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05.02.20

Leben und Lernen in der Schule: Inklusion aus interdisziplinäres Perspektive

Gefördert von der Freisinger Bischofskonferenz haben sich seit 2014 Forschende der KU zusammengetan, um unter dem Titel „Inklusives Leben und Lernen in der Schule“ einen Beitrag zur Inklusionsforschung zu leisten. „Teilhabe und wertschätzender Umgang mit gesellschaftlicher Diversität gehören zu den Kernaufgaben von Schule“, betonte Prof. Dr. Waltraud Schreiber, Geschichtsdidaktikerin an der KU, als Sprecherin des Verbundprojektes bei dessen Abschlussveranstaltung. In Form von zehn Teilprojekten haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen der KU mit verschiedenen Perspektiven und methodischer Vielfalt gemeinsam einen Beitrag zu Inklusionsforschung geleistet.


KU-Präsidentin Prof. Dr. Gabriele Gien (4.v.l.) gemeinsam mit der Sprecherin des Verbundprojektes, Prof. Dr. Waltraud Schreiber (8.v.l.), Prälat Dr. Lorenz Wolf (Leiter der Katholischen Büros Bayern, 9.v.l.) und den beteiligten (Nachwuchs-)Forschenden. (Foto: Schulte Strathaus/upd)

Das Spektrum reichte dabei von Aspekten eines inklusiven Fremdsprachenunterrichts über Bildung für Nachhaltige Entwicklung in außerschulischen Bildungseinrichtungen, Demokratiebildung und Partizipation bis hin zu psychologischen Projekten, die junge Menschen mit kognitivem und sprachlichem Förderbedarf im Übergang von der Schule in den Beruf unterstützen. Hinzu kamen unter anderem Fragen zu Qualitätskriterien und Rahmenbedingungen für den Geschichts- und Musikunterricht und grundlegende Themen von Inklusion und Bildungsgerechtigkeit. Während der Projektlaufzeit entstanden rund 50 Bachelor- und Masterarbeiten rund um Inklusion, außerdem wurden bzw. werden 16 Dissertationen und vier Habilitationen verfasst. Dazu zählen auch die Qualifikationsarbeiten, die derzeit noch im seit 2018 bestehenden Graduiertenkolleg „Inklusive Bildung“ entstehen. Ziel des Verbundprojektes war es nicht nur, Forschung und Vernetzung zu erreichen, sondern auch wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Während des Projektzeitraums startete zudem der neue Masterstudiengang „Community Music“, der sich inklusiven Fragen von Musikpädagogik zuwendet. Auch für die Virtuelle Hochschule Bayern wurde das offene Kursangebot „Inklusion und Partizipation“ entwickelt.

„Inklusion ist ein allgegenwärtiger Begriff, der den Eindruck von Selbstverständlichkeit vermittelt. Aber viele Fragen sind noch offen. Zwar schließt das Projekt ab, das Anliegen verfolgen wir jedoch weiter“, betonte KU-Präsidentin Prof. Dr. Gabriele Gien, die der Freisinger Bischofskonferenz für das entgegengebrachte Vertrauen dankte. Die Fördersumme von 2,75 Millionen Euro habe wiederum zur Einwerbung weiterer Fördermittel in Höhe von rund vier Millionen Euro beigetragen. Zudem habe das Projekt dem Thema Inklusion auch ein stärkeres Gewicht in der universitären Lehre verliehen. Denn die Stellen für die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren so konzipiert, dass sie das Thema auch in die Lehre der beteiligten Fächer tragen. „Eine solche Vielfalt wäre ohne das Verbundprojekt nicht möglich gewesen“, sagte Dr. Regina Weißmann als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Verbundprojektes.

Der Eichstätter Forschungsverbund versteht sich nicht bloß als Summe der Teilprojekte und der gemeinsamen Arbeit an grundlegenden Fragen von Inklusion. „Der Verbund ist auch ein Experimentierfeld für interdisziplinäre Zusammenarbeit“, erklärt Schreiber. Ausdruck davon sei beispielsweise kollegiales Coaching ebenso wie die Beratung durch anerkannte Forscher aus nationalen und internationalen Kontexten der Inklusionsforschung als „critical friends“.

Detaillierte Informationen zum Verbundprojekt und seinen Teilprojekten finden sich auf der Projekthomepage.