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01.04.19

Zweisprachiger Schulunterricht: Fachtagung präsentiert neueste Forschungsergebnisse

Ist Fremdsprachenunterricht in der Grundschule von Nutzen oder schadet er den Schülerinnen und Schülern? Nicht nur zu dieser Frage präsentiert am 11. und 12. April eine Tagung an der KU aktuelle Forschungsergebnisse. Dabei berichten bundesweit führende Forscherinnen und Forscher aus dem Bereich der Fremdsprachendidaktik zu Projekten, die sich unter anderem mit dem frühen Fremdsprachenunterricht, bilingualem Unterricht sowie der Schnittstelle von Neurowissenschaften und Sprachvermittlung beschäftigen. Gastgeber der „Language Education & Acquisition Research Conference“ ist Prof. Dr. Heiner Böttger, der an der KU die Professur für Didaktik der englischen Sprache und Literatur innehat, gemeinsam mit seiner Kollegin Prof. Dr. Julia Festman von der Pädagogischen Hochschule Tirol.


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Vorgestellt werden bei der Tagung auch erste Zwischenergebnisse des Modellversuchs „Lernen in zwei Sprachen – Bilinguale Grundschule Englisch“ an 21 bayerischen Grundschulen, den Professor Böttger mit seinem Team derzeit wissenschaftlich begleitet. Dabei erfolgt als freiwilliges Angebot für die Schülerinnen und Schüler der Unterricht in Kunst, Musik, Sport und weiteren Fächern in englischer Sprache. Der Modellversuch läuft noch bis zum Ende des Schuljahres und wurde von der Stiftung Bildungspakt Bayern sowie dem bayerischen Kulturministerium initiiert. „Wir wissen, dass Zweisprachigkeit zu höheren kognitiven Funktionen führt, was sich auf die Wahrnehmung, die Raumorientierung und auch auf die mathematischen Fähigkeiten auswirkt“, erläutert Böttger. Der Sprachdidaktiker begleitete bereits zwischen 2011 und 2016 einen Modellversuch an über 100 bayerischen Realschulen mit bilingualen Zügen, die von der 7. bis zur 9. Klasse Sachfächer wie Erdkunde oder Geschichte in englischer Sprache unterrichteten. „Die Schülerinnen und Schüler haben einen deutlichen Kompetenzvorsprung in der Fremdsprache Englisch, verfügen über fundierte Wissensinhalte in den bilingual unterrichteten Sachfächern und haben mehr Selbstvertrauen im Umgang mit der Sprache.“ 

Bei der Tagung an der KU werden auch Projekte weiterer Wissenschaftler vorgestellt: So untersucht Prof. Dr. Thorsten Piske von der Universität Erlangen-Nürnberg, ob Mädchen besser als Jungen eine Fremdsprache erlenen. Dr. Karoline Wirbatz von der Universität Trier erforschte an Grundschulen in Nordrhein-Westfalen, wie sich das Schulprogramm, das Geschlecht und der individuelle Sprachhintergrund auf die schriftlichen Kompetenzen von Drittklässlern auswirken. Mit dem Übergang von der Grundschule an weiterführenden Schulen im Fach Englisch beschäftigte sich Juniorprofessorin Dr. Sonja Brunsmeier von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg an verschiedenen Schulen im Großraum von Frankfurt/Main. Prof. Dr. Kristin Kersten wiederum stellt die Ergebnisse einer Langzeitstudie vor, die unter anderem den Einfluss von sprachlich-kognitiver Förderung im Elternhaus auf den Fremdsprachenerwerb in Grundschulen untersucht. Zur Eröffnung der Tagung wird der ehemalige VW-Vorstandsvorsitzende Prof. Carl H. Hahn eine Keynote halten, der sich auf vielfältige Weise für eine moderne frühkindliche Bildung engagiert – etwa durch die Förderung zweisprachiger Kindergärten. Hahn wird sich in seinem Vortrag mit dem Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis befassen.

Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung für die Tagung finden sich unter www.ku.de/lear2019.