Marketingprojekt das Interesse an grenzüberschreitenden Tourismusaktivitäten im Arberland und in den benachbarten Bayerwald-Landkreisen spürbar steigen wird“. Ebenso wie nach Ansicht von Vhs- Geschäftsleiter und Projektleiter Herbert Unnasch „es jetzt darum geht, den Projektverlauf aus der Vogelperspektive zu verfolgen und eine praxis –und wissenschaftlich fundierte Kommunikationsstrategie zu entwickeln“.

Einen ersten Zwischenbericht des Lehrstuhls und damit auch Handlungsempfehlungen wird es bereits im Herbst diesen Jahres anlässlich eines Tourismustages geben. Für Frühjahr 2010 ist ein internationales Kompetenzforum Tourismus im ArberLand geplant, bei dem es vor allem um den gegenseitigen Erfahrungsaustausch sowie Best-practice-Beispiele europäischer Grenzregionen gehen soll. Ziel ist es, dass der derzeitige „grenzüberschreitende“ Tourismus in der Region Bayerischer und Böhmischer Wald zukünftig ein Tourismus wird, der keine Grenzen mehr kennt, sondern homogene Erlebnisräume ermöglicht.

Bildinformation: Vhs-Geschäftsleiter Herbert Unnasch und Tourismusreferentin, Susanne Wagner mit Prof. Dr. Harald Pechlaner und Assistentin Monika Bachinger beim Strategiegespräch (v.r.). (Foto: upd).