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28.10.16

Kulturpreis Bayern für Dr. des. Verena Richter

Die mittlerweile in Paris unterrichtende Romanistin Dr. des. Verena Richter ist am Donnerstagabend im Beisein des Bayerischen Kunst- und Wissenschaftsministers Dr. Ludwig Spaenle im oberpfälzischen Amberg mit dem Kulturpreis Bayern ausgezeichnet worden. Die 31-Jährige erhält die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung als beste Absolventin der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt für ihre Doktorarbeit „Zwischen Institution und Individuum – Inszenierungen von Adoleszenz in den Filmen von François Truffaut und Louis Malle“. Neben fünf Kunstpreisträgern wurden 32 Absolventen und Doktoranden der baye-rischen Kunsthochschulen, Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Universitäten mit dem gemeinsamen Preis der Bayernwerk AG und des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst geehrt. Die Wissenschaftspreisträger werden dabei von ihrer jeweiligen Hochschule benannt.


Stellvertretend für die Dr. des. Verena Richter nahm deren Mutter, Dr. Sylvia Richter, den Kulturpreis Bayern aus den Händen des Laudators Prof. Dr. Wolfgang Wiegard (ehemaliger Wirtschaftsweiser) entgegen. (Foto: Manuela Steinemann/Bayernwerk AG).

In ihrer Doktorarbeit beschäftigte sich Richter mit der Inszenierung des Erwachsenwerdens im französischen Kino, insbesondere in den Filmen François Truffauts und Louis Malles. Sie war Stipendiatin des Graduiertenkolleg „Persönlichkeitsbildung im Spannungsfeld zwischen Institution und Individuum“ an der KU, Ko-Betreuerin ihrer Arbeit war Prof. Dr. Barbara Kuhn (Lehrstuhl für Romanische Literaturwissenschaft), Hauptbetreuer Prof. Dr. Christian Wehr (bis 2013 an der KU, jetzt Universität Würzburg). „Beide Regisseure haben sich schon früh mit dieser für das französische Autorenkino bis heute zentralen Thematik auseinandergesetzt und den filmischen Inszenierungen dieser Altersphase wegweisende Impulse gegeben“, erklärt Kulturpreisträgerin Dr. des. Richter. Anhand der Analyse der Filme Truffauts und Malles werden die filmgeschichtliche Entwicklung und die zentralen ästhetischen Verfahren dieses bis heute aktuellen Schlüsselthemas des französischen Autorenfilms verständlich.

Die Preisträgerin ist seit September Deutsch-Lektorin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an der École normale supérieure in Paris (Frankreich). Dort trägt die 31-jährige Romanistin mit ihrem Sprach- und Literaturunterricht sowie ihrer Kulturarbeit zur Förderung der deutschen Sprache und Kultur in Frankreich bei. „Meine Arbeit erlaubt zugleich einen Einblick in die Organisation und den Wissenschaftsbetrieb einer der renommiertesten europäischen Hochschulen“, so Richter.