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16.04.19

Sterben und Töten für Gott? Das Martyrium in Spätantike und frühem Mittelalter

Sind Attentäter, die im Namen Gottes töten, Märtyrer? Darf die Bereitschaft, für Gott zu sterben, mit Gewalttätigkeit einhergehen? Wem kommt im strengen Sinne der Ehrentitel „Märtyrer“ zu, wer ist bloßer Fanatiker? Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine internationale und interdisziplinäre Fachtagung der Forschungsstelle Christlicher Orient.


Foto: Forschungsstelle Christlicher Orient

In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Alte Kirchengeschichte und Patrologie (Prof. Dr. Dr. Andreas Weckwerth) sowie der Stiftungsprofessur Prinz Max von Sachsen des Bistums Eichstätt für Theologie des Christlichen Ostens (Prof. Dr. Thomas Kremer) lud die Forschungsstelle (Prof. Dr. Peter Bruns) nach Rom an den Campo Santo Teutonico im Römischen Institut der Görres-Gesellschaft (Prof. Dr. Stefan Heid) an. Unter dem Titel „Sterben & Töten für Gott? Das Martyrium in Spätantike und frühem Mittelalter“ beschäftigten sich renommierte Forscherinnen und Forscher, aber auch der wissenschaftliche Nachwuchs mit der Herausarbeitung eines heuristisch fruchtbaren Märtyrerbegriffs.

Dabei kamen in 20 Einzelvorträgen zahlreiche unterschiedliche Forschungsperspektiven zu Wort. Neben grundlegenden Überlegungen zur Martyriumsidee im antiken Christentum - beispielhaft an verschiedenen Quellentexten herausgearbeitet - und der Beschäftigung mit einzelnen exemplarischen Märtyrergestalten und Martyriumserzählungen stand auch der interreligiöse Vergleich mit der jüdischen und islamischen Märtyrervorstellung im Vordergrund. Liturgiewissenschaftliche, kunstgeschichtliche und archäologische Zugangsweisen zum Thema vervollständigten das Tagungsprogramm.

Die Tagung wurde unterstützt aus Mitteln der Görres-Gesellschaft und der proFOR+ Forschungsförderung der KU. Die Ergebnisse sollen in der Römischen Quartalschrift für Christliche Altertumskunde und Kirchengeschichte sowie in einem eigenen Tagungsband zeitnah veröffentlicht werden.